Nur ein bisschen grüner

Berliner Platz in Egelsbach: Gemeindevertretung beschließt Baumpflanzungen am südlichen Rand

Neue Schattenspender: Am südlichen Rand des Berliner Platzes (im Bild) sollen bis zu acht Bäume hinzukommen. 20 weiteren Pflanzungen am nördlichen Rand erteilten die Gemeindevertreter hingegen eine Absage.
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Neue Schattenspender: Am südlichen Rand des Berliner Platzes (im Bild) sollen bis zu acht Bäume hinzukommen. 20 weiteren Pflanzungen am nördlichen Rand erteilten die Gemeindevertreter hingegen eine Absage.

Der Berliner Platz in Egelsbach wird ein wenig grüner: Die Gemeindevertretung hat Baumpflanzungen am südlichen Rand auf den Weg gebracht. Weiteren Bäumen auf der Nordseite erteilte das Parlament hingegen eine Absage.

Egelsbach – Der Berliner Platz in Egelsbach ist vor allem eines: grau. Nun soll er grüner werden – aber nur ein bisschen. Die Gemeindevertretung hat bei ihrer jüngsten Sitzung den Gemeindevorstand beauftragt, die Pflanzung neuer Bäume weiterzuplanen und entsprechende Mittel bereitzustellen. Durch einen Änderungsantrag der FDP-Fraktion wurde jedoch über die zwei in der Beschlussvorlage des Gemeindevorstands angedachten Pflanzorte separat abgestimmt. Der Bepflanzung des südlichen Randes des Berliner Platzes stimmten die Gemeindevertreter mehrheitlich zu, eine Bepflanzung des nördlichen Randes wurde gekippt.

Zurück geht das Projekt auf einen Antrag der Grünen aus dem Jahr 2019. Als „Paradebeispiel einer hausgemachten Hitzeinsel“ hatte der Fraktionsvorsitzende Harald Eßer den Platz damals bezeichnet. Einige „geschickt platzierte Bäume“ sollten für Abkühlung sorgen. Der Gemeindevorstand erarbeitete daraufhin nach Rücksprache mit einem Ingenieurbüro eine Beschlussvorlage, die zwei Möglichkeiten vorsieht: Zum einen soll der südliche Rand entsiegelt und die bereits bestehende Baumreihe an der Heinestraße fortgeführt werden. Hier könnten auf einer Länge von 50 Metern bis zu acht neue Gewächse entstehen. Zum anderen sollen am nördlichen Rand auf 90 Metern bis zu 20 weitere Bäume dazukommen. Als Kosten für den Tiefbau veranschlagt der Gemeindevorstand 12 000 Euro für den südlichen und 18 000 Euro für den nördlichen Rand.

„Uns geht es im Hinblick auf den Klimawandel um jeden Baum“, wirbt Eßer vor der Abstimmung in der Dr.-Horst-Schmidt-Halle für eine Bepflanzung beider Ränder. Skepsis gibt es von der SPD-Fraktion. „Auf einen bestehenden Parkplatz, Marktplatz und Festplatz passen die Bäume nicht hin“, meint Claudia Zscherneck. „Wir wollen den Berliner Platz weiter so nutzen, wie er ist, so wird er gebraucht.“ Die 30 000 Euro für Tiefbau und Entsiegelung solle man lieber für Bäume an anderer Stelle ausgeben. Die FDP sieht lediglich die Bepflanzung des nördlichen Abschnitts kritisch. Der abkühlende Effekt bleibe dort aus, da der Schatten in die benachbarten Gärten falle, betont Axel Vogt, Fraktionschef der Liberalen, in der Begründung seines Antrags. Hinzu komme der im Hessischen Nachbarschaftsgesetz vorgeschriebene Pflanzabstand zu angrenzenden Grundstücken von mindestens vier Metern. „Diese Tatsache würde einen gravierenden Einschnitt in die öffentliche Park- und Nutzfläche des Platzes bedeuten“, so Vogt.

Das Ortsparlament folgt der Argumentation der Liberalen. Die Bepflanzung des südlichen Randes wird mehrheitlich – bei drei Nein-Stimmen der SPD und zwei der WGE – beschlossen. Für die Bepflanzung des nördlichen Randes gibt es hingegen keine Mehrheit. Lediglich die zehn Grünen-Mandatsträger sind dafür.

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ blicke man nun auf den Beschluss, schreiben die Grünen in einer Mitteilung. Die Ablehnung aus Angst vor wegfallenden Parkplätzen, zu hohen Kosten und einer Einschränkung der Kerb sei ein Fehler. „Der Klimawandel erfordert es, dass wir auch hier vor Ort in Egelsbach handeln.“ Das wird nun immerhin am südlichen Rand des Berliner Platzes passieren. Wie schon 2019 von den Grünen angeregt soll für die Neupflanzungen die evangelische Kirche mit ihrer Aktion „100 Bäume für Egelsbach“ einbezogen werden. Laut FDP haben auch mehrere Kerbborschen-Jahrgänge Interesse an einer Baumspende signalisiert.

Einstimmig beschlossen wird derweil ein weiterer Vorstoß der FDP: Das Ortsparlament beauftragt den Gemeindevorstand, weitere Flächen in Egelsbach für die Pflanzung neuer Bäume oder Ersatzpflanzungen zu prüfen und der Gemeindevertretung zur Beschlussfassung vorzulegen. Die FDP schlägt unter anderem die Hans-Fleißner-Straße, die Darmstädter Landstraße und die Prinzessin-Margaret-Allee („eine Allee ohne Bäume“) vor. (Manuel Schubert)

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