Wodkaflaschen und Reifen

Reichlich Ausbeute bei Aktion „Frühjahrsputz“

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Aus Liebe zur Natur Freizeit geopfert: Auch Dreieichs Nachwuchs packte am Samstagvormittag kräftig mit an. 

Dreieich - Feuerzeuge und Papierschnipsel, leere Wodkaflaschen, aber auch größere Entsorgungen – so lautet die reichliche Ausbeute beim vom Dienstleistungsbetrieb (DLB) organisierten Frühjahrsputz. 210 Freiwillige packen mit an, das sind weit weniger als früher. Von Enrico Sauda 

Eine Stadt räumt auf. Am Samstagmorgen machen sich fleißige Dreieicher auf die Socken, um den Unrat, der im Wald, auf der Straße oder an anderen Orten der Stadt achtlos liegengelassen oder hingeworfen wurde, zu entfernen. Im Bürgerpark etwa ist die Initiative „Freunde des Bürgerparks Dreieich“ mit gut zehn Helfern unterwegs. „Es ist sauberer als vergangenes Jahr“, findet Moritz Hebert, der für die Initiative den Internetauftritt gestaltet. „Aber es ist natürlich noch lange nicht sauber“, ergänzt er. „Gerade in der Kifferecke sieht es schlimm aus.“ Dort finden die Helfer Unmengen an Wodkaflaschen und sogenannte „Kurze“ sowie Feuerzeuge. „Da stehen zwar Mülleimer, aber die Leute werfen den Abfall trotzdem daneben“, ärgert sich Hebert.

Insgesamt können die Organisatoren diesmal 210 Teilnehmer begrüßen, die zusammenkommen, um drei Stunden für ein schöneres Stadtbild zu investieren. „Das sind wesentlich weniger als im vergangenen Jahr“, klagt Marc Kozac, Teamleiter bei der Straßenreinigung. „2016 haben noch 450 Teilnehmer mitgemacht.“ Woran der Rückgang liegt, könne er nicht sagen, so Kozac. Übrigens ist am Samstag auch ein Dutzend Mitarbeiter des DLB im Einsatz.

Insgesamt 210 Freiwillige haben diesmal beim Dreieicher Frühjahrsputz mit angepackt.

Die Mädchen und Jungen der fünften, sechsten, siebten und achten Klassen der Weibelfeldschule sammeln ebenfalls Müll ein. Da kommen nicht nur Reifen, Kartons und Zigarettenschachteln zusammen, sondern sie finden auch eine alte, verrostete Straßenlaterne. „Wir als Schule machen ziemlich regelmäßig mit“, sagt Beatrix Kaiser, die Leiterin der Stufen sieben und acht an der Gesamtschule. „Es macht einfach Sinn. Außerdem gilt es doch, den Schülern klar zu machen, dass das ihre Schulwege sind, die sie dreckig machen, wenn sie unbedacht den Abfall hinwerfen“, so Kaiser. Insgesamt verbringen 80 Mädchen und Jungen sowie Lehrer, Väter und Mütter den Vormittag mit Müllsammeln. „Das ist eine gute Teilnehmerzahl. Es sind sogar mehr als sonst üblich“, weiß Kaiser.

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

Auch im Norden Sprendlingens sind Mädchen und Jungen auf der Straße, um nach dem Rechten zu sehen. „In diesem Jahr beteiligen sich 25 Kinder“, sagt Christine Wenzke. „Sie sind im Alter von fünf bis 17 Jahren“, weiß die Kassiererin des Forums Sprendlingen Nord. „Es macht doch Spaß, hierbei mitzuhelfen“, findet der 16-jährige Jesan von der Georg-Büchner-Schule. „Ich bin schon zum zweiten Mal dabei und meine, dass wir helfen müssen, unsere Stadt sauber zu halten, weil es an manchen Orten hier wirklich viel zu dreckig ist“, so der Heranwachsende. „25 – das ist eine gute Teilnehmerzahl“, sagt Uwe Flesch, Vorsitzender des Vereins. „Wir haben sogar vor, dass wir bis zu den Sommerferien einmal im Monat mit der Jungengruppe immer samstags sauber machen“, erzählt Flesch von den Vorhaben des Vereins. „So sehen sie, was sie alles ohne nachzudenken fallen lassen. Und vielleicht wecken wir so ihr Interesse, öfter die Mülleimer zu benutzen und sensibilisieren sie ein Stück weit mehr für die Umwelt.“

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