Egelsbacher Duo kocht unter Profiaugen

Cooking Cup: Mit dem Kochlöffel im Stadion

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Wie der Blick aus dem Fenster im Hintergrund erahnen lässt, hantieren Edeltraud Cresceri (Mitte) und ihre Schwiegertochter Katharina (links) im Küchenstudio des Münchner Olympiastadions. Auf den Teller zauberten sie unter anderem gefüllten Kaninchenrücken.

Egelsbach - Beim Cooking Cup, dem deutschlandweit größten Wettbewerb unter Hobbyköchen, ist der Name Cresceri schon geläufig: Schließlich hat Edeltraud Cresceri aus Egelsbach dort Jahr für Jahr quasi einen Stammplatz in der Endrunde. Von Cora Werwitzke 

Im Team mit ihrer Schwiegertochter Katharina Cresceri schaffte sie es auch in der 2015er-Auflage unter die besten 13 Kochteams – und gehörte somit zu jenem erlesenen Kreis, der im Kochstudio des Olympia-Stadions in München antreten durfte. Das Stadion-Panorama aus dem Fenster des Kochstudios sei einmalig gewesen, schwärmt die leidenschaftliche Hobbyköchin, die in Egelsbach auch einen Weinladen betreibt. „Und gekocht haben wir in der neuesten Küche von Siemens – dieses Umfeld ist allein schon ein tolles Erlebnis.“

Das Motto des Wettbewerbs lautete diesmal „Andalusien“. Edeltraud Cresceri und ihre Schwiegertochter kreierten dafür ein eigenes Rezept, das ihnen im Frühjahr unter 500 Bewerbungen einen der begehrten Plätze in den Regionalentscheiden bescherte. Fünf Mal tischten sie zu Hause zwischenzeitlich ihren gefüllten Kaninchenrücken an jungem Gemüse, marinierten Thunfisch auf Gurkencarpaccio und Kartoffel-Tortillas auf, damit im Ernstfall auch der kleinste Handgriff sitzt. Aufeinander eingespielt waren die beiden Cresceris freilich schon zuvor, schließlich schwingen sie nicht zum ersten Mal zusammen unter Wettbewerbsbedingungen den Kochlöffel. „Nur letztes Jahr gab’s eine Babypause“, schmunzelt die stolze Großmutter, die beim Cooking Cup 2014 deshalb mit Melany Worchel antrat.

In der Ruhe liegt die Kraft

In Marbach am Neckar, unweit von Ludwigsburg, kam’s dann jüngst im Regionalentscheid zur ersten Bewährungsprobe für das kochbegeisterte Duo. Zur Einstimmung erklingt im dorten Küchenstudio andalusische Gitarrenmusik. Schaulustige beobachten jeden Handgriff in den offenen Küchen. Cresceris haben zwei Konkurrenzteams: ein Studenten-Duo und zwei Damen aus Pforzheim. Anders, als ein knapp bemessenes Zeitfenster von einer Stunde vermuten lässt, geht es nicht hektisch zu – im Gegenteil: In der Ruhe liegt die Kraft.

Jurymitglied ist unter anderem Christian Ottenbacher von der Vereinigung junger Spitzenköche, der Edeltraud und Katharina Cresceri mit seinen Jurykollegen nach vollbrachter Tellerkreation und Verköstigung zu ihrem Rezept beglückwünscht – und als Tagessieger geradewegs in die Endrunde schickt. Dort treffen die beiden Egelsbacher auf zwölf Mitkonkurrenten. Um die Wette gekocht wird um fünf Plätze, die zur Reise nach Andalusien berechtigen, wo schließlich der Cooking-Cup-Sieger ermittelt wird. Bisher hat es für Edeltraud Cresceri nie ganz zur Reise in das Themenland der jeweiligen Wettbewerbsausgabe gereicht. „Am Ende geht’s um Kleinigkeiten, um feinste Nuancen“, erzählt sie.

Grillsoßen für Fleisch, Fisch und Gemüse

Auch diesmal soll es nicht sein, die Egelsbacherinnen verpassen die Reise abermals um Haaresbreite. Von enttäuschten Gesichtern trotzdem keine Spur: „Wir sind unter 500 Bewerbern wieder sehr weit gekommen – und sowieso: Der Spaß an der Sache ist doch die Hauptsache“, betont Edeltraud Cresceri. „Das Interessanteste an dem Wettbewerb ist eigentlich, zu einem vorgegebenen Thema ein eigenes Rezept zu entwickeln“, verrät die Hobby-Köchin, was den Cooking Cup zu ihrer Herzensangelegenheit macht. Es sei immer wieder schön, sich etwas auszudenken und anschließend zu erleben, wie der Plan tatsächlich aufgeht. Natürlich sei es darüber hinaus ein Ansporn, ein Rezept zu kreieren, das von Profiköchen Anerkennung erntet.

Je nachdem welche Themenregion auf dem Globus 2016 ausgewählt wird, wollen Cresceris auch bei der nächsten Ausgabe des Cooking Cups wieder mitkochen. Der Faible für die internationale Küche kommt bei der Weinhändlerin nicht von ungefähr. „Mein Mann kommt aus der Gastronomie und früher sind wir viel gereist.“ Es ist nach Edeltraud Cresceris Worten ein großer Vorteil, wenn man hierzulande wenig gebräuchliche Gewürze schon in den jeweilig landestypischen Gerichten vor Ort probiert hat. „Erst auf diesem Weg entsteht die Inspiration für eigene Rezeptideen.“

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