Axel Vogt (FDP) und Jörg Leinberger kandidieren

Weitere Herausforderer für den Bürgermeister

Egelsbach - Das Rennen um den Chefsessel im Rathaus ist eröffnet, nachdem mit Tobias Wilbrand (Grüne) vorige Woche der erste Gegenkandidat für Amtsinhaber Jürgen Sieling (SPD) den Hut in den Ring geworfen hat. Von Holger Borchard 

Das führt zwangläufig zur Frage: Werden es noch mehr Bewerber? Die Antwort: Mit Sicherheit – Überraschungen inklusive.
Was macht eigentlich die FDP zur Bürgermeisterwahl? Am 16. November ist Mitgliederversammlung – und an diesem Abend werden die Liberalen Axel Vogt zum Kandidaten küren, wie sie es vor sechs Jahren schon getan haben. Dass es so kommen wird, verrät der Bewerber in seiner Position als Partei- und Fraktionschef höchstselbst: „Ich kann sagen, dass ich der einzige FDP-Kandidat sein und mich nominieren lassen werde“, bestätigt Axel Vogt.

Damit liegen die nächsten Karten auf dem Tisch, der Kreis der Bewerber wächst auf drei. Ende der Fahnenstange? Fakt ist: Wahlamtsleiter Michael Schmidt ist in diesen Tagen ein gefragter Mann. Zu beantworten hat er vor allem Fragen zu den Formalien, die ein Bewerber um den Chefsessel im Rathaus erfüllen muss, sowie zum Thema Listenverbindungen. So spielt es eine Rolle, ob ein Kandidat von einer Partei nominiert wird oder als Unabhängiger sein Glück versucht. Der „Einzelkämpfer“ muss eine Liste mit mindestens 62 Unterstützer-Unterschriften (doppelte Anzahl der Sitze in der Gemeindevertretung) vorlegen. Am 11. Dezember, 18 Uhr, endet die Antragsfrist.

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Alle Parteien haben sich für sogenannte Listenverbindungen interessiert. Die machen Sinn, will man Jürgen Sieling einen Gemeinschaftskandidaten entgegensetzen. Geglüht haben die Parteidrähte hinter den Kulissen heftig, bislang freilich erfolglos. So ist etwa bekannt, dass Tobias Wilbrand durchaus „Freunde“ in der CDU hat, aber der Ansatz zur offiziellen schwarzen Unterstützung für den Grünen in der CDU-Mitgliederversammlung vergangene Woche krachend durchgefallen ist.

Für die Wahlgemeinschaft, die am Montag, 13. November, tagt, gilt: „Wir sind uns noch nicht schlüssig, ob wir einen Kandidaten aufstellen“, wie Vorsitzender Georg Dinca betont. Er verhehlt nicht, dass er und Fraktionskollege Manfred Müller mit allen Fraktionen (außer der SPD) in Verhandlungen zur K-Frage standen. Wer aus den eigenen Reihen in Frage käme, verrät Dinca nicht. Die Zeitung hilft gerne weiter: Stefan Kölle, Torben Knöß und Dinca selbst bilden das WGE-Trio, das abwägt, ob man sich die Dreifachbelastung Job, Familie, Wahlkampf antun will.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Und die CDU? Die hat tolle Tage hinter und womöglich noch vor sich. Die Positionsbestimmung des Vorsitzenden Martin Eberhard (Stand Dienstag) fällt blutleer aus: „Wir haben keinen offiziellen Kandidaten, aber das kann sich noch ändern.“ In diesem Fall müsste eine außerordentliche Mitgliederversammlung her, die Uhr läuft. Zum Zeitvertreib bis dahin die interne CDU-Geschichte bis heute: Der einzige mit Aussicht in den eigenen Reihen – Fraktionschef Thomas Irmler – wollte von vornherein nicht. Den Steigbügelhalter für einen Grünen spielen wollten viele Mitglieder, vor allem der Vorstand nicht. Verhandelt wird trotzdem – mit weiteren externen Nachfragern für das CDU-Ticket. Ganz vorne mit dabei: Jörg Leinberger. Ja, richtig, der Leinberger, Ex-Sozialdezernent im Rathaus, Ex-SPD – von beidem in wohl kaschiertem Unfrieden geschieden. „Ich kandidiere“, kündigt Leinberger an, „entweder als unabhängiger Kandidat oder als Unabhängiger mit Unterstützung der CDU.“

Rubriklistenbild: © dpa

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