SPD EGELSBACH

„Wir vergessen unsere Geschichte nicht“: Awo-Geschäftsführer bei SPD Egelsbach

Arbeiterwohlfahrt und Sozialdemokratie – das passt auch nach 100 Awo-Jahren, erst recht im Angesicht einer von wenigen heraufbeschworenen Krise. Das verdeutlichten Dirk Hartmann, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands Offenbach Land (Mitte), und das SPD-Führungstandem Claudia Zscherneck und Daniel Görich beim SPD-Heringsessen. Foto: MS

Das Heringsessen des SPD-Ortsvereins und der Ausklang der Karnevalszeit gehören zusammen wie die Sozialdemokratie und der aus ihrem Wirken heraus begründete große deutsche Wohlfahrtsverband. Wenn Letzterer freilich regional einen handfesten Skandal durchlebt, will es wohl überlegt sein, sich ausgerechnet diesen Gast zum fröhlichen Fisch-Futtern einzuladen.

Egelsbach - Egelsbachs Genossen sind das „Wagnis“ eingegangen. Vor mehr als 150 Gästen aus den örtlichen Vereinen und Verbänden begrüßen Vorsitzende Claudia Zscherneck und Fraktionschef Daniel Görich am Freitagabend den Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes Offenbach Land, Dirk Hartmann, im Saal des Bürgerhauses. Jener hat nicht nur die SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Kreisverbands, Ulrike Alex (Dietzenbach), an seiner Seite und den 18-minütigen Film „100 Jahre Arbeiterwohlfahrt“ zur Vorführung im Gepäck, er zeigt obendrein auch verbal klare Kante: „Alle Organe der Arbeiterwohlfahrt erwarten gegenseitig voneinander einen funktionierenden moralischen Kompass. Wer den verloren hat, hat in der Awo nix zu suchen“, stellt Hartmann fest und erntet dafür reichlich Beifall.

Von sechsstelligen Jahresgehältern sei die Awo Offenbach Land meilenweit entfernt – „bei uns gibt’s keine Porsche, Jaguar, Mercedes et cetera als Dienstwagen; Kita-Leitungen haben überhaupt keine Dienstwagen und wir beschäftigen auch keine SPD-Bürgermeistergattinnen zu überhöhten Gehältern“, betont Hartmann exemplarisch, um sodann die Kernbotschaft herauszukehren: „30 Bezirks- und Landesverbände, 411 Kreisverbände und 3 514 Ortsvereine mit etwa 335 000 Mitgliedern sowie 66 000 ehren- und 225 000 hauptamtlich Beschäftigten haben es nicht verdient, in einen Topf geworfen zu werden!“

Hartmann verschweigt freilich ebenso wenig: „Es war die Awo Frankfurt, die unseren Kreisverband in schlechten Zeiten intensiv unterstützt hat, sei es beim Kauf unserer Geschäftsstelle in Dietzenbach oder beim Aufbau unserer Abteilung Kinder und Jugend. Nie hat man hierfür die Hand aufgehalten, sondern ohne Bedingungen geholfen.“

So viel Applaus wie der Geschäftsführer erhält auch der Awo-Film. Der spiegelt eindrucksvoll wider, wie eng verbunden miteinander eine gemeinnützige Organisation und eine Partei die deutsche Geschichte geprägt haben. Ausgehend von Marie Juchacz 1919 haben ihre Protagonisten Seite an Seite gute Zeiten wie schlechte Zeiten durchlebt.

„Wir vergessen unsere Geschichte nicht.“ Das eint Awo und SPD – und ihre Repräsentanten von heute. „Abgesehen davon stehen wir für die gleichen Grundwerte ein – und standfest gegen Rechts“, betont Daniel Görich. „Und für das Ehrenamt, dem dieser Abend gewidmet ist.“

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