Ausgelassene Stimmung, aber auch genervte Nachbarn

Rocken bis die Polizei kommt

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Alte Hasen: Watch Me Rise waren bereits mehrfach bei Raus ausm Keller dabei.

Vom Juz im Bürgerhauskeller raus auf die Bürgerhauswiese – bereits zum fünften Mal veranstaltet der Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main das Festival Raus ausm Keller. 

Egelsbach – Und wie bereits in den vergangenen Jahren konnten die Veranstalter wieder einige namhafte Bands an Land ziehen – darunter sogar internationale Größen.

Doch nicht nur sie dürfen auf die Bühne. „Wir wollen, dass das Festival nicht nur in der Gemeinde Egelsbach stattfindet, sondern auch dort ankommt“, erzählt Mitveranstalter Robert Hoppe. So wurden ganz bewusst auch Bands und Musiker aus der Region herangezogen.

Von 12 bis 17 Uhr gibt es dabei ein etwas ruhigeres Programm, „bei dem es sich auch Familien bei uns gut gehen lassen können“, sagt Hoppe. Zum ersten Mal sind Bands der Musikschule Langen dabei. Sie dürfen als Erste ran. Bei bestem Wetter zeigen die jungen Musiker ihr Können.

Die Coverband Everglow Sessions bringt im Anschluss die bereits zu Mittag zahlreich erschienenen Besucher mit eigenen Interpretationen bekannter Songs zum Mitsingen. Anschließend absolviert die Rasselbande ihr Heimspiel. Das Quartett aus Egelsbach unterhält mit ein bisschen Kabarett und guter Musik das Publikum. Campfiremen und Apart From Us legen im Anschluss noch eine Portion Rock und Punk obendrauf.

Amateure lernen von den Profis 

Während die Bands sich auf und die Zuschauer vor der Bühne austoben, können sich die Festivalbesucher auch anderweitig ausleben und sich beispielsweise an einer Graffitiwand ausprobieren. „Wir haben uns extra mit richtigen Graffiti-Künstlern zusammengetan“, erläutert Vereinsvorsitzender Daniel Myga. „So können angehende Sprayer etwas von den Profis lernen und kreativ werden.“

Mit Inhuman aus Dreieich erklimmt zu Beginn des zweiten Teils eine alteingesessene Rockband die Bühne. Bereits seit 2002 machen die vier Mitglieder gemeinsam Musik und bringen eine ordentliche Portion Professionalität mit. Beim Programm mit neueren Songs, aber auch Stücken der früheren Jahre füllt sich der Platz vor der Bühne zusehends.

In Action: Beim Actionteam steht neben der Musik auch der Spaß im Vordergrund. 

Die jungen Musiker von Watch Me Rise aus Frankfurt sind schon alte Hasen beim Raus ausm Keller. Die vierköpfige Combo spielt emotionalen Hardcore, also eine melodische Form des Hardcore-Punks. Mitgebracht haben Watch Me Rise nicht nur eine ganz Riege ihrer Songs, sondern auch viele Fans.

Das Actionteam bringt dann auch den letzten sitzenden Zuschauer zum Mitfeiern. Die Musik der „Erlebnis-Rock-Band“, wie sich die Truppe selbst betitelt, macht gehörig Spaß. Die Gruppe nimmt sich selbst nicht allzu ernst und verleiht ihrer Show damit Pepp. Mit Lygo aus Bochum stehen Punk-Heroen aus dem Ruhrpott auf der Bühne. Eine dreiviertel Stunde Punkrock-Abriss sorgt für ordentlich Bewegung auf der Bürgerhauswiese.#

Polizei rückt an 

Skywalker aus Tschechien (Post-Hardcore) beenden mit ihrem Auftritt in Egelsbach ihre Europatournee und lassen es musikalisch etwas härter zugehen. Was den Zuschauern sehr gefällt, stößt bei einigen Anwohnern auf Missmut – zwei Streifenwagen der Polizei rücken an.

Doch das Festival kann wie geplant beendet werden: Mit Trash Boat aus Großbritannien steht ein namhafter Headliner auf der Egelsbacher Bühne. Die Briten spielten schon auf internationalen Festivals, begleiteten bekannte Bands auf ihren Touren und können ebenfalls selbst auf umfangreiche Headliner-Tourneen zurückschauen. Die Jungs liefern großes Pop-Punk- und Hardcore-Kino und bilden den krönenden Abschluss eines rundum gelungenen, lokalen Fests mit internationalem Feeling.

VON JULIA LOTZ

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