Zauberhaft wie die Kulisse

Theatergruppe des GHV spielt Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ auf der Burgbühne

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Jede freie Minute auf der Festspielbühne nutzen die Schauspieler der GHV-Theatergruppe derzeit, um für ihre Inszenierung von „Ein Sommernachtstraum“ zu proben. Vom 23. bis zum 25. August stehen sie als Elfen, Handwerker, Liebende und Herrscher jeden Abend auf der Bühne.

Die Elfen springen mit ihren grünen Tüllröcken aufgeregt im Kreis, sodass die zauberhaften Flügel vibrieren. Einige Darsteller des Burgtheaters haben auf den Stuhlreihen Platz genommen und werfen noch einen Blick ins Textbuch.

Dreieich – Auf der Festspielbühne in Dreieichenhain herrscht Umtriebigkeit: Passt die edle Weste zur Rolle des jungen Liebenden Lysander (Thomas Lösch), braucht die Amazonenkönigin Hippolyta (Petra Hunkel) noch ein wenig mehr Glitzer in ihrem Kostüm? Regisseurin Tanja Garlt steigt mit der Theatergruppe des Geschichts- und Heimatvereins Dreieichenhain in diesen Tagen in die letzte Probenphase ein. Jede Minute, die die Gruppe auf der von den Festspielen stark frequentierten Bühne proben kann, wird genutzt, um letzte Detailfragen zu klären.

Zum vierten Mal inszeniert die mit dem Kulturpreis des Kreises Offenbach ausgezeichnete Regisseurin mit den Dreieichenhainer Schauspielern ein Theaterstück vor den vereinseigenen Mauern der mittelalterlichen Burg. Dieses Jahr steht ein Klassiker an: „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare. „Wo sollen wir den Sommernachtstraum spielen, wenn nicht hier vor dieser historischen Kulisse?“, fragt Tanja Garlt schmunzelnd. Es ist ihr ein Herzensanliegen, Shakespeare auf die Bühne zu bringen: „Das Stück ist leicht und fröhlich, es passt einfach hierher. Auch wenn es sprachlich für Schauspieler und Zuschauer eine Herausforderung ist“, hofft sie, dass sich viele Leute für die drei Aufführungen begeistern. Garlt hat für die virtuos verwobene Geschichte rund um die Mitternachts-Verzauberung zweier Athener Liebespaare die Übersetzung von Erich Fried ausgewählt: „Sie ist geschmeidig und schön zu spielen“, erläutert sie. Bei der Art der Inszenierung bleibt sie ihrem Stil treu und setzt auf ein reduziertes Bühnenbild. Das Spiel der Darsteller soll das Publikum über den Ausdruck und die Sprache erreichen, die Kulisse der Burg spreche ohnehin für sich. Wobei die Kostüme doch etwas „poppiger“ und bunter als in den vergangenen Jahren seien.

Dieter Krebs, Vorsitzender des Burgtheaters und in der Rolle des Theseus, Herzog von Athen, zu sehen, freut sich auf die Premiere: „Wir haben den Sommernachtstraum 1993 schon einmal gespielt. Von der damaligen Truppe sind nur noch Petra Hunkel und ich übrig“, berichtet Krebs lachend.

Überhaupt habe sich die Besetzung nach dem gesundheitsbedingten Ausstieg von Regisseur Dieter Stegmann erheblich gewandelt. Einige Schauspieler haben aufgehört, etliche junge Darsteller sind dazugekommen. In diesem Jahr sind die jüngsten Darsteller gerade einmal zehn Jahre alt: Yara Dominguez in der Rolle des Elfs Senfsamen und Amelie Laumann, die Elf Motte spielt, haben Tanja Garlt bei dem Stück „Mönch Martin“ zum Luther- Jubiläum in der Burgkirche kennengelernt und gehören inzwischen zum Ensemble des Burgtheaters. „Ich freue mich schon sehr, es macht einen solchen Spaß, aber ich bin auch schon ziemlich aufgeregt“, sagt Yara voller Erwartung.

Die GHV-Theatergruppe führt den Sommernachtstraum am Freitag, 23., und Samstag, 24., jeweils 20 Uhr, und am Sonntag, 25. August, 19 Uhr, im Burggarten auf.

Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 14 Euro beim Ticketservice im Bürgerhaus, Fichtestraße 50, z 06103 60000, oder an der Abendkasse für 16 Euro. 

VON NICOLE JOST

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