Großübung mit diversen Herausforderungen

Böses Ende einer wilden Rallye im Wald

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Im Zuge der Übung war sogar Unterstützung aus der Luft eingeplant – die Hessische Bereitschaftspolizei schickte einen Helikopter mit Löschwasserbehälter.

Egelsbach - Eine große und aufwendig vorbereitete Alarmübung rief am Samstagvormittag die Feuerwehren aus Egelsbach und Messel sowie die Schnell-Einsatz-Gruppe der Johanniter aus Dieburg in den Koberstädter Wald. Von Tobias Alacon 

Das zum Glück nur fiktive Szenario verlangte das reibungslose Zusammenspiel aller Beteiligten. Als es am Samstag um 9.11 Uhr in den Leitstellen Dietzenbach und Dieburg Alarm gibt, wissen die Einsatzkräfte noch nicht, was wenig später auf sie zukommen wird. Die groß angelegte Übung ist über vier Monate hinweg stillschweigend geplant worden. Lediglich die beteiligten Gemeindebrandinspektoren sowie Übungsleiter Skander Essadi sind eingeweiht, haben den Ablauf geplant und spielen nun Koordinatoren. Auch das Deutsche Rote Kreuz ist am Einsatzort vertreten und stellt rund 25 Mimen zur Notfalldarstellung. „Den Mimen wurden Verletzungen geschminkt; sie simulieren während der Übung die für das Szenario verlangten Verletzungen“, erklärt Stefan Rübsamen, Leiter des „Mimentrupps“. „Das soll die Übung möglichst realistisch aussehen lassen.“

Das Szenario, einen Steinwurf vom beliebten Ausflugsziel Weißer Tempel „angerichtet“, besteht aus fünf bei einer illegalen Waldrallye verunglückten Autos, teilweise auf dem Kopf zwischen Sträuchern und Bäumen liegend. In vier Fahrzeugen befinden sich eingeklemmte Personen, von den Mimen mit leichten bis schwersten Verletzungen dargestellt. Ein Wagen steht frei und wird mit Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte in Brand gesetzt. „Wir sind froh, dass uns mehrere Unternehmen die Autos zur Verfügung gestellt haben und Hessenforst uns ebenfalls unterstützt“, sagt Essadi. „So halten sich die Kosten für diese Übung im überschaubaren Rahmen.

Den zunächst nichts ahnenden Übungsteilnehmern wird es nicht leicht gemacht, die Lichtung zu erreichen. Bei der ohnehin versteckten Stelle im Wald ist Ortskenntnis gefragt. Um es den Feuerwehrleuten und Rettern zusätzlich zu erschweren, wurden Hindernisse in Form von Baumstämmen auf den Zufahrtswegen deponiert, die es erst mal zu beseitigen gilt. Für die Frauen und Männer der Feuerwehren aus Messel und Egelsbach ist das trotz aller Erfahrung ein hartes Stück Arbeit. Dennoch kommen sie alle letztlich nach und nach aus zwei Richtungen an der Unglücksstelle an. Routiniert widmen sich mehrere Gruppen den verstreuten Teilszenarien und die Leitungskräfte verschaffen sich Überblick über die Lage.

Wie werde ich Feuerwehrmann/frau?

Während zwei Feuerwehrmänner, ausgerüstet mit Atemschutzmasken, Sauerstofftanks und Wasserschlauch, sich vorsichtig an das brennende Autowrack herantasten, versuchen auf der anderen Seite des Waldwegs größere Gruppen, sich Zugang zu den verbeulten Autos zu verschaffen und die darin eingeschlossenen Personen zu bergen. Mit neun Einsatzfahrzeugen sind insgesamt rund 50 Leute im Bereich des Koberstädter Falltorhauses damit beschäftigt, Herr der Lage zu werden.

Geschafft: Nach der gemeinsamen Großübung und der Abschlussbesprechung formierten sich Einsatzkräfte, Helfer und Organisatoren aus Egelsbach, Messel und Dieburg zum Erinnerungsfoto.

Ebenfalls miteingeplant in die Übung ist der Einsatz des Polizeihubschraubers „Ibis“ der Hessischen Bereitschaftspolizei – eine Besonderheit. Dem Plan macht jedoch nach kurzer Zeit ein realer Einsatz einen Strich durch die Rechnung. „Der reale Einsatz geht natürlich vor – da gibt es keine zwei Meinungen“, betont Essadi. „Eine Übung dieser Größenordnung ist selten“, sagt Matthias Maurer-Hardt, stellvertretender Gemeindebrandinspektor des Landkreises Darmstadt Dieburg, der die agierenden Einsatzabteilungen vom Wegrand aus beobachtet. „Hervorragend, dass die Zusammenarbeit so gut funktioniert“, stellt er fest.

Skander Essadi ist am Ende auch erleichtert und spricht trotz den einen oder anderen Schwierigkeit von einer gut gemeisterten Übung. „Gerade im Wald ist es schwer, schnell an den Einsatzort zu gelangen und wir haben die Lage mit Hindernissen noch zusätzlich verkompliziert. Auch die Situation vor Ort war alles andere als einfach und trotzdem war die Zusammenarbeit der Leitstellen und der Beteiligten vor Ort gut“, bilanziert Essadi.

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