Gerüchten über eine Schließung

Nachbarschaftsmarkt ist zu verkaufen

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Gerüchten über eine Schließung des Nachbarschaftsmarktes sind die Betreiber erst vor wenigen Tagen vehement entgegengetreten.

Gerüchten über eine Schließung des Nachbarschaftsmarktes sind die Betreiber erst vor wenigen Tagen vehement entgegengetreten. Doch nun steht der Laden im Egelsbacher Ortskern zum Verkauf.

Egelsbach – „Von Schließung kann keine Rede sein“ hieß es erst vor wenigen Tagen in unserem Artikel über den Nachbarschaftsmarkt im Egelsbacher Ortskern. Der kleine Supermarkt in der Ernst-Ludwig-Straße 39, der im Juni vergangenen Jahres nach dem Ende des ehemaligen Rewe Nahkauf unter gleicher Führung, aber mit anderem Konzept wiedereröffnete, hatte erst vor Kurzem einjähriges Bestehen gefeiert. Wegen einiger Lücken im Sortiment und leerer Regale wurden allerdings schon vor ein paar Monaten Gerüchte laut, dass der Markt bald schließe. Das war jedoch keineswegs im Sinne der Betreiber, die betonten, dass sie ihren Laden weiterführen wollen. Umso größer also die Verwunderung, als das Geschäft jetzt bei Ebay-Kleinanzeigen zum Verkauf eingestellt wurde.

„Wir wollen nicht schließen, wir suchen lediglich einen Nachfolger“, betonen Besitzerin Karolina Grigorakis und ihr Ehemann Grigorios. „Wir haben die Anzeige vor Kurzem online gestellt und es haben sich auch schon einige Interessenten gemeldet.“ Grigorios Grigorakis ist somit guter Dinge, dass der Nachbarschaftsmarkt einen neuen Besitzer findet. Denn die beiden Geschäftsleute wollen nicht, dass ihr Laden aus dem Ortskern verschwindet.

Karolina Grigorakis betont: „Wir sind uns bewusst, dass den Egelsbachern die Geschäfte im unmittelbaren Ortskern fehlen. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben wir uns damals dazu entschieden, den Markt wiederzueröffnen.“

Dennoch müsse man sich im Klaren sein, was alles an der Führung eines Geschäfts hängt. „Wir sind an einen Punkt gekommen, an den es für uns nicht weiter geht“, erläutern die beiden ihre Entscheidung. „Aus familiären und privaten Gründen haben wir entschieden, das Geschäft abgeben zu wollen.“ Ein Schicksalsschlag in der Familie habe jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht. Das angespannte Nervenkostüm sei immer stärker strapaziert worden. „Wir wollen uns auf andere Sachen fokussieren. Mit einem Geschäft im Nacken geht das nicht“, erklärt Karolina Grigorakis.

Ihr Mann ergänzt: „Wir haben viel in den Laden investiert, sowohl finanziell als auch physisch und psychisch. Wir sind nun an einer Grenze gelangt, an der es eben an keiner Stelle weitergeht.“ Beide würden sich wünschen, dass ein Nachfolger den Markt im Sinne ihres Konzepts weiterführt. „Letztendlich können wir aber niemandem vorschreiben, wie er einen Laden zu führen hat“, ist sich Familie Grigorakis bewusst. „Uns ist in erster Linie wichtig, dass den Egelsbachern ihr Geschäft erhalten bleibt.“

Bis sich ein Nachfolger gefunden hat, wollen die beiden nicht schließen. „Es wäre schön, wenn es so schnell wie möglich klappt“, betont Karolina Grigorakis. „Aber wir werden nicht von einem auf den anderen Tag die Tür zu machen. Dazu steckt einfach zu viel Herzblut in unserem Geschäft.“

VON JULIA LOTZ

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