Buchschlager Bahnhof

Vandalismus an Bahnhof in Dreieich: Keine Kameras, aber mehr Streifen

Tatort Buchschlager Bahnhof. Die Scheibe dieses Wartehäuschens zerstörten Unbekannte vor einigen Wochen.
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Tatort Buchschlager Bahnhof. Die Scheibe dieses Wartehäuschens zerstörten Unbekannte vor einigen Wochen.

Obwohl die Polizei den Bahnhof Dreieich-Buchschlag nicht als Kriminalitätsschwerpunkt sieht, kommt es immer wieder zu Vandalismus. Erfolge der Politik bei der Lösung des Problems blieben bislang überschaubar.

Deieich – In der ersten Sitzung des neuformierten Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie hat das Thema Vandalismus am Bahnhof Buchschlag eine weitere Runde gedreht, erneut auf Initiative der Fraktion Bürger für Dreieich. Sie hat im Ausschuss Rede-, aber kein Stimmrecht. Im Sommer 2020 hatten die BfD schon einmal einen Vorstoß unternommen. Ziel: ein Sicherheitskonzept, das auch die Möglichkeit ausloten sollte, Kameras zu installieren. Daraus wurde nichts, weil der Bahnhof dafür ein Kriminalitätsschwerpunkt sein müsste, die Polizei ihn aber nicht als solchen einstuft.

Beim neuerlichen Anlauf verzichten die BfD auf den Passus mit der Videoüberwachung und ergänzen den Antrag auf Anregung der CDU um den Satz: „Das Konzept soll die Einbeziehung des Landesprogramms KOMPASS beinhalten“. Das Konzept wiederum soll die Stadt unter Einbezug der Deutschen Bahn AG und der Ordnungspolizei bis Ende 2021 erarbeiten, „um die Sicherheit am Bahnhof Buchschlag insbesondere im Bereich der Fahrradabstellplätze und der Buswartehäuschen zu erhöhen“.

Größter Bahnhof in Dreiech: Fälle von Vandalismus häufen sich

Der Buchschlager Bahnhof sei der größte in Dreieich und habe das meiste Passagieraufkommen. „Das Thema Vandalismus ist dort sehr virulent“, unterstreicht die BfD-Fraktionsvorsitzende Natascha Bingenheimer. Und in der Tat haben sich dort in den vergangenen Monaten zerstörerische Aktionen gehäuft. Wobei auch etwa der Bahnhof in Sprendlingen immer wieder für Ärger sorgt.

Dass in Sachen Sicherheit etwas passieren muss, darin sind sich alle einig. Die Fokussierung allein auf den Buchschlager Bahnhof ist den anderen Fraktionen aber zu kurz gesprungen. Der Antrag sei zwar nachvollziehbar, sagt Karin Holste-Flinspach (CDU). Sie erinnert daran, dass ihre Fraktion 2018 den Beitritt der Stadt zu KOMPASS gefordert hatte, damals aber mit dem Antrag gescheitert war. Dabei biete sich damit die Chance, dem Vandalismus in allen Stadtteilen Einhalt zu gebieten.

In Dreieich muss was passieren: Vandalismus und Kriminalität nicht nur am Bahnhof

Die FDP hingegen würde „die Konzentration auf das Thema Video begrüßen“ und wünsche sich eine Kostenschätzung, so Dr. Christoph Keller. Woraufhin Erster Stadtrat Markus Heller darauf hinweist, dass dafür die Grundvoraussetzung – Kriminalitätsschwerpunkt – fehlt. Heller berichtet, man habe am Buchschlager Bahnhof den Druck auf die verschiedenen Tätergruppen erhöht. Heißt: Seit November haben Streifen des städtischen Fachbereichs Bürger und Ordnung und der Polizei dort 70 Mal patrouilliert.

Holger Gros (FWG) plädiert dafür, dass die Stadt sich für KOMPASS bewerben soll. „Wir begrüßen ein Gesamtkonzept. Es muss in der ganzen Stadt was passieren“, sagt SPD-Fraktionschef Holger Dechert. Auch Patrick Xylander von den Grünen ist der Meinung, man müsse ganz Dreieich betrachten. Unter anderem auch die Schulen. Gemeint ist wohl, dass Jugendliche sich dort zurzeit gerne in den Abendstunden treffen. Damit ist dann erst mal alles gesagt. Der Antrag der BfD wird abgelehnt, nur die FDP stimmt zu. Einen Handlungsauftrag an den Magistrat gibt es folglich nicht. Kann aber noch kommen. CDU-Fraktionschef Hartmut Honka bestätigt gestern auf Anfrage, seine Fraktion werden „in absehbarer Zeit“ einen Antrag zum Thema KOMPASS einbringen. (Frank Mahn)

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