Respekt für den Verlierer

+
Wahlverlierer Axel Vogt (links) gratulierte dem Sieger der ersten Runde, Jürgen Sieling (SPD). Auf Vogts Stimmen wird es jetzt ankommen. Sieling könnte nach zwölf Jahren das Egelsbacher Rathaus für die Sozialdemokraten zurückerobern.

Egelsbach - Die Überraschung ist ausgeblieben: Keiner der drei Bewerber um das Bürgermeisteramt konnte bereits in der ersten Runde die absolute Mehrheit erringen. Somit kommt es am Sonntag, 5. Februar, zur Stichwahl. Von Markus Schaible

Bei der sind dann noch Jürgen Sieling (SPD) und Harald Eßer (Grüne) dabei.

18.47 Uhr war es, als das Endergebnis auf der Leinwand im Rathaussaal erschien. Schnell gruppierten sich die ersten Gratulanten um Jürgen Sieling. Der SPD-Mann kam auf 40,8 Prozent. Er hatte von Anfang an geführt, nachdem bereits um 18.16 Uhr das Ergebnis des ersten Wahlbezirks eingegangen war.

„Das war ein schöner erster Erfolg“

Auch Harald Eßer von den Grünen konnte viele Glückwünsche entgegennehmen. Allerdings hatte sich um Platz zwei ein engeres Rennen abgespielt als an der Spitze. FDP-Mitglied Vogt (der im Wahlkampf als Unabhängiger antrat) kam einige Mal eng an Eßer heran. Letztlich aber reichte es für Vogt nicht: 27,5 Prozent bedeuten Platz drei und damit das Aus. Eßer kam auf 31,6 Prozent.

„Das war ein schöner erster Erfolg“, freute sich Sieling noch verhalten. Der Sozialdemokrat ist erst seit 2008 Parteimitglied und seit April 2011 in der Gemeindevertretung. „Wir müssen jetzt schauen, wo sich die Vogt-Wähler hinbewegen“, sagte er: „Es besteht natürlich die Gefahr, dass sie gar nicht mehr wählen gehen. Wir müssen versuchen, sie zu motivieren.“ Er habe damit gerechnet, dass es zur Stichwahl kommen werde, so Sieling. Erstaunt sei er über das gute Abschneiden von Vogt. Es gelte nun, das Ergebnis in Ruhe zu diskutieren und dann die nächsten beiden Wochen anzugehen.

Wie entscheiden sich die Vogt-Wähler?

„Ich bin schon zwei Wochen weiter“, blickte auch Harald Eßer sogleich auf den 5. Februar: „Wie werden sich die Vogt-Stimmen aufteilen?“ Bei der doch recht niedrigen Wahlbeteiligung seien es gar nicht so viele Stimmen, die zwischen ihm und Sieling liegen, analysierte der Grüne. Er habe zwar vorhergesagt, dass es in dieser Konstellation zur Stichwahl kommen werde, hätte sich aber schon ein etwas besseres Ergebnis gewünscht, so Eßer. Auch er zollte Vogt Respekt: „Er hat einen effektiven Wahlkampf geführt.“

„Mach was draus“, beglückwünschte Vogt Jürgen Sieling. Eine Wahlempfehlung sollte das aber nicht sein; ob er eine abgebe, wisse er noch nicht. Dass er prozentual ungleich besser dasteht als die FDP derzeit, mochte Vogt nicht so recht zu trösten. Noch in der Nacht zu gestern hatte er Wahlkampf gemacht und Türanhänger im Ort verteilt. Den Einzug in die Stichwahl habe er sich schon gewünscht. „Dafür habe ich viel gegeben.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare