BLICK IN DIE WAHLPROGRAMME

Wege zur Mobilität der Zukunft in Dreieich

Für ein besseres Umsteigen von der Dreieichbahn auf die RTW favorisieren Grüne, SPD und FDP einen Mittelbahnsteig am Bahnhof Buchschlag. CDU und FGW treten für eine Verlängerung der RTW nach Langen ein.
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Für ein besseres Umsteigen von der Dreieichbahn auf die RTW favorisieren Grüne, SPD und FDP einen Mittelbahnsteig am Bahnhof Buchschlag. CDU und FGW treten für eine Verlängerung der RTW nach Langen ein.

Eines der wichtigen Themen für die kommenden fünf Jahre ist Verkehr und Mobilität. Denn der Verkehrsdruck hat im Ballungsraum durch den Bevölkerungszuwachs stark zugenommen.

Dreieich - Wir haben aus den Wahlprogrammen Kernpunkte der Parteien zusammengefasst. Dabei geht es unter anderem um das Verhältnis der Verkehrsmittel zueinander, die Bedeutung des Radverkehrs und die RTW.

CDU

„Die Mobilitätsbedürfnisse wollen wir so sichern, dass verkehrsbedingte Belastungen, soweit möglich, auf ein Minimum reduziert werden.“ Mobilität eines jeden einzelnen habe nach wie vor eine hohe Bedeutung. Es gehe um die sinnvolle und intelligente Vernetzung aller Verkehrsmittel. Befürwortet wird der weitere Ausbau von Radwegen. Für den Radschnellweg wird eine Strecke möglichst entlang der S-Bahn vorgeschlagen. Bei der Dreieichbahn setzt die CDU auf eine erhöhte Zuverlässigkeit sowie bessere Umsteigemöglichkeiten zu anderen Verkehrsmitteln. Bei der Regionaltangente West wäre eine Weiterführung nach Langen am besten. Eine Verbesserung müsse es bei der Parkplatzsituation am Bahnhof Buchschlag geben. Das Auto als Individualverkehrsmittel gehört für die CDU weiter dazu. Wenn Elektromobilität funktionieren soll, müsse die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Beim Ausbau von Carsharingangeboten sollen Anbieter von Elektrofahrzeugen bevorzugt werden.

Grüne

„Wir wollen Mobilität neu denken und eine echte Verkehrswende voranbringen! Dafür muss der Fokus hin zu einem Dreieich der nachhaltigen, platzsparenden Mobilität.“ Bei der Erreichung der Klimaziele komme dem Verkehr eine Schlüsselrolle zu. Für die Grünen ist der ÖPNV das Rückgrat der Verkehrswende. Sie wollen Dreieich für Fußgänger attraktiver machen und den Radverkehr auch durch den Ausbau überregionaler Radwege stärken. Alternativen zum Auto müssten zwar gefördert werden, gleichzeitig müsse der motorisierte Individualverkehr so effektiv wie möglich gestaltet werden – beispielsweise durch den Ausbau von Mitfahrgelegenheiten und mehr. Ein Nahverkehrskonzept sei der Schlüssel auf dem Weg zur Klimaneutralität im Verkehr.

SPD

Die SPD favorisiert ein sozial und umweltfreundlich verzahntes Verkehrskonzept. Ein Verkehrskollaps könne nur verhindert werden, wenn der motorisierte Individualverkehr teilweise auf Fahrrad, Fußwege und öffentliche Verkehrsmittel umgelenkt wird. Die Kombination aus Car-Sharing, Rad und Bus/Bahn müsse verstärkt werden. Weitere Forderungen sind Tempo 30 in den Kernbereichen der Stadtteile, mehr öffentliche Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, die Umstellung des öffentlichen Fuhrparks auf Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge sowie zur Lärmreduzierung eine Ausweitung der Durchfahrtverbotshinweise für Lkws sowie der Einsatz von Flüsterasphalt. Der Radverkehr müsse weiter optimiert und der Busverkehr an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden. Keinen Zeitaufschub dürfe es bei der RTW geben. In Buchschlag müsse der Haltepunkt ein Mittelbahnsteig mit der Dreieichbahn sein. Keine Träume dürften der Ausbau der Dreieichbahn und die Verlängerung der Straßenbahn sein.

FDP

Die FDP will den ÖPNV und den Individualverkehr so aufeinander abstimmen, dass alle ihre Ziele erreichen können, ohne einander zu behindern und ohne die Umwelt mehr als notwendig zu belasten. Plädiert wird für eine gezielte Weiterentwicklung der verkehrlichen Infrastruktur sowie die Einführung eines digitalen Leitsystems. Konkret fordert die FDP eine nachhaltigere Nutzung der vorhandenen Bahninfrastruktur, die Rücknahme der beschlossenen Verschlechterungen im Busverkehr sowie den Mittelbahnsteig für die RTW in Buchschlag. Mittelfristig setzen sich die Liberalen für einen weiteren Ausbau der RTW über die Strecke der Dreieichbahn aus. Befürwortet wird grundsätzlich die Straßenbahn bis nach Langen. Beim Radschnellweg brauche es einerseits eine direkte Durchbindung entlang der Bahn, anderseits aber auch eine gute Anbindung der Sprendlinger Innenstadt. Die FDP plädiert für die Befestigung der Sommerroute als zusätzliche Radwegverbindung. Befürwortet werden ein durchgängiger Fahrradweg entlang des Hengstbachs sowie die Schaffung und Erhaltung kostenloser Parkmöglichkeiten auf Park-and-Ride-Plätzen im Stadtgebiet.

FWG

Der Verkehrskollaps in der Sprendlinger Innenstadt müsse verhindert werden. Neben den Autokolonnen am Nord- wie Südausgang verursache die Buchschlager Bahnschranke Rückstaus. Dieses Thema werde durch eine mögliche RTW-Verlängerung nach Langen noch an Brisanz gewinnen. Die FWG fordert ein intelligentes Verkehrsleitsystems mit optimierter Ampelschaltung. Zudem müsse die Stadt auf eine Lösung zur Schranke drängen. Autofahrer kommen für die FWG viel zu kurz. Die Verkehrswende sei noch in weiter Ferne, die gewünschte reine Nutzung von Rad und Bahn nicht für alle möglich. Deshalb müssten ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen sowie Anwohner- und Quartierparkplätze geschaffen werden. Der Radschnellweg müsse neu überdacht und die Vorschläge der BI diskutiert werden. Außerdem fordert die FWG eine bessere Busanbindung in Dreieichenhain und mehr Lärmschutz.

BfD

Für die Bürger für Dreieich (BfD) sind die Verlängerung der Straßenbahnlinie 17, der Ausbau der RTW, der Radwege, des Busnetzes sowie die Pflege des Bestandsstraßennetzes Bausteine für die Zukunft der Mobilität. Ein vernünftiger Mix sorge für ein gleichberechtiges Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer. Dazu gehören natürlich auch die Fußgänger.  (hok)

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