Auftrag erteilt

Hochschule Darmstadt erarbeitet Verkehrskonzept für Egelsbach

Problemstelle: Das sogenannte „Scharfe Eck“, die Mündung von Schul-, Luther-, Bahn- und Ernst-Ludwig-Straße, soll im Rahmen des Verkehrskonzepts besonders unter die Lupe genommen werden.
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Problemstelle: Das sogenannte „Scharfe Eck“, die Mündung von Schul-, Luther-, Bahn- und Ernst-Ludwig-Straße, soll im Rahmen des Verkehrskonzepts besonders unter die Lupe genommen werden.

Die Egelsbacher Gemeindevertretung hat zum Ende des Jahres noch einige weitreichende Entscheidungen getroffen. Die Beschlüsse im Überblick:

Eigenheim

Die Sanierung der Veranstaltungsstätte geht voran, doch einige Arbeiten sind noch zu erledigen. Die Gemeindevertreter stimmen mehrheitlich dafür, weitere 297 000 Euro netto als Investitionsmittel bereitzustellen. Das Geld wird für die Instandsetzung des Daches, die Eingangstür, die Erneuerung der Heizungsanlage, eine Abhangdecke fürs Foyer und LED-Lampen genutzt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll zudem die Lüftungsanlage erneuert (344 000 Euro) und das Dachgeschoss ausgebaut werden (80 000 Euro). Die sechs CDU-Vertreter stimmen als einzige gegen die Investitionen. „Es ist ein alter Hut, aber wir werden nicht müde, es zu sagen: Die Gemeinde hat bald zwei Millionen Euro in ein Gebäude gesteckt, das zwei Mal im Jahr für zwei Wochen genutzt wird“, sagt Fraktionsvorsitzender Sascha Wurm. „Das ist doch ein Fass ohne Boden.“

Die Grünen fordern zudem den Gemeindevorstand auf, zu prüfen, welche alternativen Möglichkeiten zur Stromversorgung und Heizung für das Eigenheim in Betracht kommen – etwa eine Fotovoltaikanlage, eine Luft-Wärme-Pumpe oder ein Blockheizkraftwerk. Für den Antrag stimmen ebenfalls alle Fraktionen bis auf die CDU.

Horst-Schmidt-Halle

Der Fachdienst Bauen und Umwelt hatte im Oktober vor einer drohenden Schließung der Dr.-Horst-Schmidt-Halle wegen Brandschutzmängeln gewarnt. Auf Antrag der CDU-Fraktion entschied die Gemeindevertretung daraufhin, die Brandschutzsanierung der 46 Jahre alten Sporthalle vorzuziehen und die energetische Sanierung aufzuschieben. Der Gemeindevorstand hat nun konkrete Schritte samt Kostenschätzung vorgelegt. Kalkuliert wird mit Ausgaben zwischen 160 000 und 200 000 Euro. Den größten Anteil machen neue Flucht- und Brandschutztüren mit 70 000 Euro aus. Die Gemeindevertretung gibt einstimmig ihr Okay, der Fachdienst kann somit beginnen, die Leistungen auszuschreiben.

Freibad

Das Freibad zukunftsfähig zu machen, wird wohl das wichtigste und teuerste Projekt der nächsten Jahre in Egelsbach. Für die Sanierung liegen mittlerweile drei verschiedene Varianten vor. Die Gemeindevertreter beauftragen nun einstimmig den Gemeindevorstand, auf Basis der im Raum stehenden Optionen sowie einer Einschätzung des Fachdienstes Bauen und Umwelt einen Beschlussvorschlag zu erarbeiten. Der Fachdienst hatte sich für die mittlere der drei Varianten, genannt „BZM klein“, ausgesprochen, die auf moderne Edelstahlbecken mit neuer Vertikaldurchströmung sowie den Bau eines Planschbeckens samt Wasserspielplatz setzt. Allerdings sieht diese Variante auch eine Verkleinerung des Schwimmerbeckens vor.

Verkehrskonzept

Im Juli hatte die Gemeindevertretung auf Antrag von SPD und WGE beschlossen, von der Hochschule Darmstadt ein Angebot zum Erstellen eines Verkehrskonzepts einzuholen. Dieses liegt nun vor: Die Hochschule kalkuliert mit Kosten in Höhe von rund 30 000 Euro und bietet unter anderem eine Bestandsaufnahme, mehrere Workshops mit interessierten Bürgern und Jugendlichen sowie eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse an. Drei kritische Bereiche sollen während der Projektzeit besonders unter die Lupe genommen werden: die Langener Straße, das sogenannte „Scharfe Eck“ (die Mündung von Schulstraße, Lutherstraße, Bahnstraße und Ernst-Ludwig-Straße) und der Zuweg zur Grundschule in der Heidelberger Straße. Die Gemeindevertretung nimmt das Angebot der Hochschule einstimmig an.

Kitagebühren

Um Familien zu entlasten, die in den vergangenen Monaten unter personellen Engpässen und einer reduzierten Betreuung in den Kitas und der Schulbetreuung zu leiden hatten, gelten vom 1. Januar bis 31. August 2022 verringerte Gebührensätze. Die Gemeinde rechnet dadurch mit einem Ausfall von rund 42 000 Euro. Die Details sind in der Gebührensatzung nachzulesen. Ab dem 1. September 2022 sollen dann wieder die alten Gebühren gelten. Das Parlament segnet die vorübergehende Reduzierung der Kitagebühren einstimmig ab.

Rathauspersonal

Die Gemeindeverwaltung hat seit Längerem Schwierigkeiten, Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Auch die Betreuungseinrichtungen sind davon betroffen. Die Grünen beantragen deshalb, dem Gemeindevorstand zusätzliche Mittel in Höhe von 5 000 Euro für geeignete Maßnahmen an die Hand zu geben, etwa für Prämien bei der Anmietung von Wohnraum. Im Einzelfall soll der Gemeindevorstand jedoch selbst entscheiden dürfen, welche Maßnahmen am besten geeignet sind. Die Gemeindevertreter stimmen dem Grünen-Antrag ausnahmslos zu, das Geld wird in den Haushalt 2022 eingestellt. (Manuel Schubert und Nicole Jost)

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