Kunden behalten Ansprechpartner

Volksbanken in Seligenstadt und Dreieich planen Fusion

Seligenstadt/Dreieich - Wirtschaftlicher Druck führt zu weiteren Fusionen von Volksbanken. Die Geldhäuser in Seligenstadt und Dreieich wollen jetzt zusammengehen. Von Marc Kuhn 

Immer mehr Volksbanken in der Region schließen sich zusammen. Die Vereinigte Volksbank (VVB) Maingau aus Obertshausen hatte erst im April ihre Fusion mit der Volksbank Griesheim und der Frankfurter Volksbank bekannt gegeben. Nun planen die genossenschaftlichen Institute in Seligenstadt und Dreieich ihren Zusammenschluss. Mit hohem Investitionsbedarf in die Digitalisierung, steigenden Kosten durch die Regulierung und anhaltendem Margendruck begründete das Institut aus Dreieich den Schritt. „Die Volksbank Seligenstadt soll als eigenständiges Beratungscenter eine Säule im Regionalkonzept der Volksbank Dreieich werden.“ Zur Vorbereitung der Fusion ist im Juni eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet worden.

Die drei Filialen in Seligenstadt und zwölf Niederlassungen in Dreieich sollten zunächst erhalten bleiben, sagte Jens Prößer, Vorstand der Volksbank Dreieich, unserer Zeitung. Für die etwa 300 Mitarbeiter des dortigen Instituts und rund 30 Kollegen in Seligenstadt seien betriebsbedingte Kündigungen bis 2022 ausgeschlossen.

„Wir brauchen jetzt einen Sprung nach vorne, für den unsere durchaus beachtlichen Wachstumsraten und Gewinne der letzten Jahre bei weitem nicht ausreichen“, erklärte Vorstandsmitglied Oliver Müller auf der Generalversammlung der Volksbank Seligenstadt. Die Bilanzsumme legte 2017 um 8,5 Prozent auf 174,5 Millionen Euro zu. Die Einlagen wuchsen um 3,6 Prozent auf 90,7 Millionen Euro. „Durch eine Fusion wollen wir mit dem Know how des größeren Partners die zukünftigen Anforderungen abdecken und gleichzeitig vor Ort punkten“, berichtete Müller.

Stephan M. Schader, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Dreieich, fügte hinzu: „Als regional verwurzelte Genossenschaftsbank wollen wir das bewahren, was uns schon heute auszeichnet und unsere angebotene Leistung gemeinsam weiterentwickeln.“

„Entscheidend für eine Verschmelzung sind die Argumente, die dafür sprechen, der richtige Zeitpunkt und dass vor allem ein passender Partner zur Verfügung steht“, erläuterte Müller. Mit der Volksbank Dreieich sollten Zukunftsfähigkeit und regionale Nähe gesichert werden. „Angesichts eines hohen Fusionstempos in Hessen haben wir jetzt die Chance, unsere eigene Zukunft aktiv zu gestalten“, so Müller. Gleichzeitig sollte der Charakter der Ortsbank für Seligenstadt erhalten bleiben.

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Zwischen den künftigen Partnern bestehe Einvernehmen, „dass Seligenstadt ein starkes Gewicht in der neuen Bank haben soll“, hieß es. Drei der Aufsichtsratsmitglieder aus Seligenstadt würden in den höchstens 13-köpfigen Aufsichtsrat einziehen. Schader, Prößer und Müller werden den Vorstand bilden. Stefan Rech, bisher Vorstand in Seligenstadt, soll dort Regionalmarktdirektor werden. „Unsere Kunden behalten ihre vertrauten Ansprechpartner“, erklärte Rech. Diese hätten jedoch mehr Entscheidungskompetenzen und durch die in einem größeren Haus mögliche Entlastung von Verwaltungsaufgaben mehr Zeit für die Betreuung der Kunden und Mitglieder. Das werde sich insbesondere in der Baufinanzierung, im Wertpapier- und im Firmenkundengeschäft bemerkbar machen.

Rubriklistenbild: © dpa

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