Doppellast unzumutbar

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Hochbetrieb am Himmel. Die Bürgerinitiative Flag-E will Ministerpräsident Bouffier zum Gegensteuern bewegen und sammelt dafür Unterschriften. 

Egelsbach - Mit dem Lärm vom „kleinen“ Flugplatz direkt vor der Haustür müssen die Egelsbacher seit Jahren leben. Der Testbetrieb neuer An- und Abflugrouten für den Frankfurter Rhein-Main-Flughafen bringt nun auch den Krach der ganz großen Maschinen an den Himmel über der Gemeinde. Von Holger Borchard

„Wir werden tagsüber mehrschichtig von Maschinen beider Flugplätze überflogen, und durch die Nachtflüge des Großflughafens durchgehend vom Fluglärm belastet“, haben nicht nur die Aktivisten der Egelsbacher Flug-Lärm-Abwehr-Gemeinschaft (Flag-E) festgestellt. „Zusammen ergibt das eine außerordentliche Umweltbelastung, die den Egelsbachern nicht weiter zuzumuten ist“, sagt Flag-E-Vorsitzender Günther de las Heras.

Aus diesem Grund ruft die Bürgerinitiative die Egelsbacher zu einer neuerlichen Unterschriftenaktion auf. Der Startschuss wird am Samstag, 28. Mai, am Infostand der BI beim Wochenmarkt auf dem Kirchplatz gegeben – Adressat ist kein Geringerer als der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

„Wir wollen den Ministerpräsidenten davon in Kenntnis setzen, dass die Doppelbelastung durch Flugplatz und Flughafen Rhein-Main für die Menschen in Egelsbach unzumutbar ist und auf entschiedenen Protest stößt“, betont der Flag-E-Vorsitzende. „Die Realitäten entsprechen zudem in keinster Weise unserem Verständnis von Demokratisierung des Fluglärms.“

Infobriefe werden an alle Haushalte verteilt

Im vorbereiteten Schreiben an die Hessische Staatskanzlei legt die BI nochmals lokal und regional beängstigende Entwicklungen dar: „Die Beteiligung der US-Firma NetJets – die Vollprivatisierung konnte 2009 nur durch erfolgreiche Bürgerentscheide in Egelsbach und Langen verhindert werden – hat zu einer Umstrukturierung des lokalen Flugverkehrs geführt. Die wachsende Zahl tieffliegender Düsenjets und die Zunahme von Helikopterflügen über bewohntes Gebiet sind kaum noch zu ertragen“, führen die Fluglärm-Aktivisten aus. Darüber hinaus habe die Flugplatz-GmbH vor Kurzem beim Regierungspräsidenten die Vorprüfung für den Instrumentenflug-Betrieb (IFR) eingeleitet. „Dieser wäre unmittelbar mit einem Ausbau der Start- und Landebahn und mit weiterem Fluglärm verbunden.“

Vor diesem Hintergrund appelliert die BI an die Egelsbacher: „Wer unsere Aktion unterstützen will, kann sich am Samstag am Infostand in die ausgelegten Listen eintragen. Gleichzeitig werden wir Infobriefe mit Unterschriftsformularen an alle Haushalte verteilen; Unterschriften können bis 15. Juni bei den angegebenen Stellen abgegeben werden.“

Was Flag-E sich von Volker Bouffier wünscht, steht übrigens unmissverständlich in dem Schreiben: „Wir bitten Sie, sich nachdrücklich dafür einzusetzen, dass die Routenänderungen des Flughafens Rhein-Main rückgängig gemacht und die Ausbaupläne des Flugplatzes Egelsbach verhindert werden.“

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