Unbürokratische Unterstützung

Volksbank Dreieich hat Sofortkreditprogramm über zehn Millionen Euro aufgelegt

Person zählt Geld in Portemonnaie
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Symbolbild: Monika Skolimowska/dpa

Die Coronakrise hat der Wirtschaft den schwersten Schlag in der Nachkriegsgeschichte versetzt.

Dreieich – Nicht nur große Konzerne wie die Lufthansa oder die Autobauer sehen – trotz Staatshilfe – einer ungewissen Zukunft entgegen. Auch auf lokaler Ebene sind viele Unternehmen ins Schlingern geraten, seien es Reisebüros, Hotels, Restaurants oder andere Gewerbetreibende.

Die Volksbank Dreieich habe darauf reagiert und ein Sonderkreditprogramm über zehn Millionen Euro aufgelegt, sagt Vorstand Jens Prößer. „Wir haben unbürokratisch geholfen.“ Während in anderen Betrieben Kurzarbeit angesagt ist, sind die Mitarbeiter der Volksbank im Firmenkundengeschäft voll ausgelastet. „Es sind extrem schwierige Zeiten für Unternehmen. Bei uns sind etliche Hilferufe eingegangen. Die Leute hatten zum Teil panische Ängste, dass ein gut aufgestelltes Unternehmen über Nacht pleite geht und sie Arbeitsplätze abbauen müssen“, schildert Prößer die Erfahrungen der vergangenen Wochen.

Jeder achte Firmenkunde der Volksbank – das sind mehr als 500 – hat nach seinen Worten Unterstützung angefragt. „Und wir haben Lösungen gefunden.“ Sei es durch das Aussetzen von Ratenzahlungen – auch bei Privatkunden – oder die Gewährung von Darlehen. Die Spanne der Kredite reiche von 10 000 bis 80 000 Euro. Der Topf, so das Vorstandsmitglied, sei noch nicht leer. Auch bei der Beantragung von öffentlichen Fördermitteln steht das genossenschaftliche Geldinstitut den Kunden beratend zur Seite. Die Volksbank, so Prößer, übernehme auch in Krisenzeiten Verantwortung für die Region.

Auf ihre Dividende müssen die gut 29 000 Mitglieder der Volksbank indes länger warten als in den Vorjahren. „Aktuell müssen wir uns mit der Forderung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beschäftigen, eine Auszahlung zurückzuhalten“, erläutert Vorstandsvorsitzender Stephan M. Schader. Die BaFin sieht in Übereinstimmung mit der Europäischen Zentralbank angesichts der Pandemie und der daraus möglicherweise entstehenden tiefen Rezession die Notwendigkeit, dass Banken bis Oktober keine Gewinnanteile an ihre Aktionäre ausschütten. In Genossenschaftsbanken würde das die Auszahlung der Dividende an die Mitglieder betreffen.

„Die Volksbank Dreieich ist auf Grundlage ihres Jahresabschlusses und ihrer starken Eigenkapitalbasis absolut in der Lage, eine angemessene Dividende zeitnah auszuschütten. Wir empfehlen auch eine Ausschüttung, schließlich kommt das Geld unseren Mitgliedern und damit auch unserer Region zugute“, sagt Schader. Das Volumen für 2019 beläuft sich auf 1,8 Millionen Euro (2018: 1,6 Millionen). Um die Diskussion darüber verantwortungsvoll und ergebnisoffen unter den derzeitig verordneten Hygienestandards führen zu können, wurde die Vertreterversammlung in den November verschoben. VON FRANK MAHN

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