Förderverein: „Beckenfolie überflüssig“

Bad-Antrag geht baden

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Egelsbach - „Sanierung und Attraktivitätssteigerung“ – zwei Schlagworte, die man mit Blick aufs Schwimmbad eigentlich gerne hören möchte. Von Holger Borchard

Eine aktuelle Vorlage des Gemeindevorstands ist damit überschrieben, aber Freunde fand sie im Bau- und Umweltausschuss nicht und wird daher wohl baden gehen. Eine Begründung, warum es so lief, lässt schon mal die Alarmglocken schrillen: Wer weiß, was 2015 mit dem Bad passiert?.

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„Ich bin sehr unzufrieden damit, wie diese Debatte gelaufen ist.“ Bürgermeister Jürgen Sieling kann und mag nicht nachvollziehen, wieso sämtliche Fraktionen außer „seiner“ SPD in den Minuten zuvor den Vorschlag des Gemeindevorstands förmlich in der Luft zerrissen haben. Der lautet wie folgt: Rund 45.000 Euro sollen investiert werden, um vor dem Saisonstart Mitte Mai das Planschbecken mit einer Antirutsch-Folie auszukleiden sowie Wasserspielgeräte anzuschaffen. Bezahlt würde das Ganze aus der Fleißner-Spende – jener sechsstelligen Summe, die Geschäftsmann Gerold Fleißner einst der Gemeinde mit Zweckbindung „Investitionen ins Bad“ überwies.

Schon Hans-Georg Knoop, Vorsitzender des mit Rederecht im Ausschuss versehenen Bad-Fördervereins, sorgt dafür, dass Gemeindevorstands-Frontmann Sieling der Wind ins Gesicht bläst. „Dass die Vorlage mit uns so abgesprochen ist, stimmt nicht“, betont Knoop. „Es gab ein Gespräch, seither warten wir auf eine Ansage, die trotz mehrmaliger Nachfrage unsererseits nicht gekommen ist.“ Die Folie fürs Planschbecken nennt Knoop vollkommen überflüssig. Ferner habe der Förderverein signalisiert, dass er die Spielgeräte aus eigener Tasche zahlen wolle. „Die Fleissner-Spende würde dazu nicht gebraucht“, so Knoop. Abgesehen davon stimme die vom Gemeindevorstand genannte Fleissner-Restsumme von 128.768 Euro nicht mit der dem Verein letztmals schriftlich bestätigten Summe überein. „Aus unserer Sicht sind es 134.340 Euro – wir bitten um Rechenschaft ...“

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Starker Tobak, findet nicht nur Harald Eßer (Grüne), zumal „nie die Rede davon war, dass das Planschbecken sanierungsbedürftig ist“. Strategisch gehen es Thomas Irmler (CDU) und Jürgen Rüster (WGE) an – und können sich daher nur an den Kopf greifen: „Ich mach’ doch heute kein Geld mehr locker für ein Bad, dessen Schließung 2015 auf der Agenda steht“, wird Rüster überdeutlich. Irmler sieht auch ein „fatales Signal“ in Richtung der Nachbarkommunen, mit denen man über Beteiligung am Bad verhandeln wolle.

Vorläufiges Resultat: Sofern die Mitgliederversammlung am 26. Februar zustimmt, wird der Förderverein die Spielgeräte bestellen und einbauen lassen.

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