Zwischenbericht zum Unglück vom Juli

Ventildefekt als Absturzursache

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Bild vom Unglücksort: Im Juli stürzt eine Cessna stürzt in ein Waldstück bei Egelsbach.

Egelsbach - Der Absturz eines Kleinflugzeugs im Wald zwischen Egelsbach und Erzhausen Anfang Juli ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen technischen Schaden zurückzuführen. Von Holger Borchard

Zu dieser vorläufigen Einschätzung kommt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU/Braunschweig) in einem aktuell veröffentlichten Zwischenbericht. Bei dem Unglück am 9. Juli war die erfahrene Pilotin schwer verletzt worden. Ihre Cessna war gegen zehn Uhr vormittags kurz nach dem Start in Egelsbach in den Waldbereich des verlängerten Mörfelder Weges in Erzhausen nahe der Autobahn 5 gestürzt. Die 59-Jährige hatte sich aus eigener Kraft aus dem kopfüber im Wald liegenden Flugzeug befreien können.

Die Rekonstruktion des Flugverlaufs bis zum Absturz basiert zum einen auf Angaben der Pilotin, zum anderen auf Beobachtungen von Augenzeugen. Jene berichten, dass das Flugzeug sehr spät, nämlich erst nach circa 850 Metern abgehoben habe und ungewöhnlich langsam und flach gestiegen sei.

Die Pilotin gab an, dass der Motor beim Startlauf nicht die gewohnte Leistung abgegeben und die Cessna F 150 L (Baujahr 1972) nur sehr langsam beschleunigt habe. Sie gab an, den Gedanken an einen Startabbruch verworfen zu haben, als das Flugzeug abhob. In der Luft habe sie bemerkt, dass die Steigleistung nicht ausreichend gewesen sei, um das Flugzeug im Steigflug in der Luft zu halten. Um nicht auf der A 5 landen zu müssen, habe sie sich entschieden, leicht nach rechts zu steuern, um die Cessna westlich des Flugplatzes im Waldgebiet zu landen. Dabei berührte die Maschine die Bäume, stürzte auf den Boden und überschlug sich.

Bilder: Cessna stürzt in Waldstück bei Erzhausen ab

Der technische Gutachter kommt bisher unter anderem zu dem Ergebnis, dass bei Flugzeugtanks leer waren leer. „Vor dem Flug wurden gemäß Tankbeleg 50 Liter Kraftstoff getankt; die Pilotin gab an, dass sie vollgetankt hatte“, heißt es hierzu. Alle acht Zündkerzen des Flugzeugmotors hätten ein schwarzes Verbrennungsbild aufgewiesen, drei seien verölt gewesen. Und weiter: „Nach dem Unfall wurde eine Druckdifferenzmessung aller vier Zylinder vorgenommen – die Messung ergab für Zylinder Nummer drei keine Kompression; die Überprüfung ergab, dass das Auslassventil in geöffneter Stellung klemmte.“

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