Brand und starker Rauch auf Balkon im elften Stock

Rettungskräfte bringen mehr als 100 Menschen in Sicherheit

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Ein Großaufgebot der Rettungskräfte rückte am Hochhaus in Bayerseich an, um Menschen zu retten und das Feuer zu löschen.

Egelsbach Flammen schlagen von einem Balkon im elften Stock die Hauswand hinauf, Durchsagen der Polizei hallen durch die Nacht: Wegen eines Feuers im Hochhaus in Bayerseich mussten gestern am frühen Morgen mehr als 100 Menschen schlaftrunken ihre Wohnungen verlassen. Von Markus Schaible

Erneut ein Brand mit großer Evakuierungsaktion im Westkreis: Nachdem am Dienstagvormittag rund 25 Senioren eine Wohnanlage in Neu-Isenburg verlassen mussten (unsere Zeitung berichtete), wurden gestern kurz nach 3 Uhr die Bewohner des Hochhauses an der Ecke Theodor-Heuss-Straße/Kurt-Schumacher-Ring in Sicherheit gebracht.

Bei dem Brand auf dem Balkon entstand eine große Hitze.

In dem 14-stöckigen Gebäude vis-à-vis dem Möbelgeschäft hatte auf einem Balkon im elften Obergeschoss ein Kühlschrank zu brennen begonnen. Das Feuer griff auf dort gelagerten Abfall über, was zu einer massiven Rauchentwicklung führte. Durch die Hitze platzte die Scheibe zu der Vier-Zimmer-Wohnung, wodurch die Bewohner aufmerksam wurden. Sie flüchteten ins Treppenhaus und benachrichtigten Nachbarn, die wiederum den Notruf wählten.

Während die Feuerwehren aus Egelsbach und Langen sowie die Polizei anrückten, versuchten zwei der Bewohner der betroffenen Wohnung noch, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. Erfolg hatten sie damit allerdings nicht. Sie erlitten dabei leichte Verletzungen.

„Bereits bei der Anfahrt waren die Flammen von den anrückenden Kräften zu sehen“, berichtet der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Stefan Beck. Gemeinsam mit den Kollegen aus Langen unterstützten die Egelsbacher Feuerwehrleute die bereits von der Polizei begonnene Evakuierung, gleichzeitig kämpften sich Trupps mit Atemschutzausrüstung zum Brandherd vor.

Von oben nach unten wurde begonnen, die Menschen in Sicherheit zu bringen, erläutert Beck. Gleichzeitig riefen Polizeibeamte über Lautsprecher die Bewohner auf, das Gebäude über die Treppenhäuser zu verlassen. „Wer nicht gut zu Fuß war, wurde getragen“, berichtet eine Bewohnerin aus dem 13. Stock. Sie sei durch einen lauten Schlag wach geworden, schildert die Seniorin die dramatischen Minuten. „Ich dachte erst, es ist Sturm und auf dem Balkon der Nachbarn fliegt was herum.“ Ihr Enkel, der bei ihr übernachtet habe, bemerkte dann aber den Brandgeruch, blickte aus dem Fenster und sah die Flammen.

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In dem Hochhaus sind mehr als 180 Menschen gemeldet, über 100 von ihnen seien aus den Stockwerken sieben bis 14 ins Freie gebracht worden, sagt Stefan Beck. Zur Unterbringung wurde der bei der Feuerwehr Rödermark-Ober-Roden stationierte Betreuungsbus eingesetzt. Großes Lob von den Evakuierten gab es für die in der Nachbarschaft lebende Inhaberin des Café Maxim: Sie öffnete sofort die Türen, schaffte zusätzliche Stühle herbei, verteilte Decken und Wasserflaschen.

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Das eigentliche Feuer war innerhalb von 15 Minuten gelöscht; somit mussten die ebenfalls alarmierten Feuerwehrkräfte aus Dreieich und Erzhausen nicht mehr tätig werden. Die Nachlösch- und Lüftungsarbeiten dauerten bis 4 Uhr an, dann konnten die Bewohner zurück in ihre Wohnungen.  Zusammen mit den Rettungsdiensten (Notarzt, Rettungswagen, DRK-Ortsverein) dürften rund 100 Einsatzkräfte vor Ort gewesen sein, schätzt Beck. Alles sei vorbildlich abgelaufen: „Die Zusammenarbeit war sehr gut und die Leute haben sich auch problemlos evakuieren lassen, was nicht immer der Fall ist.“ Den Schaden schätzt die Feuerwehr auf eine Summe zwischen 50 000 und 100 000 Euro; Ursache könnte ein technischer Defekt in dem Kühlschrank sein. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Gerüchten zufolge ist die Wohnung von einem Fast-Food-Unternehmen angemietet, das dort bis zu zehn Mitarbeiter unterbringt.

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