Kraft der Sonne und des Wassers

Wohnbauprojekt Hainer Chaussee in Dreieich: Günstiger grüner Strom aus Fotovoltaikanlage

Alles läuft nach Plan, was bei einer so großen Baustelle und unter den besonderen Umständen nicht selbstverständlich ist.
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Alles läuft nach Plan, was bei einer so großen Baustelle und unter den besonderen Umständen nicht selbstverständlich ist.

An den Außenanlagen machen sich noch Arbeiter zu schaffen, aber drinnen ist schon alles tipptopp. Ab 1. Dezember ziehen die ersten Familien in die beiden in Modulbauweise errichteten Häuser auf dem früheren Opel-Gelände an der Hainer Chaussee ein. Die restlichen sechs Wohngebäude des von der DreieichBau AöR verantworteten Projekts sollen im September 2021 bezugsfertig sein.

Dreieich – 19 Mietverträge sind nach Angaben von Dirk Böttcher, Technischer Vorstand der DreieichBau, zum 1. Dezember abgeschlossen worden. Der Einzug erfolgt nach und nach, insgesamt entstehen im ersten Abschnitt 37 von insgesamt 100 Wohnungen. 80 Prozent davon sind öffentlich gefördert für Mieter mit geringerem Einkommen.

Die 37 Parteien, die in den nächsten Wochen und Monaten einziehen, können vom sogenannten Mieterstrom-Contracting profitieren und lokal erzeugte Energie nutzen. In Kooperation mit der Berliner Solarimo GmbH wurde auf den Dächern der beiden Modulbauhäuser eine Fotovoltaikanlage installiert. Insgesamt 255 Solarmodule liefern grünen Strom. Das Unternehmen aus der Hauptstadt kümmert sich um den Betrieb der Anlage und übernimmt den Verkauf des Stroms an die künftigen Mieter, sofern sie dies wünschen.

Mit diesem Projekt leiste die DreieichBau einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und unterstütze die Stadt bei den Bemühungen, ihre CO2-Bilanz zu verbessern, so Dirk Böttcher. Die Fotovoltaikanlage schone die Umwelt und den Geldbeutel der Mieter. „Sie können langfristig von günstigen Strompreisen profitieren.“ Der Mieterstrom von Solarimo sei 13 Prozent günstiger als der Grundversorgungstarif der Stadtwerke. Der Preis sei durch das Mieterstromgesetz von 2017 garantiert, das einen Kostenvorteil für die Mieter von mindestens zehn Prozent gegenüber dem Grundversorgertarif vorsieht.

Der Strom von den Dächern ist zu 100 Prozent Ökostrom – wenn die Sonne nicht scheint, wird automatisch Strom aus Wasserkraft geliefert. Die Mieter können sich dafür entscheiden, sie müssen nicht. Grundsätzlich kann jeder seinen Favoriten unter den Anbietern auf dem Markt wählen.

Auf den sechs anderen Häusern wird es keine Fotovoltaikanlagen geben. Aber auch deren Dächer tragen einem ökologischen Aspekt Rechnung. Sie werden nach den Worten von Dirk Böttcher komplett begrünt – das ist eine Vorgabe aus dem Bebauungsplan.

Die Solarimo GmbH ist eine der führenden Anbieterinnen von Mieterstromprojekten in Deutschland. „Mit einem Projekt wie dem in Dreieich ermöglichen wir gemeinsam mit der DreieichBau eine lokale und ökologische Stromversorgung“, führt Geschäftsführer Malte Künzer aus. „Jede Kilowattstunde, die durch Fotovoltaik-Mieterstromanlagen erzeugt wird, reduziert den Bezug von Strom aus konventionellen Kraftwerken. In Dreieich werden dadurch im Jahr 50 Tonnen CO2-Emissionen eingespart.“

Die DreieichBau möchte nach den Worten von Dirk Böttcher ihren Beitrag zur lokalen Energiewende leisten. Der Technische Vorstand ist ein bisschen stolz darauf, dass gleich beim ersten großen Wohnungsbauprojekt der jungen städtischen Baugesellschaft ein innovatives Modell in Sachen Energieversorgung verwirklicht wird. Zur Erinnerung: Die AöR investiert an der Hainer Chaussee rund 21 Millionen Euro.

Während beim ersten Bauabschnitt an den Außenanlagen gewerkelt wird und die Mieter sich auf ihr neues Zuhause freuen, laufen parallel die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt. Böttcher: „Alles läuft nach Plan, was bei einer so großen Baustelle und unter den besonderen Umständen nicht selbstverständlich ist.“ (Von Frank Mahn)

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