Vierte Ausgabe des Buchschlag Open Air

BOA: Große „Nachbarn“ gut in Festival integriert

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Trio mit einer erfolgreichen Idee: die BOA!!!-Gründer (von links) Hartmut Preuße, Stefi Neumann und Manfred Stoll

Buchschlag - Es hat sich zu einer kleinen Erfolgsgeschichte entwickelt: Seit 2015 lockt das Buchschlag Open Air von Jahr zu Jahr mehr Besucher an. Am Wochenende steigt die vierte Auflage des Musikfestivals im Buchweg, zwischen Feuerwehrhaus und Kirche. Von Julia Radgen

„Am Wichtigsten ist uns, dass sich die Dreieicher bei Livemusik treffen und miteinander schwätzen können“, sagt Manfred Stoll, der das Festival zusammen mit Hartmut Preuße und Stefi Neumann organisiert. Immer wieder hören sie zu ihrer Freude, dass alte Schulfreunde sich vor der Bühne wiedertreffen oder Nachbarn miteinander ins Gespräch kommen.

Wert legt das Trio darauf, dass das Festival nicht nur für Buchschlag ist, sondern für „Gesamt-Dreieich“. Deshalb habe man auch den ersten Slogan „We are family“ noch einmal geändert. Dabei war die Premiere des BOA!!!, die im Sommer 2015 mit 800 Besuchern über die Bühne ging, eher familiär. Im vergangenen Jahr feierten bereits 2 400 Menschen inmitten der Villenkolonie.

Die Idee kam dem Trio an einem Dezemberabend 2014 „bei einem Schöppchen – oder zwei“ in der Endstation am Buchschlager Bahnhof. „Hier gibt’s sowas nicht, also machen wir das“, sagten sich Stoll, Preuße und Neumann und machten sich an die Festivalplanung. Mittlerweile haben sich der Arzt, der pensionierte Lehrer und die Selbstständige in die Organisation einer Zwei-Tages-Veranstaltung reingefuchst. „Niemand von uns hatte vorher so ein großes Event organisiert“, sagen sie.

Den bisherigen Besucherrekord wollen die Veranstalter mit dem vierten Festival gerne knacken. Los geht es am Samstag, 25. August, um 17 Uhr (Programm siehe Kasten). Wie immer ist die Musik bunt gemischt. Aus 36 Bewerbungen von Bands und Künstlern haben die drei ausgewählt. „Es ist keine reine Rockveranstaltung“, sagt Stoll. Auch Klassik, Funk, Latin-Pop oder eine traditionelle Trommelperformance finden sich im Programm.

Besonders freut die Organisatoren, dass sich auch die beiden großen Nachbarn Kirche und Feuerwehr in ihr Fest integriert haben. Die Freiwillige Feuerwehr Buchschlag ist seit 2016 mit einer Chill Out Lounge vertreten und verwandelte ihr Gerätehaus mit tonnenweise Sand in einen Beachclub. Wer zwischendurch einen Gang runterschalten will, kann diesmal unter dem Motto „The Heat goes on“ wieder bei Speis’, Trank und entspannter Musik relaxen.

Bilder: „Buchschlag Open Air“ in Dreieich 

Seit dem vergangenen Jahr ist auch die evangelische Versöhnungsgemeinde Buchschlag-Sprendlingen im Boot. Zum ersten Open-Air-Gottesdienst am Festivalsonntag kamen über 250 Gläubige. Bevor die Bands die Zehn-Meter-Bühne entern, greift Pfarrer Jochen Spengler auch diesmal zur Gitarre. Auch Vertreter der katholischen Gemeinde konnten sich für die Messe unter freiem Himmel begeistern. Unter dem Motto „Put a little love in your heart“ ist auch der Chor unter Leitung von Ena Roth dabei.

Einen entscheidenden Vorteil habe die Gemeinde. „Bei schlechtem Wetter kann sie in die benachbarte Kirche umziehen, das geht bei uns nicht“, scherzt Stoll. Auch bei Regen werde gefeiert, die Veranstalter wollen aber Pavillons aufstellen. Ob es ein BOA!!! 2019 gibt, ist trotz der guten Besucherresonanz offen. „Wir nehmen keinen Eintritt und müssen die teure Technik, Werbung und andere Ausgaben finanzieren“, erklärt Stoll. Deshalb müssten wieder genügend Sponsoren gefunden werden, aber auch die aufwendigen Vorbereitungen durch das Team weiter gestemmt werden. Wie immer geht auf dem Festival der Hut rum. Die Spenden kommen nicht zuletzt den Künstlern zugute. „Die treten bei uns nämlich erst mal ohne Gage auf“, stellt Neumann klar.

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