Lärmschutzwand wird buntes Kunstwerk

Kinder, Jugendliche und Kreative gestalten Fläche entlang des Radschnellwegs

Die Lärmschutzwand an der ersten Teilstrecke des neuen Radschnellwegs erfüllt zwar ihren Zweck, ist aber nicht hübsch anzusehen. Das will der Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main ändern.

Egelsbach – Mit einem Kunstprojekt wird die Wand ab nächster Woche farbig bemalt und besprayt – und zwar mit Botschaft.

Der von der Gemeinde mit der Jugendarbeit beauftragte Verein hat die Aktion unter das Motto „Kunstwertwand – weil wir Werte wollen“ gestellt. Unter Anleitung von professionellen Street-Art-Künstlern, Illustratoren der Agentur Kombinatrotweiss und Betreuern des Jugendvereins sollen die Kinder und Jugendlichen auf kreative Weise ihre Werte und ihre Sicht auf die Welt verbildlichen. Auch der Kunstverein Egelsbach ist beteiligt. Insgesamt sind 30 ehrenamtliche Helfer in die Aktion involviert.

Ameisen verkörpern Werte

„Wir haben uns dafür das Motiv einer Ameisenstraße ausgesucht“, erklärt Florian Guntrum, Pädagogischer Leiter des Egelsbacher Vereins. Das passe zum einen zum naturnahen Radschnellweg. „Zum anderen verkörpern Ameisen Werte wie Zusammenhalt und Vielseitigkeit, und sind somit ein tolles Sinnbild für das Projekt“, erklärt Guntrum. Entlang dieses roten Fadens werden sich die Kunstwerke der „Wertewand“ aufreihen.

Rund 24 Kinder der Kinderkreativwerkstatt im Grundschulalter beteiligen sich nach aktuellem Stand an dem Projekt, hinzu kommt noch einmal ein Dutzend Jugendlicher zwischen 15 und 18 Jahren, die regelmäßig das Egelsbacher Jugendzentrum besuchen. Guntrum betont aber, dass es ein generationsübergreifendes Vorhaben ist. „Deshalb sind wir sehr froh, dass der Kunstverein mit an Bord ist“, sagt der pädagogische Leiter. Etwa acht der Künstler haben angekündigt, das Projekt im Laufe der Woche zu begleiten. Von Montag bis Freitag wollen sich alle jeweils von nachmittags bis abends an der Lärmschutzwand austoben. „Die Kinder und Jugendlichen haben schon Skizzen gemalt“, berichtet Guntrum.

„Die Finanzierung ist gesichert“

Als Leinwand dienen ihnen die rund 720 Quadratmeter Fläche auf der gut 288 Meter langen Mauer entlang des Radschnellweg-Abschnitts. 600 Spraydosen und 120 Liter Wandfarbe hat der Verein als Material veranschlagt. Die Gemeinde stellt zwar die Fläche zur Verfügung und Bürgermeister Tobias Wilbrand hat die Schirmherrschaft übernommen, das Projekt muss der Verein aber in Eigenregie stemmen. Dafür haben die Organisatoren Spenden gesammelt. „Die Finanzierung ist gesichert“, betont Guntrum. Am Ende der Aktion soll die bunt gestaltete Ameisenstraße dann jedem Passanten zeigen, wofür Egelsbach steht.

Julia Radgen

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