Auf der Suche nach Bauland

Vier Fraktionen sondieren Gebiet am Sprendlinger Bahnhof

Dreieich - In den Haushaltsberatungen war die SPD noch mit ihrem Vorschlag gescheitert, die Möglichkeiten eines Baugebiets am Sprendlinger Bahnhof untersuchen zu lassen. Von Holger Klemm 

Eine modifizierte Fassung stieß im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie nun auf große Zustimmung. SPD, CDU, Grüne und FDP einigten sich auf einen gemeinsamen Antrag. Dabei sollen nicht nur die Gebiete Mauerloch und In den langen Rücken, sondern auch der Bereich bis zur Lettkaut in die Prüfung mit einbezogen werden. Nur die FWG scherte aus, weil es ihr nicht schnell genug geht. In einem Ergänzungsantrag regte sie die Vorbereitung eines Aufstellungsbeschlusses an, was den anderen Fraktionen verfrüht erschien.

„Wir sollten erst einmal schauen, was dort möglich ist“, betonte Holger Dechert (SPD). Seiner Ansicht nach eignet sich das Gebiet wegen der hervorragenden Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr für eine aufgelockerte Wohnbebauung unter Berücksichtigung der vorhandenen Frischluftschneisen. Die dortigen städtischen Grundstücke könnten für den sozialen Wohnungsbau Verwendung finden. Ein weiteres Gewerbegebiet, das ursprünglich mal vorgesehen war, aber wegen der Umweltgutachten verworfen wurde, sei nicht notwendig. Die in dem Bereich bestehenden Gewerbeflächen könnten als Mischgebiet erhalten bleiben. Sicherlich gebe es einen hohen Grundwasserstand, doch das sei wie schon beim Heckenborn heute kein Hindernis mehr, so Dechert.

Nach Meinung von Dr. Günter Gericke (FDP) ist eine Wohnbebauung auch ohne Keller denkbar. Joachim Greul (CDU) regte an, in die Prüfung den Bereich bis zur Lettkaut einzubeziehen. Heide Soboll (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass es in dem Gebiet zwei Teile gebe. Während der südwestlich gelegene Bereich mit seiner heute schon vorhandenen Bebauung durchaus eine städtebauliche Aufwertung erfahren sollte, gebe es nördlich davon hydrologische und ökologische Probleme. Die Grünen regten deshalb an, die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Gebiete gegen andere geeignete und unproblematischer zu bebauende Bereiche zu tauschen. Dagegen hatte Dechert nichts einzuwenden, wichtig sei der SPD aber als Ziel eine planerische Neukonzeption des Gebiets.

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Für die FWG, die dort schon seit längerer Zeit tätig werden möchte, regte Guido Stroh an, dass die Neukonzeption der Vorbereitung eines Aufstellungsbeschlusses dienen sollte. Mittel für die Stadt- und Verkehrsplanung seien mit Priorität für das Gebiet zu verwenden. Das wurde von den anderen Fraktion abgelehnt. Man könne nicht sechs Wochen nach der Verabschiedung des Haushaltsplans neue Prioritäten setzen, bemerkte Gericke für die FDP. Erster Stadtrat Martin Burlon sagte eine Prüfung des Bereichs zu, bei einer tiefer gehenden Betrachtung gehe es aber nicht ohne Geld. Während alle anderen Fraktionen einer Prüfung zustimmten, enthielt sich die FWG.

hok

Rubriklistenbild: © dpa

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