Wilhelm Thomin gab Anstoß für Brunnen auf dem Kirchplatz

Ein Fest dank des Klammernritters

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Rund um den Klammernschnitzerbrunnen lässt es sich gut feiern, das wurde schon anlässlich der Einweihung im September 1990 klar. Was es mit dem Klammernschnitzen auf sich hat, demonstrieren Traute Werner und Günter Waldhaus dem Publikum.

Egelsbach - Sie feiern ein Jubiläum, das genau genommen gar keines ist: Da das Klammernschnitzerbrunnenfest 2011 mangels Ausrichter ausgefallen ist, steigt in diesem Jahr erst die 24. Auflage. Von Markus Schaible 

Die Klammern sind heute nur noch im Heimatmuseum zu bewundern.

Allerdings im 25. Jahr – und überhaupt: Einen Grund, um kräftig zu feiern, braucht in Egelsbach sowieso keiner. Dass es das Klammernschnitzerbrunnenfest geben kann, ist Altbürgermeister Wilhelm Thomin geschuldet: Der war 1976, damals Kreisbeigeordneter, von der Karneval-Gesellschaft ehrenhalber zum 1. Egelsbacher Klammernritter ernannt worden. In ihm reifte dann der Wunsch, der letzten „Elschbächer Klammernschnitzerin“ ein Denkmal zu setzen.

Das Klammernschnitzen wurde in früheren Jahren (bis ins 20. Jahrhundert hinein) von Egelsbacher Familien als Nebenerwerb betrieben. Heute sind diese Wäscheklammern nur noch im Heimatmuseum im Arresthaus zu sehen, das der Geschichtsverein jeweils am ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr öffnet.

1990 wurde Thomins Wunsch dann Realität. Anlässlich seines 65. Geburtstags hatte er auf Geschenke verzichtet und um Spenden gebeten. Ein Trägerkreis wurde gegründet; weitere namhafte Sponsoren wie Stadtwerke Langen und Sparkasse sorgten dafür, dass letztlich 95 000 Mark (knapp 48 600 Euro) zusammenkamen. Am 29. September 1990 wurde der vom Künstler Franz Leschinger geschaffene Klammernschnitzerbrunnen auf dem Kirchplatz offiziell der Gemeinde übergeben. Auf dem Sandsteinbrunnen thront eine Klammernschnitzerin als Bronzefigur; das Wasser fließt aus bronzenen Klammernnachbildungen.

Fest am Klammernschnitzerbrunnen

Gefeiert wurde die Einweihung des neuen Egelsbacher Wahrzeichens mit einem großen, zweitägigen Fest auf dem Kirchplatz. Ein Jahr später fand dann das erste offizielle Klammernschnitzerbrunnenfest statt; Ausrichter war die Sängervereinigung. Seither wird das Fest im Wechsel (zumeist) von örtlichen Vereinen organisiert; oftmals begehen diese damit ein Jubiläum. Die Kerbgemeinschaft möchte in diesem Jahr mit dem Erlös den finanziellen Grundstock legen für die Zeltkerb im Herbst – ein weiteres großes Egelsbacher Traditionsfest.

Zum 25. Klammernschnitzerbrunnenfest hat die Kerbgemeinschaft eine Festschrift erstellt, in der unter anderem die hier kurz angerissene Geschichte des Brunnens von Edgar Weber (Geschichtsverein) ausführlich und reichlich bebildert dargestellt wird. Dazu gibt es Infos zur Kerbgemeinschaft und zum Bürgerbegehren für das Eigenheim. Die Festschrift kann bei Redling Shopping Plus, Schulstraße 59, oder auf dem Fest am Wochenende gekauft werden.

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