Wo Vergangenheit lebendig wird

Geschichtsvereine eröffnen ersten Abschnitt des DreyEicher Grenzwegs

Bei der Eröffnung blieben die Vertreter der Geschichtsvereine unter sich (von links): Wilhelm Ott (Sprendlingen), Regina Werner (Langen), Christian Kunz (Neu-Isenburg), Reinhold Werner (Langen), Brigitte Luft (Dreieichenhain), Kim Bagus (Buchschlag) und Peter Sturm (Forstamt Langen).
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Bei der Eröffnung blieben die Vertreter der Geschichtsvereine unter sich (von links): Wilhelm Ott (Sprendlingen), Regina Werner (Langen), Christian Kunz (Neu-Isenburg), Reinhold Werner (Langen), Brigitte Luft (Dreieichenhain), Kim Bagus (Buchschlag) und Peter Sturm (Forstamt Langen).

Mit einem Spaziergang im kleinen Kreis haben Vertreter der beteiligten Geschichts- und Heimatvereine in der Breiten Haagwegschneide in Dreieichenhain den ersten Abschnitt des DreyEicher Grenzwegs eröffnet. Der nördliche Abschnitt zwischen Buchschlager Friedhof und dem Waldparkplatz an der Gehspitz soll im Herbst folgen.

Dreieich – Die Vermittlung von lokalhistorischem Wissen gelingt nach den Worten von Projektleiter Wilhelm Ott von den Freunden Sprendlingens am besten an konkreten Objekten, in Museen, aber auch in der freien Natur an Kleindenkmälern wie beispielsweise Grenzsteinen. Die Arbeitsgruppe der Dreieicher Geschichtsvereine und Heimatkundigen hatte deshalb angeregt, entlang der historischen Grenze von Ysenburg und Hessen-Darmstadt drei Rundwanderwege auszuweisen. Aber: Jede Grenze besitzt zwei Seiten. Deshalb schlug die AG den Geschichtsvereinen der „anderen Seite“ – aus Langen und Neu-Isenburg – vor, sich an dem Projekt zu beteiligen. Der Vorschlag fiel auf fruchtbaren Boden.

Die Fürstlich Ysenburgische und Landgräflich Hessen-Darmstädtische Grenze zieht sich vom Frankfurter Stadtwald bis zum Dreieichenhainer Haag durch die Landschaft Dreieich. Sie wurde 1783 mit 115 Grenzsteinen versehen, von denen die Mehrzahl noch vorhanden ist. Die Idee war, mithilfe von Infotafeln und Schildern mit QR-Codes an diesen Steinen interessierten Bürgern die Lokalgeschichte nahezubringen und damit auch die Wertschätzung von Bodendenkmälern, insbesondere von historischen Grenzsteinen zu erhöhen.

Das Projektteam skizzierte Zeit- und Kostenpläne, sprach Sponsoren an, um die Finanzierung sicherzustellen, holte behördliche Genehmigungen ein, schrieb Texte und machte Audioaufnahmen. Viele Helfer aus den Vereinen waren dabei, die Stelen und Infotafeln aufzustellen.

Es empfiehlt sich, den Spaziergang an der Station 1 im Haag am Ende der Breiten Haagwegschneise zu beginnen. Auf der ersten Infotafel werden der Rundweg beschrieben und dem Leser die lokalhistorischen Eckdaten wie die Ersterwähnung von Langen im Jahr 834 nahe gebracht. Die zweite Tafel steht an einem Gemarkungsstein und hat die Historie des Hainer Waldes zum Thema. Diese wird anhand einer detailreichen Karte aus dem Jahr 1777 erläutert. An Station 3 an einem neu gesetzten Stein mit dem Ysenburger und Hanauer Wappen erfährt man Interessantes über die Hanauer Koberstadt. Die Geschichte des zerbrochenen und wieder restaurierten Dreimärkers wird auf der Infotafel an Station 4 erzählt. Und in diesem Stil geht es weiter der Grenzlinie entlang über den Paddelteich bis zur „Endstation“ 19 – den beiden Sühnekreuzen am Langener Weg nahe des Ausgangspunktes.

Öffnet man den QR-Code mit einem Smartphone, gelangt man mit einem Klick auf eine Website mit den historischen Informationen. Mit einem weiteren Klick kann man sich diese auch beim Spaziergang vorlesen lassen. Die Beiträge wurden von Kim Bagus, Reinhold Werner, Heribert Gött und Walter Metzger gelesen. Für die Ansage der Texte konnte Heiko Grauel gewonnen werden. Der Dreieicher ist die Stimme der Deutschen Bahn.  (fm)

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