DLRG-Aktive dürfen wieder ins Egelsbacher Bad

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Nachdem die Gemeinde den Vorstandsmitgliedern von DLRG und Förderverein Freibad Hausverbot für die Freizeiteinrichtung erteilt hatte, war bei den Betroffenen die Empörung groß.

Egelsbach ‐ Das Thema schlägt erwartungsgemäß hohe Wellen: Nachdem die Gemeinde den Vorstandsmitgliedern von DLRG und Förderverein Freibad Hausverbot für die Freizeiteinrichtung erteilt hatte, war bei den Betroffenen die Empörung groß. Von Markus Schaible

Zumindest bei der DLRG hat sie sich aber mittlerweile gelegt: Nach einem ausführlichen Gespräch erklärte Bürgermeister Rudi Moritz gestern Nachmittag, dass die Vorstandsmitglieder der Lebensretter das Bad ab sofort wieder betreten dürfen. Ausgenommen davon ist die Person, die Auslöser für den Eklat war.

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Hausverbot im Bad für DLRG und Förderverein

Beim Hausverbot für die Fördervereins-Aktiven bleibt es vorerst – und dort gibt es auch bereits erste Konsequenzen: Vorsitzende Sigrid Kühnel ist mit sofortiger Wirkung zurück- und aus dem Verein ausgetreten. Ihr Schritt richtet sich nicht gegen den Verein oder seine Mitglieder, vielmehr will sie damit deutlich machen, dass sie keine Möglichkeit sieht, mit der Gemeinde noch einmal vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Empört ist sie, dass die Gemeinde das Vorstandsmitglied der beiden Vereine, das in den Vorfall verwickelt war, gar nicht angehört, sondern gleich vorverurteilt habe. Sie persönlich glaube dem Mann mehr als dem Bad-Mitarbeiter, so Kühnel.

Verärgert ist sie auch über die Vorwürfe der Gemeindeverwaltung gegen den Verein: „Wir tun nicht so, als ob uns das Bad gehört“, sagt sie und verweist auf mehr als 9 000 Arbeitsstunden und zahlreiche Spenden, mit denen der Förderverein die Freizeiteinrichtung unterstützt hat. Allerdings gesteht sie ein, dass es in den vergangenen sieben Jahren immer mal wieder Schwierigkeiten gegeben habe. „Doch es sah so aus, als ob ohne den früheren Schwimmmeister dieses Jahr alles wunderbar harmonisch läuft.“

„Wir haben seit 38 Jahren ein sehr gutes Verhältnis zur Gemeinde und dem Bad-Personal“, betont ChristianJaensch. Der frühere langjährige DLRG-Orts- und Bezirksvorsitzende hat bei den Egelsbacher Lebensrettern zwar aktuell kein Vorstandsamt, ist aber Anwalt und Präsident des Schieds- und Ehrengerichts der DLRG Hessen und hat sich deshalb der Angelegenheit angenommen. Und das mit Erfolg. „Vonseiten der DLRG wurde deutlich gemacht, dass sie voll hinter dem Personal steht und sich von dem Vorfall distanziert“, so Bürgermeister Moritz. Er habe das Hausverbot deshalb aufgehoben. „Die DLRG ist ja auch wichtig für den Betrieb des Bades.“

„Hausverbot war das falsche Mittel“

Ob es Konsequenzen für das betroffene Vorstandsmitglied gebe, solle intern aufgearbeitet werden, so Jaensch. Offenbar habe sich dieses vom Auftreten eines Bad-Angestellten bedroht gefühlt, und da der Vorfall im Sanitärbereich stattfand, gesagt: „Das grenzt ja an sexuelle Belästigung.“ Gegenüber anderen aber habe er dann wohl die Worte „das grenzt ja“ weggelassen, wodurch ein falscher Eindruck entstanden sei.

„Ich habe auch Verständnis dafür, dass der Dienstherr das Personal vor einem solchen Vorwurf schützen muss“, betont Jaensch. Das Hausverbot sei aber aus seiner Sicht das falsche Mittel gewesen. Mit Blick auf den Förderverein sagt er jedoch auch: „Wir distanzieren uns davon, wie dieser gegenüber Gemeinde und Personal auftritt.“ Mit dem Förderverein soll es in den kommenden Tagen ebenfalls ein Gespräch geben, kündigt Moritz an.

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