Egelsbach zur Stellungnahme aufgefordert

"Amtix-Scharade" sorgt für Unmut und Alarmstimmung

Egelsbach – Noch mehr Fluglärm, verursacht durch die Verlagerung der Flugroute „Amtix-kurz“: Dieses Szenario sorgt seit gut zwei Jahren für Unmut und Alarmstimmung in Erzhausen und Egelsbach. Von Holger Borchard 

Für kommenden Mittwoch, 30.Januar, bittet das „Forum Flughafen und Region“ (FFR), das das sogenannte Konsultationsverfahren zur Routenverschiebung ausrichtet – moderiert wird es vom Team ewen, Konflikt- und Prozessmanagement, Darmstadt (!) –, nun zu einer Pressekonferenz, um Bilanz der 2018er-Konsultationen zu ziehen. Und vermutlich, um einer Variante das Wort zu reden („Variante 4“ – Details im Internet), die Egelsbach und Erzhausen erheblich mehr Lärm bescheren würde.

Als ob das nicht schon für den Krisenmodus in Egelsbach ausreicht, hat das Team ewen in Person seines Chefs Dr. Christoph Ewen den betroffenen Kommunen eine Frist bis Montag, 28. Januar, gesetzt, um ihre Positionierung einzureichen, die dem Konvent des FFR vorgestellt und von diesem „gewürdigt“ werden soll. „Das entgegen einem Gentlemen-Agreement vom November, das uns mehr Zeit eingeräumt hatte“, merkt Bürgermeister Tobias Wilbrand an. Mehr wollte er gestern zu dieser Entwicklung noch nicht anmerken, jedoch kündigte er für Anfang nächster Woche eine mit Erzhausen abgestimmte öffentliche Erklärung zum Konsultationsverfahren und zu den Egelsbacher Standpunkten an.

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Was zu sagen ist, deutet FDP-Gemeindevertreter Michael Kuhn schon mal schonungslos an. Er hat Egelsbach bislang mit Andrzej Klose (Grüne) im Konsultationsverfahren vertreten. „Die Amtix-Verlegung sollte gar nicht erst kommen und auf keinen Fall in der Version möglichst weit weg von Darmstadt und möglichst nahe zu uns, wie sie die Stadt Darmstadt gerade erst vorige Woche forciert hat.“ Wenn doch Verlegung, „dann bitteschön in einer Variante, bei der die Streuung des Fluglärms alle gleichmäßig trifft“.

Die „als Kompromiss verkaufte“ Variante 4 werde Erzhausen und Egelsbach erheblich belasten, „vor allem Bayerseich, die Büchenhöfe sowie Thüringer und Brandenburger Straße“, urteilt Kuhn. Geradezu himmelschreiend sei: „Alle maßgeblichen Akteure im Verfahren kommen aus Darmstadt – vom Team ewen über FFR-Vorstandmitglied Dr. Wörner bis hin zur Darmstädter Umweltdezernentin Barbara Akdeniz als neuem Vorstandsmitglied der Fluglärmkommission“, so Kuhn. Sein Fazit: „Eine von langer Hand eingefädelte Scharade.“

Rubriklistenbild: © dpa

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