Reaktionen auf Bericht über Altenwohnheim

„Keiner wird zum Auszug gezwungen“

Egelsbach - Mit großem Erstaunen haben die Verantwortlichen bei Gemeindeverwaltung und Christlicher Flüchtlingshilfe Egelsbach-Erzhausen (CFEE) die Aussagen der Bewohner der kommunalen Altenwohnanlage in der Dresdner Straße zur Kenntnis genommen. Von Markus Schaible

Denn die allermeisten betroffenen Senioren, so betonen Bürgermeister Jürgen Sieling und Stefan Buckendahl (einer der beiden ehrenamtlich tätigen CFEE-Geschäftsführer), hätten sich im direkten Gespräch völlig anders geäußert. Zudem seien einige der Behauptungen schlicht falsch: „Wer nicht ausziehen möchte, darf bleiben. Das ist Teil des Vertrags“, erklären beide.

Es gebe nur eine einzige Bewohnerin, die auf jeden Fall bleiben wolle, erklärt Sieling, alle anderen seien entweder bereits selbst bei der Wohnungssuche oder wollten sich anschauen, was ihnen die Gemeinde als Alternative anbiete. Dass die Kommune die Senioren im Stich lasse, sei definitiv falsch: Gerade gestern sei die erste Bewohnerin ausgezogen – der Umzug sei von Mitarbeitern des Bauhofs organisiert worden. „Wir tun alles, was wir können“, sagt der Bürgermeister.

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Der Beschluss, die Altenwohnanlage an die CFEE zu verpachten und zum Flüchtlingsheim zu machen, sei der Gemeinde nicht leicht gefallen, aber es habe keine Alternative gegeben. Keinesfalls aber sollten Flüchtlinge gegenüber Senioren bevorzugt werden. Denn berücksichtigt werden müsse immer der miserable Zustand des Gebäudes („Die Nebenkosten sind höher als die Miete“). Eine Sanierung sei für die Kommune nicht zu stemmen gewesen; die Umbauten durch die Flüchtlingshilfe seien erheblich kostengünstiger, da das Haus dann nicht mehr seniorengerecht sein müsse. Wenn die Anlage, wie seit 2008 geplant, an eine Wohnungsbaugesellschaft verkauft worden wäre, hätte diese nach einer Sanierung auch die Mieten erhöhen müssen, verdeutlicht Sieling.

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Dies alles sei vom Großteil der neun Bewohner bei den bisherigen Gesprächen („die sehr harmonisch verliefen“) auch anerkannt worden. Deshalb sei es ihm unverständlich, warum nun derart harte Worte fallen, so der Bürgermeister. Er bekräftigt, dass die Verwaltung alles unternehmen werde, um für die Senioren (sie sind zwischen 75 und 90 Jahre alt) Lösungen in ihrem Sinn herbeizuführen, ehe im Spätsommer der Umbau beginne. „Aber noch einmal: Keiner wird zum Auszug gezwungen.“

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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