Mit Bazillus und Begeisterung

Weibelfeldschule gewinnt Auszeichnung für Leseförderung

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Fabienne Kullmann (Lehrerin und zuständig für die Schulzeitung, rechts) und Bibliothekarin Linda Hein nahmen den Preis stellvertretend für die Weibelfeldschule entgegen.

Dreieich - Vom Maskottchen Lesebazillus bis zu JuLiD – die Weibelfeldschule lässt sich in ihrer Bücherei einiges einfallen, um den Nachwuchs für das Lesen zu begeistern. Von Julia Radgen 

Vormittags ist die Bücherei eine reine Schulbibliothek, nachmittags können in der Zweigstelle der Stadtbücherei alle Jugendlichen schmökern. Für ihre „herausragende Leseförderung“ wurde die Bücherei nun mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet. In dieser Kategorie belegte die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe den ersten Platz. Die Weibelfeldschule, die sich mit ihrem Gesamtkonzept zur Leseförderung beworben hatte, wurden unter 281 Bewerbungen aus ganz Deutschland ausgewählt. 36 Projekte waren in vier Kategorien für den Deutschen Lesepreis nominiert. Zehn wurden von der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung in Berlin ausgezeichnet.

„Besonders die Verknüpfung der Leseförderung mit dem Schulalltag, das systematisch aufeinander aufbauende Konzept der verschiedenen Projekte und der charmante Lesebazillus haben die Jury überzeugt“, betonte Arnulf Betzold bei der Preisverleihung in Berlin. Seine Firma Betzold GmbH stiftete das Preisgeld von 2.000 Euro. Die umfangreich ausgestattete Bibliothek der Schule halte für alle Schüler passende Leseförderangebote bereit. Zudem lobte die Jury den Mut der Weibfelfeldschule, eine Fachkraft für die Leseförderung langfristig an die Schule gebunden zu haben. „Die Schule ist beispielhaft für konzeptionelle Lesefördermaßnahmen, die die Freude am Lesen in den Fokus stellt“, begründen die Juroren.

Mit verschiedenen Projekten versucht die Weibelfeldschule Jugendliche aller Altersstufen für Literatur zu begeistern. Die Fünftklässler soll der Weibelfelder Lesebazillus, das Maskottchen der Bücherei, mit Lesespaß „anstecken“: Alljährlich markieren die Schüler ein Buch, das ihnen gut gefällt, mit dem Bazillus. Bei der Aktion Probeleser schmökern sich die Schulkinder durch Bücher und Magazine der Weibelfeld-Bibliothek. Für jedes gelesene Werk bekommen sie einen Stempel, danach berichten sie, worum es in den Texten geht. Die Erfahrung der Weibelfeldschule: Auch leseschwache Jugendliche machen mit und lernen, die wichtigsten Punkte einer Geschichte wiederzugeben. Zudem werden die Stempelhefte stolz aufbewahrt – und für jedes volle gibt es einen kleinen Preis.

An ältere Jugendliche ab 14 Jahren richtet sich die Jugendliteraturjury JuLiD, deren Mitglieder neue Bücher für die Schulbücherei auswählen, lesen und bewerten (die Tipps der Schüler sind stets in einer kleinen Serie in unserer Zeitung nachzulesen). Der JuLID-Ableger Literanauten begeistert Jugendliche durch Aktionen, bei denen Bewegung, Spiel und Spaß im Vordergrund stehen, für Literatur. Jüngst verbrachten die Literanauten ein Wochenende im Zeichen von Harry Potter. Zudem gibt es seit der Gründung der Schule die Schulzeitung.

Ausbildungsmesse 2017 an der Weibelfeldschule: Bilder

Mit diesen Projekten für ältere Schüler setze sich die Weibelfeldschule seit Jahren gegen den in der Leseforschung bekannten „Leseknick“ im Jugendalter ein, lobte Betzold bei der Preisverleihung. Schirmherrin Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, betonte in ihrer Gratulation an alle Preisträger: „Gute Konzepte der Leseförderung sind der Schlüssel zu Bildung und demokratischer Teilhabe. Lesen befähigt, Selbsterlebtes zu reflektieren, Horizonte zu erweitern und fremde Gedankenwelten zu verstehen. In unserer Gegenwart des schnellen Informationsflusses ist Lesekompetenz mehr denn je gefordert.“ Für die Weibelfeldschule und ihre Bücherei ist es nicht die erste Auszeichnung: Bereits 2012 erhielt sie den Hessischen Leseförderpreis für JuLID, 2015 wurde sie mit selbigem für ihr Gesamtkonzept ausgezeichnet.

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