87-Prozent-Eigentümer

Flugplatz Egelsbach: NetJets vor dem Abflug?

Egelsbach - Plant die Firma NetJets, ihre Anteile an der Hessischen Flugplatz GmbH (HFG) abzustoßen? Die Gerüchteküche brodelt. Von Unternehmensseite heißt es: „NetJets prüft die Möglichkeiten eines Verkaufs.“ Von Holger Borchard 

Der Ortsfunk – vermutlich durch Äußerungen von Flugplatz-Mitarbeitern aktiviert – sendet auf Hochtouren: „NetJets will den Flugplatz loswerden!“ Definitiv eine spannende Neuigkeit, eine hochinteressante Wendung der Dinge nach der umstrittenen Übernahme der Majorität der HFG-Anteile durch das amerikanische Geschäftsflug-Unternehmen anno 2009. Da aber jegliche Änderung der Besitzverhältnisse Brisanz für die Gemeinde bergen könnte – man weiß ja nie, wer da als nächster kommt – ist das Thema seit der jüngsten Bauausschusssitzung Politikum.

Was also ist dran am Verkaufsgerücht? „Es ist richtig, dass NetJets die Möglichkeiten eines Verkaufs ihres rund 87-prozentigen Anteils an der Hessischen Flugplatz GmbH prüft“, erklärt Simon Bock-Janning, Technischer Leiter am Flugplatz. Ferner bestätigt er die Information unserer Zeitung, dass eine externe Firma mit der Erstellung einer entsprechenden Ausschreibung beauftragt ist. Dies hatte die HFG-Leitung schon Ende Oktober den Mitarbeitern mitgeteilt und parallel die Vertreter der Anteilseigner in der damaligen Gesellschafterversammlung informiert.

Der Technische Leiter legt Wert auf folgende Feststellung: „Das Ganze befindet sich auf absolut unverbindlicher Ebene. Wir sprechen über einen firmeninternen Vorgang; es ist gutes Recht eines jeden Unternehmens, sich Gedanken zu machen. Aber es ist noch nicht das Geringste passiert. Sofern sich irgendetwas tut, wird das Unternehmen selbstverständlich seiner Informationspflicht gegenüber den Minderheitsgesellschaftern nachkommen.“

Bilder: Notlandung auf einem Acker

Eben dies ist, was die Lokalpolitiker umtreibt. Harald Eßer (Grüne) brachte es im jüngsten Ausschuss auf den Punkt: „Wenn NetJets den Verkauf seiner Anteile anstrebt, müssen wir als Gemeindevertreter uns Gedanken machen, was das bedeuten kann und wie wir darauf reagieren würden. Und auf keinen Fall darf es sein, dass man uns wieder mal vor vollendete Tatsachen stellt.“

Der Bericht von Beigeordneter Irmgard Bettermann, die die Gemeinde in der HFG-Gesellschafterversammlung vertritt, endete am gleichen Punkt wie die Darstellung von Bock-Janning – „mehr ist aktuell nicht zu sagen“. Die Gesellschafterversammlung tagt Ende März das nächste Mal.

Rubriklistenbild: © dpa

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