Für Bürgerversammlung ist keine Werbetafel zu groß

Ein Schild sagt mehrals tausend Flyer

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Am Montag schon was vor? Gestrichen! Ab ins Bürgerhaus, großflächige Werbung muss sich schließlich wieder lohnen.

Egelsbach - Bürgerversammlungen bieten gemeinhin nicht die Art Unterhaltung, die man kurzweilig oder entspannend nennen würde. Von Holger Borchard 

Neues aus Schilda? Pfiffige Werbeidee für ein eher dröges Thema? Oder am Ende eine Riesengeldverschwendung? Nicht nur die Bürgerversammlung am Montag mit ihrem Reizthema Haushalt speist derzeit den Dorffunk, sondern mindestens genauso jenes Metallmonster vor dem Bürgerhaus, das für den 28. Oktober einlädt.

Und nimmt man jenen Abend Ende Februar als Maßstab, der unter gleichen Vorzeichen eher Langeweile und Frust, aber gewiss kein gemeinschaftliches Aha-Erlebnis produziert hat, ist klar: Sollen mehr „Normalos“ als lokalpolitisch Engagierte den Saal füllen, tut nachdrückliches Werben für die Bürgerversammlung am Montag Not.

Metallschild erhitzt die Gemüter

Bitte schön: „Wo kommt denn das Riesending vor dem Bürgerhaus her? Was kostet es – und vor allem: Wer zahlt’s?“ Die Frage beschäftigt offenbar nicht Wenige, die der Weg am Berliner Platz entlang führt und folglich auf das gut drei mal zweieinhalb Meter große Metallschild samt professioneller Verankerung stoßen müssen.

„Das war unsere Idee“, erzählt Bürgermeister Jürgen Sieling – der Plural gilt Wirtschaftsfördererin Magit Saper-Ohmann. „Wir haben gesagt: Damit am Montag möglichst viele Leute kommen, ist jede Art von Werbung gewünscht. Also wurde für diesen Eye-Catcher gesorgt, indem das Gerüst, das die Wahlwerbung trug, einfach stehen gelassen wurde. Eine Werbeagentur aus der Marie-Curie-Straße hat uns dann die Werbefolie für die Bürgersammlung erstellt – und das hat etwa 250 Euro aus der Gemeindekasse gekostet.“

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Potenziellen Rufen wegen der Kosten trete er gelassen bis amüsiert entgegen, betont Sieling. Er rechnet vor: „Die ganze Durchführung der Veranstaltung kostet um ein Vielfaches mehr.“ Hätte man Flyer oder Handzettel drucken lassen, wäre dies fraglos teurer gekommen. „Und wenn schon die Tageszeitung nachfragt, haben wir die erhoffte Aufmerksamkeit ja wohl allemal erreicht.“ Trotzdem gilt Sielings Appell: „Bitte am Montagabend zahlreich ins Bürgerhaus kommen – das ist wichtig!“

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