Autorin Gabriela Leonhardt

Erzählungen am Puls der Zeit

Gabriela Leonhardt

Die Egelsbacher Schriftstellerin Gabriela Leonhardt hat in ihrer Karriere als Autorin bereits so einige Geschichten geschrieben. Ein paar dieser Erzählungen jedoch treffen den Geist der Zeit so passend, dass sie diese nun in einem neuen Buch herausgebracht hat. 

Egelsbach – Das Werk handelt von der Schönheit unserer Natur und davon, wie die Menschheit sie mit ihrem Plastikkonsum zerstört.

Gabriela Leonhardt ist gelernte Schwarz-weiß-Fotolaborantin. Die Fotografie habe sie schon immer sehr begeistert, sagt sie – vor einigen Jahren ist obendrein das Schreiben ihr Hobby geworden. „Ich schreibe seit 2011 Kurzgeschichten“, erzählt die Autorin. Angefangen habe sie mit Aphorismen, also Gedanken zu einem bestimmten Thema, die rhetorisch kunstvoll wiedergegeben werden. „Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mehr aus meinen Ideen herausholen kann und habe meine ersten Kurzgeschichten verfasst.“

In der Langener Schreibwerkstatt habe sie gelernt, ihre Gedanken am besten in Worte zu fassen. Die ursprüngliche Idee sei gewesen, eigene Fotos anderen Autoren als Inspiration für neue Geschichten zu überlassen. „Inzwischen habe ich ungefähr 200 Geschichten selbst geschrieben.“

Die meisten seien aus „Hausaufgaben“ der Schreibwerkstatt entstanden. „Unser Mentor brachte Alltagsgegenstände mit, von denen ich mich stets inspirieren lasse“, erläutert Leonhardt. Eine Postkarte mit verschiedenen Obstsorten und Lebensmitteln habe ihr vor einiger Zeit die Idee für die Geschichte „Einsteins Urenkelin“ geliefert. Eine fiktive Geschichte? Keineswegs.

In der Erzählung geht es um eine Welt, die von Plastik erstickt wird. Die Urenkelin Einsteins landet mit ihrem Raumschiff auf der Erde, die in der Geschichte als Planet 003 bezeichnet wird. Zusammen mit der Urenkelin Einsteins wollen Mister Banana, Mamsell Birne und Miss Muffin (die Brücke zur inspirierenden Postkarte) die Erde von jeglichem Plastik befreien. Eine Aufgabe, die kaum zu bewältigen ist. Glücklicherweise hat Uropa Einstein seiner Nachfahrin eine nützliche Erfindung vermacht: Eine Art Magnet, der jegliches Plastik in einem Umkreis von 50 Quadratkilometern einfangen kann.

Die Thematik kommt aktueller den je daher. „Ich beschäftige mich privat schon lange damit und versuche so gut es geht, Kunststoffe zu umgehen“, schildert Leonhardt den Kern der Geschichte. „Elektromüll, Plastik… Wo soll das noch hinführen?“

„Einsteins Urenkelin“ ist zusammen mit anderen Geschichten, die sich um ähnliche Gedanken drehen, Teil des neuen Buchs „Fotokreationen und Aphorismen – Erinnerungen an unsere traumhaft schöne Natur“. Zusammen mit der Autorin Linde Richter aus Sprendlingen hat sie den Band in diesem Jahr herausgebracht. Auf gut 150 Seiten finden sich Fotografien Leonhardts sowie einige ihrer Kurzgeschichten, darunter „Einsteins Urenkelin“ oder die Geschichte vom Saugroboter „Louise“.

„Meine Fotografien sollen im Einklang mit meinen Geschichten stehen“, merkt Leonhardt an. „Deshalb passen die Landschaftsbilder so gut zu den Erzählungen. Das, was sein soll – das, was ist – das, was sein kann. Manchmal wünschte ich, es gebe wirklich so eine Erfindung wie in meiner Geschichte ‚Einsteins Urenkelin‘“, sinniert Leonhardt.

"  „Fotokreationen und Aphorismen – Erinnerungen an unsere traumhaft schöne Natur“ ist erschienen bei Books on Demand (ISBN: 374606497X, 12.99 Euro).

VON JULIA LOTZ

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