Check-Inn-Jubiläum mit stolzem Alfons Schuhbeck

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Erinnerungsfotos mit Sternekoch Alfons Schuhbeck waren gefragt beim Jubiläumsfest im Check Inn.

Egelsbach - Gestern Abend noch im Fernsehen und heute schon live in Egelsbach: Geduldig signiert Alfons Schuhbeck Autogrammkarten und Kochbücher, plaudert entspannt und posiert für Erinnerungsfotos. Von Markus Schaible

Und auch, wenn er schreibt und nicht kocht, die weiße Kochjacke hat er natürlich an am Samstag im Schuhbeck’s Check Inn am Flugplatz. Ist ja auch sein Markenzeichen. „Der sieht genauso aus wie auf dem Bildschirm“, flüstert eine Frau. Stimmt.

Zehn Jahre Schuhbeck’s Check Inn, das will natürlich gebührend gefeiert werden. Und zwar mit einem Fest, das so ist, wie sich der bayerische Starkoch sein Restaurant in Egelsbach vorstellt: „Geerdet, net so spinnert.“ (Zur Erleichterung für den Autor dieser Zeilen werden die weiteren Zitate überwiegend Hochdeutsch wiedergegeben.) Wobei, Austern gibt es schon (gegen eine Spende).

„Sonst kann man ja gleich zu McDonald’s gehen“

Schuhbeck ist stolz auf das Haus, das merkt man im Gespräch schnell, auch wenn er „eigentlich viel zu wenig“ da ist. Aber in München hat er 260 Angestellte, zwei Restaurants, einen Gewürzladen, einen Schokoladenladen, einen Eissalon, Partyservice und einiges mehr – „16 bis 18 Stunden täglich“, so sein Pensum. Seine Aufgabe in Egelsbach sei es, begleitend zu wirken, die Mitarbeiter zu motivieren. Natürlich mache er gewisse Vorgaben, so gibt es auf der Karte einige Gerichte nach original Schuhbeck-Rezepten. Aber natürlich müsse der Küchenchef auch seine eigene Handschrift einbringen, seine eigene Persönlichkeit entwickeln können, „sonst kann man ja gleich zu McDonald’s gehen“. Seinem neuen ersten Mann in der Küche, dem 26-jährigen Martin Töpfer, traut er in dieser Beziehung viel zu.

Obwohl er also viel zu selten da ist (ab und zu gibt Schuhbeck im Check Inn Kochkurse), fühlt sich der Sternekoch dem Haus eng verbunden. Unvergessen ist ihm noch, wie er selbst vor zehn Jahren Hand anlegte und Stühle und Bänke mit zusammenschraubte. Am Vorabend der Eröffnung wollte er dann mit dem Team noch ein paar Gerichte vorbereiten – „aber plötzlich standen 100 oder 150 Leute vor der Tür“. Es gab dann für alle Schnitzel ...

„Der Gast, der fair kritisiert, ist mir am Liebsten“

Für die Gastronomie am Flugplatz war die Eröffnung seinerzeit ein Quantensprung. Damals wie heute begeistert das Check Inn durch seine Architektur und das Ambiente. „Wo hast du denn sonst so ein Lokal an einem Privatflugplatz?“, fragt der 62-Jährige. Und dennoch: „Es ist ein Haus für jeden, egal ob er mit dem Radel kommt oder mit dem Porsche vorfährt“, sagt Schuhbeck. Und natürlich ein hervorragender Ausflugsort, denn der Flugplatz an sich sei ja schon ein Event.

Und egal ob Fahrrad oder Lamborghini – „es gibt keinen Unterschied zwischen den Gästen“, betont der „Gewürz-Guru“. Wobei: „Der Gast, der fair kritisiert, ist mir am Liebsten.“ Deshalb sage er seinen Leuten auch immer: „Geht raus, geht zum Gast.“ Denn der verzeihe Fehler sofort, wenn der Koch nicht arrogant daherkomme. Immerhin seien auch Köche Menschen, die nicht immer gleichgut seien. Der Vorteil zu anderen Berufen sei aber: „Wenn ich mittags nicht so gut war, kann ich abends wieder auf null stellen und neu anfangen.“ Und dann plaudert Alfons Schuhbeck noch ein bisschen aus dem Nähkästchen: „Köche sind sehr sensibel. Ich schaue jeden Tag in die Spüle, ob noch was auf den Tellern drauf ist. Und wenn ja, frage ich warum.“ Dabei sei es häufig so, dass Frauen einfach aus Prinzip das Hauptgericht nicht ganz aufessen. „Aber beim Nachtisch schlagen sie dann richtig zu.“

Zuschlagen konnten die Gäste auch am Jubiläumssamstag. Neben Vorträgen von Braumeister Thomas Lamerz (einem „Mann der ersten Stunde“, der seit zehn Jahren im Check Inn arbeitet), Live-Musik und Party am Abend gab’s natürlich auch ein Jubiläumsmenü.

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