Schulimker treffen sich zur Fortbildung an der Wilhelm-Leuschner-Schule

Nur gesunde Bienen sind fleißige Bienen

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Christian Dreher und Andrea Schneider (von links) organisierten das Seminar für Schulimker, das sich mit der Herstellung von Mittelwänden aus Wachs beschäftigte. In der Mitte der Gastgeber: Rektor Martin Höhn von der Wilhelm-Leuschner-Schule.

Egelsbach - Kinder für die Imkerei zu begeistern, das versuchen immer mehr Schulen. Ganz vorne mit dabei: die Egelsbacher Wilhelm-Leuschner-Schule. Von Leo F. Postl 

Deshalb hielten das Bieneninstitut Kirchhain und das Schulbiologiezentrum Biedenkopf dort nun eine Fortbildung für Schulimker ab. „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“, lautet der Text eines alten Kinderliedes. Doch was ist, wenn kein Bienchen mehr summt? Die Bienen sind – neben weiteren Insekten – ein bedeutsamer Bestandteil unseres Lebenskreislaufes. Wenn keine Bestäubung der Pflanzen mehr stattfindet, gibt es auch keine „Früchte“ mehr – und damit auch keine Vermehrung. Es fehlt die Grundlage der Nahrungskette, somit würden nach und nach alle davon Abhängigen sterben – und auch wir Menschen hätten ein riesiges Problem.

Gerade bei den Bienen ist der menschliche Einfluss groß auf deren weiteren Existenz. Dies betrifft den Einsatz von Fungiziden und Pestiziden, vorwiegend in der Landwirtschaft, aber auch Imker selbst verhalten sich nicht immer „bienenfreundlich“. Sie bieten mit „künstlichen“ Wachsgrundlagen den Bienen eine Basis für den Weiterbau ihrer Waben. Doch gerade dieses Wachs enthält vermehrt Stoffe, meist Paraffin, das nicht nur dem Honig abträglich ist, sondern im Kreislauf auch den Bienen selbst schadet. Im Rahmen des Bienenseminars wurde deshalb der Kreislauf des Wachses unter die Lupe genommen. Die Wilhelm-Leuschner-Schule unter ihrem Leiter Martin Höhn betreibt selbst eine Schulimkerei und war deshalb prädestiniert als Gastgeber. Referent Christian Dreher beleuchtete dabei das Thema „Wachskreislauf – von der Wachsgewinnung über die Reinigung bis zur Herstellung von Mittelwänden“.

„So sieht ein misslungener Versuch mit billigen Mittelwänden aus“, meint Christian Dreher und hält eine ziemlich deformierte Wabe in die Höhe. Die von einem Imker als Mittelwand eingesetzte Grundplatte für den Wabenbau hatte „billiges“ Paraffin als Bestandteil. „Bei entsprechender Wärme wird das Paraffin zäh und verliert seine Stabilität, die ganze Wabe zieht sich wie Wachs nach unten. Das kann zum Verlust des Honigs führen oder, wenn es eine Brutwabe war, sogar zum Tod vieler Larven“, erklärt der Fachmann. Er rät den Imkern unbedingt, beim Kauf der Wabenplatten nicht am falschen Fleck zu sparen. „Das Paraffin kommt so in den Kreislauf der Biene und schädigt das Insekt“, schildert Christian Dreher den Anfang vom möglichen Ende eines ganzen Bienenvolkes.

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Wie kann man diesem schädlichen Kreislauf entgegen wirken? Indem man sein Wachs selbst herstellt, sagt der Fachmann. Dies war auch das Hauptthema des Seminars. Nach Vorträgen ging es deshalb ans Handwerkliche. Die rund 20 Teilnehmer konnten in der Praxis die „Verdampfung“ des Bienenwachses und Trennung von Verunreinigungsstoffen erproben. Gezeigt wurde ihnen auch, wie man Mittelwände herstellt – entweder gewalzt oder gegossen. „Wichtig ist, dass wir möglichst reines Wachs erhalten und so den Bienen eine saubere Grundlage für ihren Wabenbau bieten“, betont Dreher.

Die Imker können also selbst viel dazu beitragen, dass es „ihren“ Bienen nicht nur gut geht, sondern dass sie auch einen „reinen“ und geschmackvollen Honig produzieren. Viele der Pädagogen waren sichtlich neidisch auf den schönen Schulgarten der Leuschner-Schule und das Refugium der Schulimkerei. „Wir betreuen derzeit zehn Bienenvölker und wir sind auch sehr stolz drauf“, erläuterte ihnen Schulleiter Martin Höhn.

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