Vorreiterin im Küchen-Freestyle 

Sprendlingerin mit Kochshow beim WDR zu sehen

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Auf zu neuen Herausforderungen: Anja Petralia hat ihre Stelle als Kur- und Seminarköchin an einer Ayurveda-Akademie an den Nagel gehängt, um künftig noch mehr TV-Produktionen mit dem WDR realisieren zu können. Für das nebenstehende Kinder-Backbuch steuerte sie ein finnisches Pfannnkuchen-Rezept bei. Die Sprendlingerin ist Tochter eines Sizilianers und einer Finnin.

Sprendlingen - Zwei bis drei Mal im Monat ist Anja Petralia im WDR-Fernsehen zu sehen. Die junge Sprendlingerin hat im Format „Servicezeit“ um 18.45 Uhr ihre eigene Kochshow. Das soll erst der Anfang sein. Von Cora Werwitzke 

Die leidenschaftliche Rezepte- und Blogschreiberin will nächstes Jahr nach Köln ziehen, um noch mehr Projekte mit dem TV-Sender realisieren zu können. Anja Petralia tobt sich manchmal stundenlang in ihrer Küche in Sprendlingen aus. In etlichen Gläschen, Döschen und Töpfchen bewahrt sie teils exotische Zutaten auf, mit denen sie leichthändig herumexperimentiert. Ihr Motto dabei: „Lang lebe der intuitive Küchen-Freestyle!“ Eine Einstellung, die eng mit ihrer Biografie verwoben ist. Denn als Tochter eines Sizilianers und einer Finnin wird im Hause Petralia der kulinarische Austausch gelebt. „Meine Eltern sind wirklich sehr begabte Köche und Bäcker“, erzählt die 27-Jährige. Gemeinsame Küchensessions ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre Kindheit und haben Anja Petralias Händchen für geschmackvolle Symbiosen und die Magie der Gewürze wesentlich geprägt.

Als ausschlaggebend für ihren Werdegang bezeichnet die Sprendlingerin ein ayurvedisches Kochbuch, das ihre Mutter ihr einst zum Geburtstag schenkte. Nach dem Abitur an der Ricarda-Huch-Schule entschied sich Anja Petralia denn auch für einen sehr untypischen Ausbildungsweg: Sie widmete sich dem Studium ayurvedischer Lehren an der Europäischen Akademie für Ayurveda in Birstein und schloss Ausbildungen in ayurvedischer Ernährungs- und Gesundheitsberatung sowie in ayurvedischer Psychologie mit Zertifikat ab.

Während dieser Zeit jobbte sie „überall und nirgendwo“, wie sie schmunzelnd sagt. Ab 2011 hielt sie Rezeptideen und Gedanken in ihrem Koch- und Backblog „Dancing, Love, Handles“ fest und kehrte schließlich als fest angestellte Kur- und Seminarköchin an die Ayurveda-Akademie zurück. Zum WDR kam sie über einen glücklichen Zufall: „Eine Praktikantin an der Akademie hatte Freunde bei dem Sender und schrieb mir irgendwann, dass dort eine Köchin für ein neues Format gesucht wird“, schildert Anja Petralia. Sie stellte sich vor – „und es war Liebe auf den ersten Blick“, fügt sie augenzwinkernd hinzu. Seit Januar dieses Jahres ist sie nun mit ihrer eigenen Kochshow im Fernsehen. Auf der Homepage bezeichnet sie ihr Sender als „Herdheldin aus dem schönen Hessen, die in der WDR-Servicezeit für frischen Wind und das nötige Bauchgefühl sorgt.“

Ziegenkäse verleiht Gerichten besonderen Charakter

In der Tat: „Die Küche ist mein Spaßlabor“, sagt Anja Petralia selbst. Ihr ayurvedisches Know-how gepaart mit ihren finnisch-sizilianischen Wurzeln und ihrer hessischen Heimat münden in so wohlklingenden Rezepttiteln wie Serrano-Körbchen mit Auberginentalern, Pasta mit Kürbis und Weißwein-Soße aus dem Ofen oder Apfel-Glühwein. Eine Herzensangelegenheit war es ihr darüber hinaus, jüngst ein finnisches Rezept zum neu erschienenen Kinder-Backbuch „Pinipas Pfannkuchenbäckerei – Die leckersten Pfannkuchen aus Europa“ beizusteuern. Gut 30 Blogger trugen dazu landestypische Anleitungen zusammen. Anja Petralia ist mit dem Ofen-Pfannkuchen „Pannukakku“ dabei. Noch sind andere Herausgeber, aber die 27-Jährige spielt längst mit dem Gedanken, in nicht allzu ferner Zukunft ihr eigenes Kochbuch auf den Markt zu bringen. „Ein Buch, das die ureigene Freude am Kochen zelebriert“, umreißt die jungen Frau ihr Vorhaben. Erste Inhalte für die Seiten habe sie bereits beisammen.

Doch zurück zum Abenteuer Fernsehen: Alleine vor sich hin kochen ist das eine, aber wenn einem dabei zigtausende TV-Zuschauer über die Schultern schauen, ist das schon etwas anderes. Der Sprung vor die Kamera ist Anja Petralia trotzdem nicht schwer gefallen. Gut zur Übung waren einstige Modeljobs und 15 Jahre Erfahrung als Wettkampfgymnastin der SKG Sprendlingen. „Mit allem ist ein Hang zur Präsentation verknüpft“, veranschaulicht die junge Köchin. 2017 zieht sie nun nach Köln, um noch mehr TV-Produktionen realisieren zu können. „Das wird ein spannendes Jahr“, blickt Anja Petralia voraus. Schon jetzt absolviert sie ab und zu Gastauftritte jenseits ihrer Kochshow – erst neulich zum Beispiel, als es in einer Sendung ums Thema Einwecken ging.

Was Chia und Amaranth können

Wann immer die Sprendlingerin den Kochlöffel schwingt, hat ihr Bauchgefühl das Kommando. „Es sollte wieder mehr Entspannung in die Ernährungswelt Einzug halten“, findet sie. Statt Trends wie Paläo, Roh- oder vegane Kost plädiert sie für mehr Intuition und Improvisation in der Küche. Ihre eigenen Rezepte bezeichnet sie als extraordinär, aber leicht nachzukochen – „eben Gerichte für den Alltagszauber“. Neue Kreationen bekommen oft die Familie und ihr Freund aufgetischt. Dabei läuft längst nicht immer alles perfekt: „Auch bei mir kokelt mal was an – das muss man einfach mit Humor nehmen.“

Weitere Infos: www.dancinglovehandles.wordpress.com

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