TVD mit Integrations-Gütesiegel ausgezeichnet

Vorreiter in vielerlei Hinsicht

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Aus den Händen der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger (links) nahmen Alfred Salewski und Hanni Niebert das Integrations-Gütesiegel des Kreises Offenbach in Empfang.

Dreieichenhain - Nicht nur die SKG Sprendlingen ist mit dem Integrations-Gütesiegel des Kreises ausgezeichnet worden. Auch die Anstrengungen des TV Dreieichenhain auf diesem Gebiet wurden belohnt.

Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger nahm den Neujahrsempfang des TVD zum Anlass, die Urkunde zu erreichen und die Verantwortlichen für ihre Arbeit zu loben. Darüber hinaus erlebten die Besucher ein informatives Programm, das durch sportliche Darbietungen und ein Interview aufgelockert wurde.

„Mit dem Gütesiegel können Vereine nach außen hin darstellen, dass sie sich besonders im Bereich der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund engagieren“, sagte Jäger. Aus ihren Händen nahmen Vorstandssprecher Gerhard Liebermann, Integrationsbeauftragte Hanni Niebert und Alfred Salewski, zuständig für die Zusammenarbeit mit den Schulen, die Auszeichnung entgegen.

Seit 2007 besteht eine Partnerschaft zwischen dem TVD und Piè Veloce d’Italia. Bereits vor der Teilnahme am Projekt „Vereine aktiv für Integration“ hatte der Turnverein ein Team gebildet, das sich mit der Thematik der Integration sowie der interkulturellen Öffnung des Vereins befasst. Besondere Angebote waren etwa der „Internationale Sportinformationstag für Familien aller Nationen“ in der Weibelfeldschule. Als Kooperationspartner fungierte dabei das Integrationsbüro der Stadt. Gemeinsam mit der Strothoff International School und dem Integrationsbüro stellte der TVD ein Tennisprojekt für Mädchen und Jungen mit afrikanischen Wurzeln auf die Beine. Da nicht in allen Ländern das Vereinswesen so ausgeprägt ist wie in Deutschland, finden nicht alle Migranten den Zugang zu Vereinen von selbst. Besonders Kindern und Jugendlichen bleiben so viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und die Chance, an der Gesellschaft teilzuhaben, versagt. „Wir wollen die Vereine in unserem Kreis für die interkulturelle Zusammenarbeit sensibilisieren“, betonte Jäger.

Gäste sensibilisieren

Der TVD ehrte eine ganze Reihe von Mitgliedern für langjährige Treue. Das Bild zeigt Friedrich Schickedanz (60 Jahre), Katharina Groß (25), Margret Stier (50), Hanni Niebert (60), Heiko Lenhardt (40),Gisela Kamolz und Georg Heinz Graf (beide 60) im Kreise des Vorstandsteams.

Die Gäste sensibilisieren – das hatte sich auch Reinhold Gerhardt vorgenommen. Der Präsident des im Mai vergangenen Jahres aus der Taufe gehobenen SC Hessen Dreieich erläuterte die Gründe, die zur Gründung des Vereins geführt hatten – und die Vorteile. Er appellierte an die Besucher, das Projekt zu unterstützen und auch Mitglied des SC Hessen zu werden. Die Vereine profitierten dann ihrerseits von Ausschüttungen der Dreieich Sportstätten Betriebs und Marketing GmbH.

Der Fußball spielte im TVD-Sportzentrum noch eine weitere Hauptrolle. Saskia Matheis, 16-jährige Nationalspielerin, plauderte im Interview mit Sandra Müller vom hr aus dem Nähkästchen. Matheis, vor ein paar Wochen mit der deutschen U 17 Europameister geworden, sprach über ihre Stärken und Schwächen. Zu Letzteren zähle, dass sie „lauffaul“ sei. Wenn das ihre Trainer vom FFC Frankfurt und der Nationalmannschaft hören...

Natürlich wurde beim Empfang das Thema in den Mittelpunkt gerückt, das dem TVD in nächster Zeit einiges abverlangen wird. Gerhard Liebermann und Alfred Salewski stellten das Projekt vor, über das unsere Zeitung in der vergangenen Woche bereits ausführlich berichtet hatte: die Übernahme der vier Hektar großen Sportanlage an der Koberstädter Straße von der Stadt. Der TVD sei immer „ein Vorreiter dessen, was wichtig ist“, lobte Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel. „Es ist eine sehr gute Idee, es müsste nur alles ein bisschen zügiger gehen“, sagte Dinkel an die Adresse von Bürgermeister Dieter Zimmer und Erstem Stadtrat Martin Burlon. Als „Wechseltermin“ ist der 1. Januar 2015 vorgesehen.

„Es ist ein Pilotprojekt“

„Es ist ein neuer Weg, ein städtisches Gelände in Obhut eines Vereins zu geben. Es ist ein Pilotprojekt“, gab Zimmer in seiner kurzen Rede zu bedenken und fügte hinzu: „Wie immer steckt der Teufel im Detail, aber beide Seiten wollen es.“ Auch sportliche Darbietungen bereicherten das Programm. So zeigten mehrere Turnerinnen ihr Können und der 14-jährige Marvin Werner demonstrierte mit einem Partner eindrucksvoll, warum er zu den hoffnungsvollsten Tischtennistalenten in Deutschland zählt.

Gerhard Liebermann nutzte die Gelegenheit, um langjährige sowie verdiente Mitglieder zu ehren. Er zeichnete Georg Heinz Graf, Gisela Kamolz, Bernd Lenhardt, Hanni Niebert, Friedrich Schickedanz und Bruno Uhrig für 60-jährige Treue aus. Seit einem halben Jahrhundert gehört Margret Stier dem Turnverein an, vor vier Jahrzehnten traten Thomas Frank, Katharina Uhrig, Mathias Bärenfänger, Heiko Lenhardt, Renate und Waldemar Frank sowie Erhard Staudenmaier dem Verein bei. Seit einem Vierteljahrhundert sind Katharina Groß, Britta Biendarra, Christa Böhm und Rosemarie Hunkel dabei.

es/fm

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