„Wir wollen neue Wege beschreiten“

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Neujahrsempfang der CDU: Um das Faschingsprinzenpaar postieren sich (von links) Fraktionsvorsitzender Claus Thonabauer, Stadtverordnetenvorsteher Georg Kracht, Ehrenvorsitzender Rüdiger Hermanns sowie Partei-Chef Hartmut Honka.

Dreieich ‐ Für den Landtagsabgeordneten Hartmut Honka war es eine Premiere: Erstmals eröffnete er als neuer Vorsitzender des CDU-Stadtverbands den Neujahrsempfang seiner Partei. Von Klaus Hellweg

Eingeladen in den Dreieichenhainer Burghofsaal waren Freitagabend - wie in den Vorjahren - Vertreter der Dreieicher Vereine, mit denen man ins Gespräch kommen wollte. Ausdrücklich, so der erst Ende November gewählte Dreieicher CDU-Chef, wolle man sich deshalb nicht in großen Ansprachen und Erklärungen ergehen.

Doch ganz ohne Ansprachen ging es dann doch nicht. Honka ließ die Wahlen des vergangenen Jahres Revue passieren, „die aus Sicht der Union in weiten Teilen erfolgreich waren“, sprach aber auch die Kontroversen um die damals Erste Stadträtin Andrea Mühl an, die Mitte des Jahres abgewählt worden war und für die ein Nachfolger zu wählen war - Martin Burlon, der am heutigen Montag seinen ersten Arbeitstag als neuer Erster Stadtrat hat.

Honka äußerte sich zufrieden über Burlons Wahl - sowohl über das Ergebnis wie auch über das Procedere. Alles sei „in Ruhe und Gelassenheit“ über die Bühne gegangen, und fast hätte man ja auch „den ganz großen Kompromiss“ erzielt.

An Claus Thonabauer, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, war es, eine Relation herzustellen zwischen den aktuellen Problemen der Kommunalpolitik und dem, was auf Haiti an Schrecklichem passiert ist: „Wie klein und unbedeutend muss einem da die Politik vorkommen?!“

Freiwillige Leistungen anderen übertragen

Gerade Katastrophen, wenn auch nicht in diesem Ausmaß, ließen erkennen, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit sei - in Rettungsdiensten, bei Feuerwehr, beim Technischen Hilfswerk. Es beruhige ihn, so Thonabauer, dass viele Menschen in solcher Vereinen tätig seien: „Freiwilliges Ehrenamt und kommunale Demokratie haben nämlich viel miteinander zu tun.“

Nicht unerwähnt blieb in der Rede des Fraktionsvorsitzenden die prekäre aktuelle Finanzlage der Stadt. Seine Partei, so Thonabauer, habe sich vorgenommen, neue Wege zu gehen und deshalb auch den Haushalt für das laufende Jahr im Dezember abgelehnt. Noch einmal kritisierte er den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, für externe Beratung in Sachen Finanzen bis zu 500 000 Euro auszugeben. Berater könnten auch nur eine Streichliste vorschlagen, dabei seien die Kostenverursacher aber doch längst bekannt.

Einer der deklamierten „neuen Wege“ könne darin bestehen, das Parkschwimmbad nicht von der Stadt-Holding betreiben zu lassen, sondern als vereinseigenes Bad - wie im Falle des Höchster Schwimmvereins, der über ein hochmodernes Bad in eigener Trägerschaft verfügt.

Des Weiteren plädierte er erneut dafür, die von der Stadt bezahlten freiwilligen sozialen Leistungen anderen Organisationen zu übertragen oder zumindest zusammen mit ihnen anzubieten. Als Beispiele genannt wurden die Seniorenberatung, aber auch die Jugendbetreuung, „die sehr auf Randgruppen ausgerichtet ist“.

Thonabauer verhehlte nicht, dass seine Fraktion auf den Ersten Stadtrat hoffe, denn der könne über den eigenen Tellerrand hinweg schauen und auch deshalb auf die Unterstützung der CDU bauen.

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