Rundschreiben des Bürgermeisters

Eltern im Alarmzustand

Egelsbach - Es war zu erwarten: Unsere Berichterstattung über die Probleme bei der Egelsbacher Schulbetreuung hat für einige Aufregung gesorgt. Begriffe wie Kindeswohlgefährdung und Jugendamt haben viele Eltern in Alarmzustand versetzt.

Bürgermeister Tobias Wilbrand hat sich deshalb jetzt in einem Brief direkt an die Erziehungsberechtigten gewandt. „Tatsache ist, dass seit dem Sommer das sogenannte ABC-Haus für die Vormittagsbetreuung wegen Baumängeln nicht mehr zur Verfügung steht. Richtig ist auch, dass die Probleme schon seit mehreren Jahren bekannt waren, die notwendigen Schritte aber nicht eingeleitet wurden“, schreibt der Bürgermeister. Dies liege auch daran, dass der Kreis und die Gemeinde unterschiedliche Rechtsauffassungen darüber haben, wer für die Instandhaltung des Gebäudes zuständig ist. Während die Gemeinde der Auffassung sei, dass der Kreis laut Sozialgesetzbuch als Jugendhilfeträger durchaus eine Verantwortung in der Schulkindbetreuung übernehmen sollte, beziehe sich der Kreis auf das Hessische Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch, das diese Aufgabe eher den Gemeinden zuordnet.

„Jetzt ist allerdings die Situation eingetreten, dass das Gebäude nicht mehr genutzt werden kann und der Kreis steht auf dem Standpunkt: Wir brauchen das Gebäude nicht und deshalb werden wir nicht für Ersatz sorgen“, teilt Wilbrand mit. Die Gemeinde selbst habe allerdings einen riesigen Investitionsstau und ist für das Jahr 2019 auf jeden Fall noch an den Schutzschirm gebunden, der nur unausweichliche Investitionen erlaubt. „Aus meiner Sicht wird ein Anbau an ein Kreisgebäude auf einem Kreisgrundstück nicht in diese Kategorie fallen“, so der Bürgermeister.

Deswegen habe er das Gespräch mit Landrat Oliver Quilling gesucht. „Neben der Rückmeldung, dass es keine finanzielle Beteiligung des Kreises an einer räumlichen Lösung geben wird, gab es außerdem die Aussage, dass der Kreis die aktuelle Situation so vieler Kinder auf vermeintlich zu engem Raum nicht lange tolerieren wird“, berichtet Wilbrand. Hintergrund sei der Versuch des Kreises, einheitliche Standards für die Nachmittagsbetreuung zu etablieren, ohne sich allerdings an der Finanzierung zu beteiligen. „Unserem Hinweis, dass der Vertrag mit dem Kreis über die Nutzung des Schulgeländes keine Einflussnahme zulasse, wurde dann entgegnet, dass man dann über das Jugendamt mit dem Argument Kindeswohlgefährdung Einfluss nehmen würde“, rekapituliert der Bürgermeister.

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Nichtsdestotrotz stehe man noch am Anfang der Verhandlungen und er setze große Hoffnung in eine Kooperation mit Kreis und Schule. Darüber hinaus ruft Wildbrand die Eltern aber dazu auf, sich in die Diskussion mit einbringen und eigene Lösungsvorschläge zu machen. (ble)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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