Zwei feiern, einer leckt die Wunden

Egelsbach - Kann Jürgen Sieling (SPD) seinen Vorsprung ins Ziel bringen? Oder gelingt es Harald Eßer (Grüne), den Führenden nach dem ersten Wahlgang noch abzufangen? Am Abend des 5. Februar wissen die Egelsbacher definitiv, wer ab 20. Juni ihr Bürgermeister ist. Von Markus Schaible

Beide Kandidaten wollen versuchen, einerseits ihre Wähler bei der Stichwahl erneut zum Urnengang zu motivieren, andererseits aber auch Vogt- und bisherige Nicht-Wähler für sich zu gewinnen.

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In Egelsbach kommt es zur Stichwahl

„Ich habe jetzt auch schon von vielen gehört, die sich gesagt haben: Die Entscheidung fällt sowieso erst in der Stichwahl, also gehe ich nur dann hin“, berichtet Jürgen Sieling. Wichtig sei, dass die Wahlbeteiligung nicht noch unter die für Egelsbach sowieso schlechten 53 Prozent falle.

Im Kreis der Parteifreunde sei am Sonntagabend bis Mitternacht ein bisschen gefeiert worden: „Da gab es ja auch Anlass dazu.“ Den Vorsprung will der Sozialdemokrat nicht wieder hergeben. „Wir werden analysieren, wo es eventuell noch akuten Handlungsbedarf gibt.“ Denn es sei ja „utopisch, dass man noch mal alle 4000 Haushalte erreicht“. Außerdem sei inhaltlich alles gesagt. Deshalb werde es auch keine weitere Broschüre mehr geben. Einen Stand beim Markt am Kirchplatz will Sieling am 4. Februar noch aufbauen, dazu werde es eventuell noch ein Schreiben an die Bürger geben.

„Ich wurde direkt von Tarek Al Wazir geweckt“

„Ich wurde direkt von Tarek Al Wazir geweckt“, berichtet Harald Eßer vom Morgen nach einer Nacht, in der er (nach einem gemütlichen Beisammensein in der Luchmann-Scheune) „gut geschlafen“ hat. „Jetzt geht’s los“, habe der Landesvorsitzende gesagt, berichtet Eßer. Und: „Die im Landesvorstand sind ganz aufgeregt.“ Al Wazir habe sich besonders begeistert gezeigt, dass die über dem Landesdurchschnitt liegenden Zuwächse der Grünen bei der Kommunalwahl 2011 im ersten Wahlgang gehalten werden konnten. Und der Vorsitzende wolle jetzt schauen, inwiefern die Landesgremien in den kommenden zwei Wochen noch unterstützend tätig werden können. Eßer: „Das tut gut. Mit dem Rückenwind aus Wiesbaden wird es meinen Leuten noch mal richtig Spaß machen.“ Denn es gelte, mit Elan bis zur Stichwahl zu kämpfen.

Auch wenn der Abstand prozentual schon etwas größer sei (Sieling: 40,8, Eßer: 31,6), seien es angesichts der nicht allzu hohen Wahlbeteiligung nicht so viele Stimmen, die er hinter dem SPD-Mann liege. Für Sieling stimmten 1 787 Egelsbacher, für Eßer 1 385, macht eine Differenz von 402.

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Da richtet sich der Blick natürlich auf die 1206 Bürger, die für Axel Vogt (FDP, trat als Unabhängiger an) votierten. Wie schon am Sonntagabend mochte sich der Unterlegene auch nach einer Nacht, in der er relativ schlecht geschlafen hat, nicht auf die Seite eines der beiden verbliebenen Bewerber schlagen. Er müsse erst einmal seine eigene Niederlage verdauen, dann überlege er, ob er eine Empfehlung abgebe.

Eigentlich habe er mit 27,5 Prozent ja ein tolles Ergebnis eingefahren, so Vogt, „aber um Bürgermeister zu werden, hätte ich die SPD-Wähler stärker erreichen müssen“. Er habe ein gutes Programm gehabt, in vielen Fällen habe aber doch die Zugehörigkeit zur FDP den Ausschlag gegen ihn gegeben. Politisch aktiv bleiben will Vogt auf alle Fälle: Seinen Sitz im Gemeindeparlament werde er „natürlich behalten“.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Stephanie Bröge

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