Digital und flexibel pauken

CFEE stellt Hausaufgabenhilfe auf E-Learning um

Die Christliche Flüchtlingshilfe hat Tablets für die Hausaufgabenhilfe in der Gemeinschaftsunterkunft an der Dresdener Straße angeschafft. Insgesamt 110 Menschen wohnen dort, Im Geisbaum und in Privatwohnungen.
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Die Christliche Flüchtlingshilfe hat Tablets für die Hausaufgabenhilfe in der Gemeinschaftsunterkunft an der Dresdener Straße angeschafft. Insgesamt 110 Menschen wohnen dort, Im Geisbaum und in Privatwohnungen.

Die Christliche Flüchtlingshilfe Egelsbach/Erzhausen (CFEE) bietet Schutzsuchenden nicht nur eine Unterbringung, sondern unterstützt die Geflüchteten auch dabei, im Alltag in ihrer neuen Heimat anzukommen. Nun hat der Verein seine Hausaufgabenhilfe auf ein Online-Angebot umgestellt.

Egelsbach – Die Pandemie stellte das Team aus fünf Hauptamtlichen, das von Ehrenamtlichen unterstützt wird, und vor allem die insgesamt 110 Bewohner der Unterkünfte im ehemaligen Seniorenwohnheim Dresdener Straße und einem Haus Im Geisbaum bislang vor große Herausforderungen. „Die teilweise traumatisierten Menschen, die bei uns leben, fanden sich plötzlich, im vermeintlich sicheren Hafen, einer neuen, ungewissen Situation ausgesetzt. Es wurde in unseren Häusern sehr still“, bilanziert der Verein das vergangene Jahr. Die Familien bleiben im Lockdown unter sich. „Unsere Bewohner sind sehr umsichtig und alle Regeln werden vorbildlich eingehalten“, berichtet Einrichtungsleiter Shiraz Maysum. Das Team informiert über die jeweils geltenden Beschränkungen und übersetzt notfalls. Projekte und weitere Pläne musste die CFEE wegen des Lockdowns größtenteils auf Eis legen.

In anderer Hinsicht suchte das Team neue Möglichkeiten, um den Geflüchteten weiter Angebote zu machen. So wurde die Hausaufgebenhilfe der CFEE komplett umstrukturiert und wird nun digital angeboten. „Wir haben dafür Tablets angeschafft, mit denen die Kinder und Jugendlichen in einem separaten Raum lernen können“, erzählt Maysum. Nachdem die Hausaufgabenhilfe im Frühjahr pandemiebedingt zum Erliegen kam, war die Einrichtung eines E-Learning-Raumes ein wichtiger Schritt, um die Hausaufgebenhilfe weiter anbieten zu können. Zehn Tablets plus Zubehör stehen den Mädchen und Jungen nun zur Verfügung. Betreut werden die Kinder von ehrenamtlichen Helfern.

Verein unterstützen

Die CFEE freut sich immer über Spenden. Wer den gemeinnützigen Verein unterstützen möchte, kann etwas auf das Konto mit der IBAN DE 06 506 521 240 033 002 130 überweisen. Zudem sucht die CFEE weitere ehrenamtliche Hausaufgabenhelfer, die technisch fit sind und nachmittags Zeit haben. Kontakt: cfee.info

Natürlich werden auch beim E-Learning stets die Kontaktbeschränkungen eingehalten. Die hauptamtliche Projektleitung der Einrichtung in der Dresdner Straße koordiniert die Verbindung zwischen Helfern, Schülern, Eltern und Schule. Die Sozialpädagogen legen Wert darauf, die Eltern einzubeziehen und sich mit ihnen auszutauschen. Konkret bedeutet das, dass die Kinder und Jugendlichen mit den Schülerhelfern feste Termine vereinbaren, zu denen sie dann ihre schulischen Anliegen mit dem „E-Lehrer“ besprechen und behandeln. Über die Tablets gehe die Vernetzung ganz einfach und biete in Coronazeiten einen wichtigen Vorteil, hebt Maysum hervor: Wenn Kinder zu Hause bleiben müssen, etwa weil ihre gesamte Schulklasse in Quarantäne ist, können sie trotzdem weiterarbeiten.

Zur Finanzierung der technischen Ausstattung für das Projekt hat die CFEE Spenden gesammelt. Zudem unterstützte die Stiftung „Miteinander Leben“ des Kreises die Anschaffung mit einem Zuschuss in Höhe von 2 000 Euro. „Der Einsatz der Tablets verbessert die Lernprozesse und sorgt für stabilere Strukturen. Außerem wird damit der wichtige Austausch zwischen den Schülern, dem Helferteam, den Eltern und der Schule optimiert“, sagt Landrat Oliver Quilling, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Miteinander Leben“. Das verbessere die Bildungschancen der Kinder und trage somit auch zur Integration bei, meint der Landrat.

Von Julia Radgen

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