Bad-Kritik wird für Förderverein zum Bumerang

Egelsbach (hob) - Nach den Ereignissen der vergangenen 18 Monate – Stichworte „Sexuelle Belästigung“ im Freibad, ellenlanger Zwist mit Bürgermeister Rudi Moritz – hätte dem Förderverein Freibad ein ruhiger Start ins neue Jahr gutgetan.

Pustekuchen! Vereinsvorsitzender Hans-Georg Knoop hat sich mit Kritik an tatenloser Politik und Verwaltung („Kein Anlass, Entwarnung zu geben“) bei den Kritisierten mächtig in die Nesseln gesetzt. Das nicht zuletzt, da er mehr oder minder offen Wahlwerbung für den Bürgermeisterkandidaten der Grünen betrieben habe, monieren etwa Hans-Jürgen Rüster und Georg Dinca im Namen der kandidatenlosen Wahlgemeinschaft (WGE).

„Knoops Aussage ,Leider hat bislang nur ein Kandidat klar und vorbehaltlos Stellung bezogen’ war eindeutig auf Harald Eßer gemünzt – und ist obendrein falsch“, empört sich Rüster. Es könne nicht sein, dass der „grün gefärbte“ Vorsitzende des Fördervereins in Marktschreier-Manier seine Sicht der Dinge verkaufe. „Das ist kontraproduktiv!“, schreibt die WGE Knoop ins Stammbuch. „Er ist auf bestem Weg, die gute Zusammenarbeit wieder zu blockieren“, sagt Rüster. Ziele und Mitglieder eines Vereins für politische Zwecke zu missbrauchen, hinterlasse nicht nur einen schlechten, vereinsschädigenden Geschmack – „in etlichen Klubs führt das zum Ausschluss.“

„DLRG und Schwimmmeister ins Boot geholt“

Tatsache sei: „Alle Fraktionen haben sich des sensiblen Themas angenommen, einen parlamentarischen Bad-Ausschuss gebildet und Förderverein, DLRG und Schwimmmeister ins Boot geholt“, so Rüster. „Die wegweisenden Beschlüsse im Ausschuss sind den Spezialisten vom Förderverein aber zu wenig.“

SPD-Bürgermeisterkandidat Jürgen Sieling hat auf seiner Homepage ebenfalls postwendend reagiert. Unter der Überschrift „Klares Ja zum Freibad-Erhalt“, stellt der SPD-Vorsitzende klar, dass er wie die komplette Fraktion von je her für den Erhalt des Bads stehe. „Herr Knoop erweckt öffentlich den Eindruck, nur die Grünen stünden für den Bad-Erhalt. Das ist Blödsinn.“ Im Übrigen habe die SPD im Mai 2011 den Antrag zur Gründung des Bad-Ausschusses gestellt.

Rubriklistenbild: © dpa

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