Gewerbegebiet am Kurt-Schumacher-Ring

Handeln ist die beste Strategie

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Chefsache: Konzept zur Entwicklung des Gewerbegebiets am Schumacher-Ring hat Priorität. Die kommerzielle Schlagader Egelsbachs ist – trotz „Super-Rewe“ (rechts im Hintergrund) – in die Jahre gekommen. Für das Gewerbegebiet am Kurt-Schumacher-Ring dringen Bürgermeister und Bauamtsleiter auf ein Entwicklungskonzept.

Egelsbach - Das Gewerbegebiet am Kurt-Schumacher-Ring ist die kommerzielle Schlagader der Gemeinde. Frei von Sorgen ist man im Rathaus mit Blick auf diese Ecke des Orts freilich nicht. Von Holger Borchard 

„Wir brauchen aus unterschiedlichen Gründen unbedingt ein Entwicklungskonzept für unser Gewerbegebiet“, betonen Bürgermeister Jürgen Sieling und Bauamtsleiter Stephan Bierling. Vorneweg die kommenden zehn bis 15 Jahre abdecken müsse die Planung, die überfällig sei, um das Gewerbegebiet „zukunftssicher“ zu machen. Es sind diverse Problemfelder, die den Verantwortlichen im Rathaus Kopfzerbrechen bereiten. „Da sind zuallererst die übergeordneten Behörden wie Regionalverband, Regierungspräsidium oder Kreisverwaltung, deren Reglementierungen sich Egelsbach nicht entziehen kann“, sagt Sieling. Wachsendes Konfliktpotenzial sieht er darin, „dass Behörden und Verbände auf einem nicht mehr zeitgemäßen Dogmatismus nach dem Motto: ,Das haste – das darfste’ beharren, der es uns schon schwer genug machen wird, den Status quo zu wahren“.

Auf Expansion sei die Gemeinde gar nicht aus, unterstreicht auch Stephan Bierling. „Es geht eher darum, uns zu verteidigen. Planungsmäßig darzustellen, dass wir nicht ins Unendliche wachsen wollen, um so den Bestand zu sichern, könnte sich als gute Strategie erweisen. Aber: Solange uns ein Steuerungskonzept fehlt, sind wir die Getriebenen.“

Genügend Pflichtaufgaben

Die Vorgaben liegen auf der Hand: Die Gemeinde muss „Flächenmanagement“ betreiben; Bestandsaufnahme hart an den aktuellen Anforderungsprofilen ist oberstes Gebot. „Wie tickt der Markt? Was wollen die Kunden? Welche Entwicklung wollen die Entscheidungsträger der Gemeinde forcieren?“, formuliert Sieling grundlegende Fragestellungen. Bauamtsleiter Bierling listet derweil die bekannten Herausforderungen auf, die im Gewerbe-Karree lauern: „Wir haben dort hohen Investitionsdruck. Die Immobilienbesitzer sind gezwungen, in ihre Ladenflächen zu investieren, die Jahrzehnte auf dem Buckel haben und nun mal weder vom Zuschnitt noch energetisch noch vom Drumherum her den heutigen Anforderungen entsprechen.“ Gleiches gelte für Verkehrsinfrastruktur und -ströme.

 „Das fängt damit an, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, ein Geschäft komplett zu umfahren, um zum Eingang zu kommen. Es führt weiter zur allgemeinen Parkplatzsituation und hört beim Stau im Kurt-Schumacher-Ring auf“, fasst Bierling zusammen.

Der Pflichtaufgaben gibt es also genügend. Sollten diese wahrhaftig irgendwann der Erledigung entgegensteuern, wäre mehr Luft für die Kür, die da lauten könnte: „Der richtige Mix macht’s.“ Wie viel Einzelhandel hätte man gerne – und: Wie viel bekommt man als sogenanntes Unterzentrum, das zwar günstig am Ende der Autobahn liegt, aber halt auch in direkter Nachbarschaft zu einem „Mittelzentrum“ wie Langen, das gegenwärtig ja auch nach Kräften aufrüstet? Nicht zuletzt ist eine ausgewogene Balance zwischen klein, mittel und groß wünschenswert, wohl wissend, dass das Wohl und Wehe eines Großen fiskalisch extreme Ausschläge in beide Richtungen bedeuten kann.

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Fürs Erste hofft Jürgen Sieling, im Fall der Fälle mit folgender Botschaft nach außen durchzudringen: „Es macht keinen Sinn, andernorts auf der grünen Wiese etwas hochzuziehen, während man Egelsbach dazu verdammt, bereits versiegelte und erschlossene Flächen brachliegen zu lassen.“ Das interne „Wir müssen uns wappnen“ haben Rathaus-Chef und Bauamtsleiter erstmals im November gegenüber den Mitgliedern des Bauausschusses der Gemeindevertretung postuliert – und dabei sind sie in jeder Hinsicht auf offene Ohren gestoßen.

Am morgigen Dienstag will der Bauausschuss in seiner ersten Sitzung des Jahres die informelle Weichenstellung weiter vorantreiben. Dazu hat sich das Gremium einen Gast eingeladen: Beate Huf, Leiterin Kommunalservice beim Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main, wird die Thematik aus Behördensicht beleuchten. Wer sich dafür interessiert, ist zur öffentlichen Sitzung ab 20 Uhr im Rathaus willkommen.

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