Auch bei Fleissner geht die Angst um

Egelsbach -  Ein Ende der weltweiten Talfahrt ist noch nicht in Sicht, folgerichtig reißen die schlechten Nachrichten vom Arbeitsmarkt nicht ab. Nicht nur die Beschäftigten der Firma Oxy-Dry sorgen sich um ihre berufliche Zukunft am Standort Egelsbach. Von Frank Mahn

Die Finanzkrise verschont auch die Fleissner GmbH nicht. Bei den Beschäftigten des alteingesessenen Textilmaschinenbauers geht die Angst vor dem Jobverlust um. Gerüchte, nach denen es bereits Entlassungen im größeren Stil gegeben haben soll, werden allerdings sowohl von der Geschäftsleitung als auch vom Betriebsrat dementiert. Um Kündigungen nach Möglichkeit zu vermeiden, ist in dem 1848 gegründeten Traditionsbetrieb, der seit Ende 2006 zur in Mönchengladbach ansässigen Trützschler-Gruppe gehört, seit zwei Wochen Kurzarbeit angesagt.

„Wir können uns nicht abkoppeln von den globalen Märkten, besonders nicht von den Textilmärkten“, sagt Hans-Georg Buckel, der gemeinsam mit Dr. Dieter Zenker die Geschäfte des Unternehmens an der Wolfsgartenstraße führt. Nach Buckels Worten hat sich die Auftragslage massiv verschlechtert. „Wir haben 50 Prozent weniger Aufträge als sonst um diese Zeit üblich.“

Um diese „Dürrezeit“ (Buckel) zu überbrücken, habe man für die Dauer von sechs Monaten Kurzarbeit beantragt. „Wir wollen diesen Zeitrahmen aber nicht voll ausschöpfen.“ Darüber hinaus seien Abteilungen zusammengelegt worden, führt Buckel aus.

Gleichwohl wird die Zahl der Beschäftigten sukzessive reduziert. „Wir haben mit einigen Mitarbeitern Aufhebungsvereinbarungen geschlossen“, sagt der Geschäftsführer. Nach Angaben von Alexander Sabo sind im vergangenen Jahr 20 Stellen abgebaut worden. „Das ist aber alles sozialverträglich geschehen, ohne betriebsbedingte Kündigungen“, betont der Vorsitzende des Betriebsrats. Die Stimmung in der Belegschaft sei verständlicherweise schlecht, weil die Leute Angst um ihren Arbeitsplatz hätten. Zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung seien derzeit Verhandlungen im Gange – dabei gehe es auch um einen Sozialplan.

Knapp 330 Mitarbeiter zählt der Betrieb nach Sabos Worten aktuell, darunter auch etliche Teilzeitkräfte. Es könnten bald weniger als 300 sein. Die Geschäftsführung strebe einen Stellenabbau in der „Größenordnung von zehn Prozent“ an, sagt Hans-Georg Buckel. Ob damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist, steht angesichts der lahmenden Konjunktur in den Sternen. „Weitere Schritte“, so der Geschäftsführer, seien nicht auszuschließen. Kein Wunder, dass nicht nur Alexander Sabo hofft, dass die Wirtschaft möglichst bald wieder anspringt. „Die Situation ist unangenehm. Jeder sieht, dass keine Aufträge reinkommen“, sagt Hans-Georg Buckel.

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