Zähes Ringen um Handwerker

Stadtteilzentrum wird frühestens im November fertig

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Auf der Baustelle an der Hegelstraße regierte in den vergangenen Monaten der Stillstand. Im April, hofft Erster Stadtrat Martin Burlon, werden endlich die Fenster eingebaut. Fertig wird das Zentrum voraussichtlich nicht vor November.

Dreieich - Die Stadt biegt mit dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt auf die Zielgeraden ein – Ende 2016 läuft es nach zehn Jahren aus. Von Frank Mahn 

„Kurz vor Toresschluss“ will der Magistrat den Fördertopf noch einmal ordentlich anzapfen und hat Mittel im sechsstelligen Bereich beantragt. Allerspätestens Ende des Jahres soll auch das neue Stadtteilzentrum bezogen sein, dessen Bau den Verantwortlichen im Rathaus manches graue Haar beschert. Nach der ursprünglichen Planung sollte das Leuchtturmprojekt im Sprendlinger Norden bereits im Mai eingeweiht und zum Identifikationsort für das Viertel werden. Von diesem Termin ist man inzwischen meilenweit entfernt. Als weitere „Wasserstandsmeldungen“ folgten Ende August, dann Oktober, mittlerweile läuft es auf November hinaus. Über die Wintermonate herrschte Stillstand auf der Baustelle. „Das ist sehr ärgerlich“, sagt Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos). „Aber unser Ziel ist es, im Kostenrahmen zu bleiben.“ Der liegt bei 1,35 Millionen Euro, von denen knapp 580.000 Euro aus Städtebaufördermitteln fließen.

Ursache für die Verzögerung: Der Magistrat musste mehrere Ausschreibungen aufheben, weil ihm die Angebote zu teuer waren – oder gar keine eingingen. Nach langem Suchen ist jetzt endlich ein Betrieb gefunden worden, der die Fenster liefert und einbaut – um nur ein Beispiel für das zähe Ringen um Handwerker zu nennen. Nach Ostern wird es auf der Baustelle in der Hegelstraße weitergehen, hofft Burlon. Fürs Finale des Programms Soziale Stadt im Sprendlinger Norden hat der Magistrat derweil bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen derweil den letzten Förderantrag gestellt. 2016 sollen im Gebiet Hirschsprung-Breitensee Projekte in einer Gesamthöhe von 428.500 Euro angeschoben beziehungsweise umgesetzt werden. Der Anteil der Stadt beläuft sich auf 194.000 Euro.

Für sogenannte Prozess begleitende Maßnahmen im laufenden Jahr wie Quartiersmanagement, Stadtteilfonds und Öffentlichkeitsarbeit hat die Stadt rund 78.500 Euro beantragt. Das Quartiersmanagement mit Stadtteilmanagerin Margot Acht läuft nach den Worten von Martin Burlon Ende Oktober aus. Der Magistrat hat auch zwei Projekte im Bereich Bauen und Gestalten auf der Agenda. So hofft die Stadtregierung auf Geld, um den Eingangsbereich des Kurt-Schumacher-Rings und die Ladenzeile rund ums jetzige Stadtteilbüro aufpeppen zu können. Über eine Ideenwerkstatt sollen die Bewohner einbezogen werden. Eine Auffrischung sollen die Verkehrsinseln an der Schnittstelle von Sudeten- und Kurt-Schumacher-Ring erfahren. Dort sorgen – wie mehrfach berichtet – Falschparker für Verdruss, die auch keine Hemmungen haben, ihr Auto auf den Grünflächen abzustellen. Das will der Magistrat in Zukunft unterbinden. Zudem ist die Verkehrssituation in dem Bereich unübersichtlich, die Orientierung fällt schwer. Neben der Gestaltung von zwei Platzbereichen mit Magnolienhainen und Wegweisern sollen im Bereich der südlichen Verkehrsinsel der ruhende Verkehr neu geordnet und zusätzliche Stellplätze geschaffen werden.

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Darüber hinaus möchte die Stadtregierung mit Hilfe von Fördermitteln eine Studie in Auftrag geben. Dabei geht es um die Weiterentwicklung des Angebots im Bereich der Reihenhaus- und Bungalowbebauung in den drei Ringen. Hier sei in weiten Teilen schon ein Generationenwechsel vollzogen, so Burlon. Das Konzept solle die Bedürfnisse aller Altersgruppen berücksichtigen – als zu untersuchende Handlungsfelder nennt der Erste Stadtrat unter anderem Wohnraumerweiterung im Bestand, seniorengerechten Umbau und energetische Sanierung.

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