Lehrer der Wilhelm-Leuschner-Schule streiken

Abschied vom Bildungsland

Egelsbach - Gestern haben Lehrkräfte der Wilhelm-Leuschner-Schule in Wiesbaden gestreikt – in einem offenen Brief an den hessischen Kultusminister legt die Personalversammlung der Egelsbacher Grundschule dar, warum.

Fazit: Das Kultusministerium macht es sich leicht – Mehrarbeit wird „von oben“ angeordnet, nach den Auswirkungen auf Unterrichtsqualität, Schüler und Lehrer fragt niemand. „Als ausgesprochen zynisch empfinden wir es, dass unsere Anstrengungen nun auch noch mit einer Nullrunde und mit einer Kürzung der Beihilfe ,belohnt’ werden sollen“, betont Personalratsvorsitzende Kirsten Schultheis-Schauer. Das Ministerium habe in der Vergangenheit wiederholt betont, welche herausragende Versorgung den Schulen mit einer Zuweisung von rechnerisch 104 Prozent gewährt werde. „Inzwischen ist zu konstatieren, dass viele Schulen durch die Kürzungen unter eine Ausstattung von 100 Prozent fallen werden und gute Lehrerversorgung ihnen weiterhin nur vorgegaukelt wird.“

Die Kürzung der Förderstunden wirke sich direkt auf die Unterrichtsqualität in Grundschulen aus, die Richtung sei unschwer erkennbar: „Wir Grundschullehrkräfte sollen mit immer weniger Ressourcen einer Vielzahl von Förderbedarfen in einem maximal binnendifferenzierten Unterricht bei minimaler Unterstützung gerecht werden. Das geht zu Lasten unserer Gesundheit und letztlich auch zu Lasten der Kinder.“ Insofern bedürfe es weiterer Stellen, verlässlicher Schulzeiten, einer guten Förderung und Inklusion, die diesen Namen verdiene, sowie der Herabsetzung der Pflichtstundenzahl für die Lehrkräfte. Schultheis-Schauer: „Wir sehen derzeit nur eine Politik, die Bildungsarbeit missachtet, unsere Arbeit entwertet und Hessen sicher nicht zum ,Bildungsland’ macht.“ (hob)

Rubriklistenbild: © dpa

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