Weinplausch in schöner Atmosphäre

Egelsbacher Weinfest lockt an drei Tagen Besucher an

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Generationsübergreifend gemütlich feiern: Das schätzen viele Gäste am Weinfest im Ort.

Beim Egelsbacher Weinfest kommen die Liebhaber des leckeren Rebensaftes voll auf ihre Kosten: Weinlieferanten wie die ortsansässige Cresceri-Weinhandlung und Winzer aus dem Rheingau oder Groß-Umstadt punkten diesmal bei den zahlreichen Besuchern. 

Egelsbach – Das gemütliche Ambiente der Alten Schule erweist sich wieder als Glücksgriff: Bei milden Temperaturen lassen es sich die Besucher auf den dicht besetzten Bänken an zwei Abenden und bei einem Frühshoppen gut gehen. Dass der Samstagabend durch einige Regenschauer unterbrochen wird, tut der Stimmung keinen Abbruch. Durch die vielen Zelte und Pavillons lässt sich der Wein auch bei leichtem Regen genießen.

„Hier kann man sich in schöner Atmosphäre unterhalten“

Schon seit 24 Jahren ergänzt das Egelsbacher Weinfest den Veranstaltungsreigen der Gemeinde und ist bei vielen – auch Besuchern aus den Nachbarstädten – jedes Mal dick im Kalender markiert. „Ich weiß, dass das Weinfest für viele Egelsbacher eines der Lieblingsfeste hier im Ort ist“, sagt Wolfgang Schroth, Vorsitzender des SGE-Blasorchesters, das das Fest seit vielen Jahren ausrichtet. „Hier kann man sich in schöner Atmosphäre unterhalten – das ist bei lauteren Festen hier im Ort schwieriger.“

Eine Atmosphäre, die auch Astrid Siegel aus Egelsbach mit ihren Freundinnen zu schätzen weiß. „Dieser Hof ist einfach gemütlich. Wir kommen deshalb in jedem Jahr her“, sagt die Egelsbacherin im Ruhestand. „Besonders gut finde ich, dass hier generationsübergreifend gefeiert wird. Jung und Alt hält sich bei den Besuchern gut die Waage.“ Bei anderen Festen wie der Kerb seien dagegen oftmals junge Erwachsene und Teenager in der Überzahl. Das schrecke viele ältere Herrschaften ab, meint sie.

Winzer und Mitinitiator: Karl Kulick aus dem Odenwald hat das Fest damals mit seinem Freund Wolfgang Schroth angestoßen – und jede Menge gute Kontakte.

Bei der Eröffnung durch Bürgermeister Tobias Wilbrand ist auch der Weinadel aus Groß-Umstadt zugegen. Weinkönigin Jana Petermann richtet neben ihren Weinprinzessinnen Imke und Ariane Grußworte an die Egelsbacher Weinfreunde. „Ich kam hier heute an und habe mich direkt Zuhause gefühlt. Denn Heimat ist für mich kein Ort. Heimat ist für mich ein Gefühl“, sagt die Weinhoheit. Petermann hat sogar eine persönliche Verbindung zur Gemeinde: „Mein Vater hat hier bereits vor Jahrzehnten Wein verkauft. Da habe ich als Mädchen regelmäßig mitgeholfen. Ich freue mich seitdem immer, wenn ich das Ortsschild von Egelsbach sehe“.

Dann richtet sie einen Weinspruch an die Feiernden: „So funkelnd wie ein Rubin und wie Gold so edel, so wünscht sich der Mann den Wein und das Mädel.“ Das ist der Einsatz für die Musiker des Egelsbacher Blasorchesters, die das Weinfest mit einem kräftigen Marsch stimmungsvoll eröffnen.

Hits aus der Vergangenheit 

Neben den Blasmusikern, die an allen drei Festtagen spielen, sorgt DJ Schrodi mit Hits aus der Vergangenheit und der Gegenwart für die Musik – stets in einer angenehmen Lautstärke, dass sich die Feiernden an den Bierbänken noch unterhalten können. Womöglich auch, weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Beschwerden durch Anwohner kam, ist man hier zurückhaltender am Pegelregler geworden.

Stößchen! Die Groß-Umstädter Weinkönigin Jana Petermann (Zweite von links) und ihre Prinzessinnen Ariane (links) und Imke eröffneten mit Bürgermeister Tobias Wilbrand das 24. Egelsbacher Weinfest in der Alten Schule. 

Beim Verkauf der Winzer gehen derweil vor allem die Weißweine gut. „Sauvignon Blanc ist in diesem Jahr der absolute Renner“, berichtet Danny Franklin von der Odenwälder Winzergenossenschaft. Der Klimawandel, der bekanntlich viele Branchen und Regionen verändert, macht vor dem Weinanbau nicht halt. Der Jahrgang 2018 ist durch den Dürresommer des vergangenen Jahres besonders: Die konstant hohen Temperaturen haben den Reifeprozess der Trauben extrem beschleunigt. „Je reifer die Traube, desto mehr Zucker, was einen höheren Alkoholgehalt bedeutet“, erklärt der Fachmann. „Das finden manche Leute super – andere stört es. Denn dadurch hat ein Weißwein schnell über 14 Prozent.“

Doch auch ohne alkoholische Sinnesverstärker lässt es sich bei schöner Beleuchtung, guter Musik und kulinarischen Leckereien gut auf dem Fest aushalten – selbst ohne Wein. „Ich trinke grundsätzlich keinen Alkohol“, verrät Besucherin Karin Wendel-Schmidt. Unglücklich über die Cola vor sich auf dem Tisch scheint sie beim Plausch mit alten Bekannten aus Egelsbach aber nicht zu sein. „So kann ich immer fahren. Das ist besonders gut, wenn man nicht von hier ist. Da spart man sich und den Freunden ein Taxi“, so die Dietzenbacherin.

VON TIMO KURTH

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