SAUBERE LANDSCHAFT

Skurrile Funde aus dem Ententeich: Helfer befreien den Ort von Müll

Tüchtig aufgeräumt haben auch die SWF-Kids mit ihren Eltern. Sie waren rund um den Woogsee im Einsatz. Foto: postl

Mit einem Aktionstag ist Egelsbach am Wochenende von Müll befreit worden.

Egelsbach – Die Gruppe der Freiwilligen auf dem Berliner Platz wird immer größer, alle wollen mithelfen, dass die Landschaft in und um Egelsbach wieder ansehnlich wird. Auch Pfarrer Martin Diehl mit seinen Konfirmanden ist dabei. 

Als es losgehen kann, sagt der Pfarrer: „Zwei Bitten habe ich: Achten Sie darauf, dass Sie auch was schaffen und dass alle zusammenbleiben – dieser Einsatz ist gleichwertig mit einem Gottesdienstbesuch. “ Bürgermeister Tobias Wilbrand dankt den Helfern: „Ich weiß, bei diesem tollen Herbstwetter gäbe es sicherlich genug Alternativen, den Samstagvormittag zu verbringen – umso mehr freut es mich, dass so viele gekommen sind. “.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr veranstaltet die Gemeinde in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und den SWF-Kids der SG Egelsbach den Aktionstag, bei dem das Ortsgebiet von möglichst viel Müll befreit werden soll. Denn der Bauhof kommt mit der Arbeit gar nicht mehr hinterher. In verschiedenen Gruppen machen sich die Teilnehmer an die Arbeit. „Wir von den SWF-Kids haben das auch in jenen Zeiten gemacht, in der diese wichtige Sache bei der Gemeinde eingeschlafen war, freuen uns aber, dass wir jetzt wieder eine Unterstützung durch die Gemeinde und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erfahren“, sagt Carmen Heuss, die mit Tochter Marie dabei ist. Auch Kristin Lehnert räumt samt Doppel-Kinderwagen auf. „Allein die Bewegung im Freien bei diesem tollen Wetter ist es schon wert mal raus zu gehen und wenn man dabei noch was Gutes tut, umso besser“, sagt die junge Mutter – die am Woogsee im Einsatz ist.

Eine besondere Herausforderung für die Helfer ist der „Ententeich“, wie das Gewässer im renaturierten Bereich im Brühl gerne genannt wird. „Derzeit ist der Wasserstand sehr niedrig, da kommen Dinge zum Vorschein, die man dort nicht vermuten würde – und jetzt ganz gut rausholen kann“, sagt Bürgermeister Wilbrand. Doch so wie gedacht, ist es nicht: Der Untergrund ist sehr morastig. „Das Brett habe ich jetzt, aber wie bekomme ich meine Stiefel wieder raus?“, witzelt Markus Hentschel nach dem erfolgreichen Müllfischen. Aus dem morastigen Gewässer werden nicht nur ein Fahrrad, ein Stuhl, ein Handy und mehrere Bretter geholt, sondern auch eine Pistole. „Die sah erst einmal richtig echt aus, dann merkten wir, dass es nur eine Schreckschusswaffe war – aber auch die gehört hier nicht hin“, meint der Finder.

Insgesamt kommen über drei Pritschenwagen voller Unrat zusammen. Im wieder aufgeräumten Areal der Naturfreunde – auch hier hatte der Sturm seine Spuren hinterlassen – gibt es nach getaner Arbeit eine Stärkung auf Kosten der Gemeinde. Wilbrand lobt noch einmal das Engagement der Helfer. „Noch schöner wäre es allerdings, wenn wir solche Aktionen nicht bräuchten“, sagt der Bürgermeister.

VON LEO F. POSTL

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