Feiern wie nie zuvor

Elschbächer Kerbverein bringt Traditionsfest mit „Kerb-TV“ und Aktionspaket nach Hause

Fleißig packen Helfer der Kerbgemeinschaft Pakete für die virtuelle Kerb. Sie gibt es Samstag auf dem Wochenmarkt.
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Fleißig packen Helfer der Kerbgemeinschaft Pakete für die virtuelle Kerb. Sie gibt es Samstag auf dem Wochenmarkt.

Bereits im Mai hatte die Elschbächer Kerbgemeinschaft das Traditionsfest am dritten Septemberwochenende abgesagt. Zu groß war die Sorge, dass all die organisatorische Mühe umsonst wäre, wenn Großveranstaltungen weiter verboten sind. Damit lag der Verein richtig. Doch schon damals, wollte er an alternativen Konzepten feilen, um eine Kerb im Kleinen zu ermöglichen.

Egelsbach – „Wir haben bereits Ende April begonnen, mögliche Szenarien gedanklich durchzuspielen und sind natürlich auch vom Worst-Case ausgegangen“, sagt Daniel Waldhaus, Vorsitzender der Kerbgemeinschaft. „Schnell war klar, es müssen Alternativen her, denn eine normale Kerb, wie wir sie alle lieben, hätte es selbst mit einem unwahrscheinlichen Ende der Veranstaltungsverbote wenige Wochen vor Kerb nicht geben können.“

Nachdem die Kerbgemeinschaft das Rahmenprogramm des Festes vom 18. bis zum 22. September endgültig abgesagt hatte, entstand nach reichlicher Überlegung und im Austausch mit den Betreibern der Kerbhöfe sowie Bürgermeister Wilbrand das jetzige Alternativ-Programm. „Wir haben uns überlegt, wie wir, wenn die Elschbächer nicht auf die Kerb gehen können, die Kerb zu den Elschbächern bringen können“, sagt Bastian Schächer, zweiter Vorsitzender der Kerbgemeinschaft.

Unter dem Motto „Kerb wie noch nie“ haben sich Kerbbgemeinschaft und Kerbborschen 2020/21 jetzt einiges ausgedacht, um für das wichtige Fest im Klammernschnitzerdorf gebührenden Ersatz zu schaffen. Von Zuhause aus können sich die Egelsbacher ohne Ansteckungsgefahr zum Kerb-TV zuschalten. „Wir bieten einen Stream an, der alle mit genug Programm für das nötige Kerbgefühl versorgt“, sagt Waldhaus. Das Programm ist kostenlos auf dem Youtube-Kanal der Kerbgemeinschaft abzurufen. Dafür wurde bereits im Vorfeld viel Material produziert. Gezeigt wird eine Mischung aus Liveshow, Unterhaltungsformaten, aber auch alten Aufzeichnungen aus den vergangenen Jahren. „Die Kerb geht normalerweise fünf Tage. Wir wollen über die gesamten fünf Tage das Kerbgefühl in die Elschbächer Wohnzimmer übertragen“, betont Waldhaus. Unter dem Hashtag #kerbwienochnie kann auch im Netz kommentiert werden.

Blick ins Care(B)-Paket: Es gibt was zu trinken, zu lesen und einen Gruß der Kerbborsche – mit Maske.

Damit auch zuhause feuchtfröhliche Kerbstimmung aufkommt und etwas Geld in die Kasse gespült wird, bietet die Kerbgemeinschaft zudem ein Paket mit Kleinigkeiten von den Heckenwirtschaften und den Kerbborschen an. Das „Care(B)-Paket“ beinhaltet ein bedrucktes Geripptes vom Kerbhof Frieda, die beliebten Schnäpse Giggel oder Bäffchen vom Parrehof, Kreppband und Bembel von den Kerbborsche, eine neue Auflage der Kerbfibel, Birkensamen der Kerbgemeinschaft und vieles mehr. Erwerben kann man es für 30 Euro auf dem Wochenmarkt am Samstag, 12. September, und bei Redling Shopping Plus.

Zudem gibt es eine abgespeckte Version der traditionellen Kerbzeitung, dem Kerb-Kurier „Da wir dieses Jahr mit den Kerbborschen keine Kerbzeitung drucken können, haben wir uns für diese Version mit Artikeln über Historisches und Traditionelles aus Egelsbach entschieden“, fasst Sven Strunz, Schriftführer der Kerbgemeinschaft zusammen. Kerb-Kuriere liegen in Geschäften in Egelsbach aus und können gegen eine Spende erworben werden. Ein Exemplar liegt jedem „Care(B)-Paket“ bei.

Spenden sammelt die Kerbgemeinschaft darüber hinaus über das gesamte Wochenende unter der bekannten Spendenaktion „Egelsbacher für Egelsbacher“, durch die die Kerbgemeinschaft normalerweise an Kerbsamstag für lokale Vereine Geld sammelt. „Auch in diesem Jahr sammeln wir Geld für einen guten Zweck“, betont Waldhaus. Eine weitere Tradition lässt sich die Kerbgemeinschaft nicht nehmen: „Wir werden gemeinsam mit den Kerbvätern der letzten Jahre einen Kerbbaum auf der Bürgerhauswiese aufstellen. Denn wir feiern trotz der aktuellen Situation eine Kerb. Eben eine wie noch nie.“ (Von Julia Radgen)

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