Familien und Pflegende entlasten 

Gemeindevertretung SPD fordert Windelentsorgung ohne zusätzliche Gebühren

Kleinkind im Bad mit Windel in der Hand
+
SPD fordert eine Änderung des Abfallsatzes

Wer kleine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige hat, sollte nicht noch finanziell mehr belastet werden, meint die Egelsbacher SPD. Und fordert, dass die jetzige Abfallsatzung dahingehend geändert wird, dass Menschen, die Windeln entsorgen müssen, keine zusätzlichen Gebühren zahlen müssen. Deshalb hat die Fraktion einen entsprechenden Antrag eingebracht, der in der jüngsten Gemeindevertretersitzung diskutiert wurde.

Egelsbach - Die Sozialdemokraten wollen, dass die Verwaltung die jetzige Satzung so ändert, dass Familien oder Alleinerziehenden mit Kleinkindern sowie Personen, die aufgrund einer chronischen Inkontinenz Windeln tragen müssen, keine finanziellen Nachteile durch die Entsorgung entstehen. „Wir wollen junge Familien und Angehörige von chronisch erkrankten Menschen damit besonders unterstützen, denn sie haben es ohnehin schon nicht leicht“, sagt der Fraktionsvorsitzende Daniel Görich.

Die Mindestgebühr beinhalte derzeit sieben Leerungen des Restabfallbehälters pro Jahr. „Das Volumen der Restmülltone mit der niedrigsten Grundgebühr beträgt 80 Liter. Das ist bei Personen, die auf das Tragen von Windeln angewiesen sind, nicht ausreichend“, heißt es in dem Antrag. Das nächstgrößere Abfallgefäß habe ein Volumen von 120 Litern und koste pro Jahr 29,26 Euro mehr – bei gleicher Anzahl der Leerungen wohlgemerkt, wie die SPD-Fraktion vorrechnet. Für jede weitere Leerung wären 12,84 Euro zusätzlich fällig. Das strapaziere den Geldbeutel der Familien am Ende des Jahres übermäßig.

„Ob durch kostenfreie Zusatzleerungen oder mittels an die Betreffenden ausgegebene Abfallsäcke für Windeln – die Benachteiligung der eingangs erwähnten Personengruppen durch die bestehende Abfallsatzung ist abzuschaffen“, fordert die Egelsbacher SPD-Fraktion. Die Kommunalpolitiker wurden von betroffenen Eltern auf dieses Thema aufmerksam gemacht. In anderen Kommunen wie etwa dem benachbarten Dreieich arbeite die Müllwirtschaft mit speziellen Windelsäcken, andere Kommunen böten sogar kostenlose Säcke an.

„Wir haben das jetzt mal sehr offen formuliert, weil wir nicht den Einblick haben, was machbar ist“, sagt Görich. Die Verwaltung müsse nun – auch in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Abfallservice Langen Egelsbach (ALEG) – aufzeigen, welche Möglichkeiten es gebe und was diese kosten. Der Antrag wurde einstimmig angenommen, die Gemeindevertreter einigten sich jedoch auf eine leicht veränderte, allgemeinere Antragsfassung, die alle Erwachsenen, die auf das Windeltragen angewiesen sind, mit einschließt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare