Mehrere neue Angebote für Kinder und Jugendliche sollen in Egelsbach entstehen

Auf der Wiese kicken und legal sprayen

Farbenfrohe Hingucker: Graffitikunst von Kindern auf der Lärmschutzwand am Egelsbacher Bahnhof hat Bernfried Kleinsorge auf 26 Fotobuchseiten festgehalten. Foto: Kleinsorge
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Farbenfrohe, legale Hingucker: Kindern durften in Egelsbach schon die Lärmschutzwand am Bahnhof mit Graffitikunst verschönern. 

Egelsbach – Nur eine Stunde und 15 Minuten dauerte die jüngste Sitzung der Gemeindevertretung, die dank der Vorarbeit in den Ausschüssen weitestgehend ohne größere Diskussionen auskam. Zahlreiche Anträge wurden einstimmig beschlossen. Eine Auswahl:

Wolfsgartenstraße: Wird die Wolfsgartenstraße zur Allee? Der Gemeindevorstand soll prüfen, ob es möglich ist, auf dem Abschnitt zwischen Schlesierstraße und K 168 Bäume zu pflanzen und welche Kosten dafür anfielen. Die Grünen-Fraktion, die den Antrag gestellt hat, hofft auf „Verschönerung“ und „Verbesserung des Mikroklimas“. Die Wolfsgartenstraße sei im genannten Bereich mit sehr breiten Randflächen ausgebaut, „sodass für Baumbepflanzung genügend Platz sein sollte“, so die Grünen.

Mehrwegbecher: Die Wirtschaftsförderung soll zusammen mit den Coffee-to-go-Anbietern in Egelsbach, insbesondere den Bäckereien, ein Pfandsystem für Mehrwegbecher erarbeiten. Die Gemeinde soll aber kein eigenes System aufsetzen, sondern mit einem professionellen Anbieter, zum Beispiel Recup, zusammenarbeiten. Statt einem Einwegbecher könnte der Kunde für einen Euro Pfand einen Mehrwegbecher erhalten – und diesen später bei einem der beteiligten Pfandnetz-Unternehmen zurückgeben. „Wir erhoffen uns damit einen Beitrag der Gemeinde, den Müllverbrauch durch Einwegbecher zu reduzieren“, schreiben die Grünen in ihrem Antrag.

Mini-Fußballtore: Die Spielwiese am Stichweg Lutherstraße/Langener Straße (östlich der Kita Brühl) bekommt zwei fest verankerte und vandalismussichere Mini-Fußballtore (1,20 Meter mal 80 Zentimeter). Aktuell wirke die Wiese „nicht sonderlich einladend“, heißt es im Antrag der Grünen. Durch die Tore werde die Spielwiese aufgewertet, und das „ohne große Investitionen“. Sollten die Kosten 3000 Euro übersteigen, wird vorab noch mal die Zustimmung der Gemeindevertreter eingeholt.

Graffitiwand: Auf der Bürgerhauswiese neben dem Jugendzentrum soll eine circa 2,50 mal sieben Meter große Sperrholzwand fest installiert werden, die Kindern und Jugendlichen eine legale Möglichkeit für Graffitikunst bietet. Die Wand soll zwei runde Aussparungen besitzen, wodurch sie auch als Torwand genutzt werden kann. Für die Pflege der Wand und die pädagogische Betreuung sorgt der Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main. Im Jugendzentrum soll es Graffiti-Workshops geben. Beim „Raus-ausm-Keller-Festival“ war bereits eine portable Graffitiwand zum Einsatz gekommen und gut angenommen worden. Eine legale Option entkriminalisiere Graffitikunst und halte Kinder und Jugendliche von dafür nicht vorgesehenen Flächen fern, heißt es im Antrag der Grünen.

Seniorenberatung: Die Stelle der Seniorenberaterin ist schon seit Längerem unbesetzt. Daher fordert die Gemeindevertretung den Gemeindevorstand auf, eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Langener Seniorenberatung zu prüfen. Es soll erörtert werden, in welchen Bereichen – etwa Beratung, Pflegedienste, Freizeitangebote – eine Kooperation mit dem Begegnungszentrum Haltestelle möglich wäre, heißt es im Antrag der WGE. „Wir halten dies aus Gründen der Bürgerfreundlichkeit und des großen Beratungs- und Unterstützungsbedarfs der Senioren für sinnvoll“, sagt der Fraktionsvorsitzende Manfred Müller.

Von Manuel Schubert

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